Lokputzer,
meine Beiträge waren durchgehend sachlich, ich muss nicht von einem unsachlichen Stil "zurückfinden", aber das nur am Rande. Deine Reaktionen waren erstaunlich "emotional".....
Deine Frage nach Argumenten ist legitim, nur solltest Du das bitte ebenso beherzigen.
Denn ausser der unbegründeten These, dass früher alles, was Partnerschaft betrifft, besser war, lese ich da wenig heraus.
Tragfähige Argumente, die die absolute Richtigkeit einer Meinung zwingend beweisen, kann praktisch keine Seite anbringen, denn erstens sind Zeitreisen in die Vergangenheit sehr schwierig und zweitens habe ich für die Zukunft keine Kristallkugel.
Ich betrachte das Hier und Heute und habe dazu eigene Gedanken und Ideen, mehr nicht.
Es findet seit geraumer Zeit ein Wandel statt, das ist unbestritten.
Die aktuellen Schwierigkeiten haben aber weit tiefere Gründe, als alte Rollenverteilungen von Mann und Frau, die heute nicht mehr gelten (können).
Ich widerhole mich da, aber in meinen Augen ist es müßig und nahezu unmöglich, alte Zeiten zu beschwören.
Treue ist ja nur ein einziger Wert, der zu einer funktionierenden Partnerschaft gehört.
Darüber mag man trefflich streiten, ich selbst bevorzuge übrigens auch Exklusivität (man höre und staune) ,aber es ist nur ein frommer Wunsch, dessen Erfüllung ist keine Aufgabe oder gar Pflicht eines Partners. Diese Anforderung mag man gerne stellen (oder halt nicht), ich tue das nicht, denn mit welcher Legitimation? Es ist eine freiwillige "Leistung", es besteht keinerlei Anspruch darauf.
Was nützt mir Treue, wenn mein Partner ansonsten ein Ekelpaket, dumm wie Brot und humorlos wie ein Fisch ist?
Das Anforderungsprofil der Menschen an Menschen muss sich ändern (Ich schenke mir in diesem Beitrag mal das gerne geforderte "meiner Meinung" nach jedem Satz, okay?, dann wird der Text etwas kürzer, aber lang wird er trotzdem...), weil sich das Leben selbst ändert.
So, wie sich auch Anforderungen an die Jobs heute permanent ändern, muss man das ganze Leben permanent anpassen und ändern, denn sonst blockiert man den Fortschritt.
Alles darf sich wandeln, nur Paar-Beziehungen nicht?
Warum nicht?
Weil Menschen Sicherheit mögen, deshalb nicht.
Sicherheit kann es aber niemals geben, es gab sie nie, nicht mal zur guten alten Zeit.
Es gab ein Verharren in Traditionen und Dogmen, ob das die Menschen damals glücklicher machte, wage ich zu bezweifeln.
Sicherheit ist eine Illussion, die das Leben einfacher macht, mehr auch nicht.
Heute ist es noch viel unsicherer geworden, weil die Menschen in die kurze Zeit ihres Lebens MEHR hinein packen wollen, als Brot und ein Dach über dem Kopf.
Selbstverwirklichung darf doch kein Schimpfwort sein?
Es ist doch kein Synonym für knallharten Egoismus?
Selbstverwirklichung bedeutet nicht, durch alle Betten zu turnen, sondern es bedeutet, Antworten auf den Sinn des Lebens finden zu wollen.
Möglich, dass das einige Menschen das völlig falsch verstehen, in einer Zeit des Umbruchs mag man viele falsche Wege gehen, und? Wer sind denn wir, das zu be-und verurteilen?
Angeblich sind die Frauen unserer Zeit erbarmungslos.
Geld, Status, Sicherheit, Optik, Potenz, das wird offenbar abgeklopft und für zielführend erachtet-oder halt nicht.
Ich bin keine harte Feministin, aber gilt das Ganze nicht in beide Richtungen?
Schön, anschmiegsam, verständnisvoll und repräsentativ, klug und selbstständig, sind ebenfalls harte Kriterien an die Damen.
Da tun sich beide Geschlechter nicht das Geringste.
Gekrönt vom Versprechen, dass trotz des drohenden (und zwingenden) Wandels der geforderten Dinge, die ewige Treue unumstößlich sein wird. Sind das alte Werte? Oder universelle fromme Wünsche?
Die Anforderungen haben sich nie geändert, damals wie heute.
Was willst Du also ändern, die Anforderungen oder die Umstände?
Und wenn Du die Anforderungen ändern willst (denn die Umstände ändert niemand): mit welchem Recht tust Du das?