Zitat von distress:Hallo @ImKreis und danke für deinen interessanten Erfahrungsbericht. Es gibt da einige Parallelen, zum Beispiel die ähnlich lange Dauer der ...
Zunächst muss ich mal sagen, dass ich schon weit vor der Trennung wusste, dass es keine Perspektive mehr gibt und kurz vor der Trennung jeden Tag damit gerechnet habe.
Was mich so aus der Bahn geworfen hat, ist dass sie mich einfach ausgetauscht hat und von einem auf den anderen Tag keinerlei Interesse mehr an Kontakt hatte und bei aller Inkonsequenz die für sie typisch ist: in diesem Punkt war sie konsequent.
Ich weiß nicht, ob das reines Desinteresse war, schlechtes Gewissen, der Wunsch ihres Freundes oder ob da auch noch ein wenig Respekt mir gegenüber dabei war, weil sie wusste, dass es mir nicht gut tun würde, wenn wir noch Kontakt hätten. Ist im Endeffekt auch egal, für mich war es unterm Strich besser.
Das Lustige ist ja, dass ich vom ersten Tag an wusste dass es nie mehr ein Zurück geben kann und darf, dass ich ihr nie mehr vertrauen würde und dass sich alles noch mal wiederholen würde. Ich sah das ganz klar und ich wusste auch genau was passieren würde, ich wusste dass sie sich nie mehr melden würde und mir war auch klar, dass sie mit dem Neuen lange zusammen bleiben würde, weil auch er ein Mann ist, der sie finanziell und anderweitig unterstützen kann.
Und dennoch konnte ich die ersten drei Monate nicht klar denken und nicht danach handeln.
Ob das bei dir wirklich zwei Jahre dauern wird, ist natürlich fraglich. Es ist ja auch nicht zwei Jahre schlimm gewesen. Ich hatte nach einem halben Jahr dann eine neue Beziehung, die bestand quasi nur aus Sex, spazieren gehen, essen und wieder Sex, es war gerade Lockdown und das hat mich natürlich total abgelenkt.
Aber ich war noch nicht fertig mit der Arbeit an mir. Und die Frau war auch nicht stabil, so ging es auseinander und ich habe danach wieder weiter gearbeitet. Das war eigentlich das Wichtigste. Der Trennungsschmerz war nur der Auslöser, dass ich endlich mal meine Defizite angehe, mein Selbstbild ändere und meine Einstellung zum Leben. Insofern waren diese zwei Jahre zwar nicht schön aber wirklich sehr wertvoll.
Und wenn ich sage, das ist zwei Jahre gedauert hat dann waren die nicht die ganze Zeit schlimm. Dann war ich einfach noch nicht ganz von ihr gelöst, aber ich habe nach einem Jahr dann trotzdem das Leben wieder genossen, habe weiter geflirtet, hatte weitere Beziehungsversuche und schöne Dates und auch viel Sex. Das hatte ich ja mit meiner Borderline Ex auch kaum noch am Schluss und es hat mir auch keinen Spaß mehr gemacht. So habe ich dann ungefähr ein Jahr lang meine Freiheit genossen und mich selbst kuriert.
Als ich dann damit fertig war hatte ich auch die Schnauze voll von bedeutungslosem Sex und ständigem sinnlosen Daten, ich hatte wirklich schon beschlossen damit aufzuhören und bin zu meinem letzten Date eigentlich nur hingegangen, weil es schon ausgemacht war.
Ich hatte mein Abo der Online-Dating Plattformen nicht verlängert und dachte mir dass ich jetzt einfach nur noch meinen Hobbys nachgehen würde. Dann traf ich SIE bei diesem letzten Date vor 2 1/2 Monaten.
Unverhofft kommt oft, wir sind wahnsinnig glücklich, immer noch total verliebt, wir verbringen wahnsinnig gerne Zeit miteinander, wir passen sexuell perfekt zusammen und ich hoffe, dass das noch lange so weitergeht.
Aber ich weiß auch, dass es anders kommen könnte und ich weiß, dass ich auf meine nächste Trennung ganz anders reagieren werde, falls sie kommt. Denn erst wenn die rosa Brille mal langsam verblasst wird man sehen, ob und wie es weitergehen kann
Diese Einsicht und Zuversicht habe ich den zwei Jahren Kampf zu verdanken.