Zitat von Keule: Dämon oder wie man das auch immer nennen will...keine Ahnung. Aber ja, immer wenn es kurz davor ist glücklich zu werden dreht sich etwas in mir.
So was kenne ich auch von mir. Es fühlt sich so an, als rede man sich ein, sich auf etwas vorgefreut zu haben, ohne dazu "berechtigt" zu sein. Also, als ob einem im letzten Moment jemand einflüstert: Du hast dir mit deiner Vorfreude nur was vorgemacht ...
Ich denke mal, die Ursache dafür liegt im inneren Kampf zwischen Realitätssinn und dem Bedürfnis, irgendwelchen Normen zu entsprechen, die man zwar irgendwo für richtig hält, die aber nicht wirklich die eigenen sind.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann warst du drauf und dran, zu ihr zu ziehen, weil
sie es
so wollte und weil du meinst, 'ne Familie und Kinder haben zu müssen.
Von außen betrachtet, mutet das alles völlig richtig an: Man hat Kinder zu wollen, und wenn jemand ein Haus hat und der andere nicht, dann zieht der ohne Haus natürlich bei dem anderen ein. Total richtig, weil logisch und "gesellschaftskonform".
Und weil es so logisch und gesellschaftskonform ist, muss es sich ja auch richtig
anfühlen, oder?
Doch das tut es nicht. Deshalb regt sich im letzten Moment irgendwas, das einem sagt: Nein! Das ist nicht wirklich deins, denn du tust es nicht dir zuliebe, sondern "weil es sich so gehört".
Deshalb frage ich jetzt mal umgekehrt: Wäre deine Freundin bereit gewesen, bei dir einzuziehen? Oder sich mit dir gemeinsam was gemeinsam Neues zu schaffen? Nein? Warum eigentlich nicht?
Und wart ihr miteinander auch ohne Kinder und Trauschein glücklich? Ja? Warum wolltet ihr dann etwas daran ändern?
Ich denke mal, dass es vernünftiger ist, nicht auf "Lebensmodelle" oder "Beziehungsmodelle" zu orientieren, sondern auf das rein menschliche Miteinander. Also, sich selbst und einander genug zu sein. Und auf das, wovon man sich einredet, dass "es so sein müsse", weil "es sich so gehört", zu pfeifen.
Ohne den Druck, bei ihr einzuziehen, den deine Freundin gemacht hat, hätte dein "Dämon" die Klappe gehalten - wetten?
Aber hätte, wäre, könnte - Tatsache ist, ihr seid auseinander.
Und so doof es auch ist: Sei froh, dass du dir dein eigenes Leben bewahrt hast. Denn Zusammenleben ist kein Garant für Glück, und 'rausgeschmissen zu werden und vor dem Nichts zu stehen wäre auch nicht gerade komisch.
So gesehen, ist dein "Dämon" kein "Dämon", sondern vielleicht ganz einfach ein "Wachhund", der dich vor etwas bewahrt hat. Gib ihm ein Leckerli und kraule ihm das Fell.