@Missy83
Private Belastungsfaktoren .. ja, auch bei mir. Verlunst/Trennung von der (Herkunfts-) Familie im letzten Jahr, beruflich seit Jahren nur Horror, Geldangelegenheiten, die er und ich zusammen angehen wollten usw. Es war viel. Ich habe in den letzten 8 oder 9 Monaten meine drei wichtigsten Menschen verloren. Da kann ich nicht einfach so weitermachen. Da muss ich trauern, da muss ich eine Bestandsaufnahme machen. Da muss ich gucken, wo ich hin will, was ich will, ob ich überhaupt noch etwas will.
Natürlich war er mir auch eine Stütze im letzten Jahr. Er war mein Hafen, er war mein Halt und er war auch Lebens.lexir, aber ich habe immer darauf geachtet, dass er nicht das Gefühl bekommt, der Inhalt meines Lebens zu sein. Wenn ich ein paar seiner letzten Worte an mich so deute, hatte er das wohl doch. Meine Absicht konnte ich also anscheinend nicht umsetzen. Andererseits habe ich weiter meine Freunde getroffen (er hatte in diesem Sinne keine sondern immer nur seine Kollegen und Kolleginnen. Gut, in seinem Job ist das bei vielen so). Wenn sich die Gelegenheit bot, wollte er diese Kennenlernen. Er wollte mich kennenlernen und mein Leben. Er ging mit mir zu Veranstaltungen, auf die er sonst vermutlich im Leben nicht gekommen wäre. Er regte das an, er wollte in "meine Kunsthalle". Er wollte das mit mir erleben. Er ging mit mir zu Vernissagen. Er schaute gern Fußball, aber selbst als die WM war und Deutschland spielte, machte es ihm nichts aus, mit mir zu einer Geburtstagsfeier zu gehen. Ach, ich komme ins Schwärmen. Das wollte ich gar nicht.
Ich habe sehr viel Respekt vor Deiner Arbeit.
@Culor hat es ja schon so schön beschrieben. Was scheren mich Durchhalteparolen und Sprüche dazu, dass der richtige Mann noch nicht da war, wenn es mir jetzt schei. geht? Ich werde übernächsten Monat 48. Was glauben die denn, wo ich einen Partner findet, mit dem es so gut passt, dass es für immer sein könnte, wenn das bis jetzt in den verschiedensten Lebensphasen von verzweifelt bis gelassen noch nicht geklappt hat?! Wieso glauben die denn überhaupt, ich hätte die Energie, mich auf den Markt zu stürzen oder dass ich überhaupt noch mal jemanden haben möchte?
Es ist einfach in diesem Moment total irrelevant, was morgen oder übermorgen oder im nächsten Jahr ist. Ich habe jetzt verloren, was mir das Wichtigste war im Leben. Und wenn das auch offensichtlich nicht mehr auf Gegenseitigkeit beruht, dann ist mein Kummer deshalb doch nicht kleiner.
So eine Art Tagebuch habe ich auch in Arbeit. Ich habe eine Brief-/Mailfreundin, der ich fast täglich schreibe. Dort steht meine Geschichte mit ihm Tag für Tag für Tag. Ich habe alle Mails vom Kennenlernen bis heute gesondert abgelegt. Wo immer ich etwas von uns finde, werde ich es zusammentragen und daraus die Geschichte unserer Liebe machen. OMG, ich habe wirklich gedacht, wir hätten eine Zukunft. Eine sehr weit reichende Zukunft. Denn auch mit dem Ruhestand und wie wir den gestalten wollten, hatten wir uns schon recht konkret beschäftigt.
Ich finde, es steht uns die Zeit zu, die wir brauchen. Denn alles, was wir jetzt nicht bewältigen, wird zu einem späteren Zeitpunkt zurück kommen. Ich bezweifele, dass das besser ist.
Zitat von Missy83:Und ich möchte später in meinen Aufzeichnungen blättern können, vielleicht huscht mir ein Lächeln übers Gesicht und ich empfinde ein wohliges Gefühl, eben weil ich mich gerne an diese Zeiten erinnere.
Das ist das Ziel. Das wäre schön. Eines Tages!