@wiene
Mit geht es da wie @Shibb

Ich bin meinem Forengrund sehr dankbar. Für die negativen Erfahrungen, für die positiven Erfahrungen. . .für die Möglichkeiten bei mir selbst zu "landen". Oh ja, es war bitter, schmerzhaft, höllisch und ich war in tausende Teile zerrissen. Nur habe ich diese Mal diese Teile selbst wieder zusammengesetzt, umgeordnet, anders strukturiert. . .vieles hat mir dieses Forum aufgezeigt. Auch meiner Mutter bin ich für ihren AUsraster dankbar. Denn nach 42 Jahren konte ich mich damit von ihr lösen

Was mir ziemlich weitergeholfen hat und an sich der Startschuss gewesen ist um überhaupt erst einmal einen "Überblick" zu erhalten, war die Tatsache, dass ich mich mit der Frage konfrontiert sah "wer bist Du eigentlich"?
Darauf gekommen bin ich, weil ich mich irgendwann fragte: was willst Du? Und da dachte ich mir. . .Hey, bevor Du Dir das beantworten kannst, solltest Du erst mal wissen, wer Du bist. Lerne Dich kennen Kerstin und lerne Dich einzuschätzen. Der Prozess war anstrengend und ist, meiner Meinung nach, nie abgeschlossen. Weil die Bantwortung der Frage "wer bist Du?" sich daran orientiert wie man sich entwickelt, was man erreicht, welche Erfahrungen gemacht werden.
Ich habe mich zum Beispiel mit "meinem Buch" hingesetzt und habe mich beschäftigt mit:
- Welche Interessen habe ich? Womit verbringe ich meine Zeit, was reizt mich?
- Welche Ziele habe ich?
- Welche Eigenschaften habe ich? Also was bin ich für ein Mensch, was fällt mir ein, wenn ich an mich denke?
- Welche Stärken habe ich? Was gelingt mir gut? Worin bin ich "besser" als andere?
- Welche Schwwächen habe ich? Was kann ich nicht so gut und was fällt mir schwer?
- Welche Werte habe ich? Was treibt mich an? Ohne was könnte ich "nicht leben"?
Schwierig war hierbei für mich, bei mir selbst zu bleiben.
Als Antwort: ich könnte ohne meinen Forengrund nicht leben, weil das ein Wert für mich ist, gelten nicht.
Das hat nichts mit mir selbst zu tun.
Als Hinweis zum "meinem Buch": ich kann jedem nur empfehlen sowas für sich selbst "anzulegen".
Denn. . .im Laufe der Zeit ist mir aufgefallen, dass viele Erkenntnisse über mich einbrachen, ich Dinge auf einmal erkannt habe und ich Schwierigkeiten hatte mich nach einer Zeit daran zu erinnern. Oder. . .ich habe auch schlicht weg was vergessen. Diese bäm-Momente die man hat, können auch einfach nur mal an einem vorbeifliegen und wenige Minuten später ist das Hirn wie leergeblasen. Bumm, der bäm-Moment war futsch.
Und für all diese Dinge habe ich ein Buch. Es ist kein Tagebuch, es ist vielmehr mein Prozess über die Monate hinweg. Dort sind stupser hier aus dem Forum ebenso erhalten, wie Aussagen von Foris´s, die soviel in mir ausgelöst haben, dass ich sie buchstäblich "festhalten" wollte. Zum Beispiel stolperte ich eher durch Zufall in einem anderen Beitrag über die Aussage: "Vergib anderen nicht, weil sie es verdient haben, sondern weil DU Frieden verdient hast". Rumms! Das war für mich eine "Erklärung" die ich brauchte um verzeihen zu können.
Oder. . .zu einer Zeit wo ich einen extremen Durchhänger hatte, weil ich MIR nicht verzeihen konnte (da half das o.a. Zitat irgendwie nicht), kam @Payne um die Ecke mit der Aussage " Warum Du so bist wie Du bist? Weil Du Dich jetzt gerade genauso brauchst!".
Ebenso hat @fe16 mir einmal mit den Zeilen geholfen "mit dem Herzen denken und mit dem Verstand fühlen". Und @Eswirdbesser . . .ach. . .sie war extrem an meiner Seite und hat mich so gut verstanden und immer wieder mit den richtigen Worten "einfangen" können. Da könnte ich jetzt noch etliche Beispiele anderer Foris schreiben. . .
Solche Dinge kommen in mein Buch.
Auch andere Prozesse, wie zum Beispiel die Erkenntnis warum ich wirklich essgestört war.
Und und und und
Somit kann ich nichts vergessen und. . .weiterer Vorteil. . .ich habe alles mit Monatsangaben versehen. Meine Erkenntnisse sind quasi datiert. Warum? Ich sehe so welchen Prozess ich wann durchlaufen habe und was ich alles schon erreicht habe. Und ich kann so sehen welche Bedürfnisse ich wann hatte und wann diese "angepasst" wurden. Das gibt mir in Momenten wo ich mich "klein" fühle Kraft, Mut und Zuversicht. Ich sage immer, das Buch ist mein bester Freund, denn das bin ich

Was auch ins Buch kommt, sind Worte die ich hinterfrage. Kleine Definitionen. Als Beispiel:
Erwartungen: da steckt das Wort warten drinne, auf was warte ich eigentlich? Das mein Bedürfnis erfüllt wird, nur weil ICH das so sehe? Schmarren, dass hat nix mit meinem Gegeüner zu tun, damit stülpe ich ihm nur was über.
Ach. . .ich merke gerade, es wird einmal wieder Zeit mich mit meinem besten Freund auf das Sofa zu lümmeln

Liebe Grüße
Kerstin