Zitat von distress: Ist das falsch?
Ich störe mich total an dieser Frage
😅 Was heißt denn richtig und falsch? Ich hab nach meiner zweiten hin und her Beziehung beschlossen, mich so verändern zu wollen, damit mir das nie wieder passiert. Dafür war es wesentlich zu verstehen, wie ich meine Partner auswähle, was mein Muster ist, welche Glaubenssätze ich in mir trage und das so gut es geht zu verändern.
Meine Kommentare spiegeln diese Entscheidung. Was willst du denn?
Ich mein, es ist ein Forum und hier sind unterschiedliche Menschen und Meinungen.
Zitat von distress: Wir "normale" Persönlichkeiten können uns geben, was wir brauchen. Der Borderliner kann das nicht. Und deswegen sehe ich hier den Partner in einer besonderen Verantwortung.
Ist das falsch?
Also wenn du weiterhin solche Beziehungen haben möchtest, ist das goldrichtig. Wenn du da raus möchtest, dann kann ich dir von außen sagen, dass du dich damit zu ihrem Therapeuten machst. Damit erhöhst du dich und wertet sie ab. Gleichzeitig gehst du in dein inneres Kind, weil du jetzt leisten kannst, um dich geliebt zu fühlen.
Und das ist meiner Meinung nach immer ein Dilemma. Sie, die im außen nach der Liebe sucht, die sie als Baby nicht bekommen hat und was nicht mehr nachgeholt werden kann und du derjenige, der im Außen nach Anerkennung seines Wertes sucht, was auch nicht im Außen geheilt werden kann.
Zweizelgänger nannte es Schlüssel Schlossprinzip: beide suchen nach Heilung im Außen, was es nicht geben wird. Sie müssten es sich selbst geben.
Zitat von distress: Ich schleppe also bereits mein Leben lang ein Defizit mit mir rum. Anerkennung!
Und meine Ex gab mir genau das in der Anfangszeit und später in den schönen Zeiten in einem nie gekannten Übermaß, das mich hat süchtig werden lassen.
Genau! Vielleicht wird es hier dran für dich deutlich. In der Anfangszeit einer Liebe sorgen die Hormone für ein symbiotisches Gefühl. Eine gesunde Symbiose haben wir nur einmal im Leben: Als Baby und Kleinkind mit unseren Eltern. Aufgabe ist es, sich nach und nach daraus zu lösen.
In diesen ersten 3 bis 6 Monaten einer Beziehung haben wir nochmal dieses Gefühl und schwupps ist im Außen das, was damals bei uns schief gelaufen ist. Deine Ex fühlt sich geliebt, du anerkannt. Das Trauma ist aber nicht geheilt. Mit dem Abflachen der Hormonen hören diese Gefühle auf und wenn wir nicht die Verantwortung für diese Narben übernehmen, können sie nicht geheilt werden. Die Lösung deiner Ex ist, sich einfach einen neuen zu nehmen. Schlau nicht? Dann hat sie wieder die Anfangszeit und die guten Hormone. On off hilft auch eine Weile.
War deine Narbe, dein Wunsch nach Anerkennung dann geheilt, dass du es nicht mehr gebraucht hast? Oder warst du abhängig? Abhängig von Zufuhr von ihr, immer wieder anerkannt zu werden? Bei gleichzeitiger Angst, diese Zufuhr zu verlieren? Und jetzt gehst du bei dem Gedanken kaputt, dass ein anderer diese Zufuhr hat, die du dir so wünscht. Möchtest du da nicht draus?
Du kannst es verändern und die Verantwortung für deine Narbe übernehmen. Such einen Weg, dich selbst anzuerkennen. Bestätigung im Außen nicht mehr zu brauchen. Schreib mal auf, was deine guten Eigenschaften sind. Was du schon erreicht hast. Heile für dich, damit du dich nicht sofort von der nächsten abhängig machst.
Zitat von distress: Überlege mal, wer in deiner Familie instabil war."
Was genau würde die Antwort darauf bedeuten?
Weißt du, Menschen, die stabile Eltern hatten, würden so ein hin und her in der Beziehung nicht mitmachen. Wir verlieben uns aber immer bekannt. Da du dich in BL verliebt hast und es auch lange mitgemacht hast, ist Instabilität für dich bekannt. Die Erkenntnis, dass Instabilität Behandlungsbedürftig und nicht normal ist, würde dich von dem Wunsch, wieder mit ihr zusammen sein zu wollen, weg bringen. Dafür musst du aber dich verstehen. Du, der erlaubt, dass komm her, geh weg völlig okay ist und dich eher antreibt, mehr zu leisten.
Zitat von distress: Liebe ist nicht wirklich selbstlos, sondern verlangt vor allem eines: Die Gewissheit, zurückgeliebt zu werden.
Und das meinte ich vor allem mit der Bezeichung "Brauchen". Nämlich, dass sie das Gefühlt hatte, von mir nicht genug geliebt zu werden.
Ich sag das mal voller Sympathie für dich: Das ist irre.
Ich kann lieben ohne zurück geliebt zu werden. Und ob ich mich geliebt fühle, hängt davon ab, wie ich Liebe annehmen kann. Beides ist in mir.
Sie kann deine Liebe nicht annehmen und das hat was mit ihr zu tun und kann nur von ihr gelöst werden.
Konnte sie dir sagen, wodurch sie sich geliebt fühlt? Dein Blick? Deine Umarmung? Ein Kuss?
Zitat von distress: Hier hat mir vieleicht das letzte Quentchen Empathie gefehlt. Ich bin von mir selbst ausgegangen und meinte, das was ich tue, sage, meine, reicht völlig aus. Hat es aber nicht.
Das ist euer Dilemma. Sie wird nie im Außen finden, was ihr im Inneren fehlt und du wirst auch immer scheitern, die Anerkennung im Außen zu finden, die du dringend brauchst. Du musst dafür die Verantwortung übernehmen.