Zitat von Selbstliebe:
Aber was es für mich besonders schwer machen würde ist etwas anderes.....sofern es zu einem erneuten Seitensprung kommen würde, wäre dann ganz sicher mein erster Gedanke: "das habe ich immer gewusst." Und als zweiter Gedanke: "die Ehrenrunde war nicht nur reine Zeitverschwendung, sondern ich habe mir selber die Möglichkeit genommen, mit einem anderen Partner glücklich zu werden....".
Genau da liegt der Hund der unterschiedlichen Meinungen begraben.
Erstens kann man doch nur in einer Partnerschaft glücklich werden, wenn man auch mit sich alleine glücklich ist.
Zweitens nimmt man alle Erfahrungen, die man im Leben gemacht hat immer mit.
Wenn ich damals nun mich aufgrund der Affäre meines Mannes mich getrennt hätte, dann wäre möglicherweise die "Heilung" ohne den "Täter" im Hintergrund schneller erfolgt, aber die Narbe dieser Erfahrung bleibt mir. In jede andere Beziehung hätte ich die doch mitgenommen.
Der Verlust des Urvertrauens beschränkt sich nicht auf den "auslösenden" Partner. Dieser Verlust ist äußerst nachhaltig und wirkt solange fort, bis man erkannt hat, dass das wirkliche Urvertrauen darin liegt, sich selber zu vertrauen und in sich selbst zu ruhen.
Ist man einmal soweit bei sich angekommen, dann bedarf es für das "Urvertrauen" keines Partners mehr und man lernt, dass alles Vertrauen in andere Personen sich im Verhältnis zu dem eigenen Selbstvertrauen irgendwann relativiert.
Von daher wäre es für mich Lebenszeitverschwendung, wenn ich meinen Mann verlassen hätte, mir einen neuen Mann gesucht hätte und dann mit diesem beziehungstechnisch wieder von vorne angefangen hätte, nur um dann in ein paar Jahren wieder von vorne anzufangen, weil ich an mir selber bzw. meiner Einstellung nichts geändert habe.
Da ist es mir schon lieber, wenn zwei Partner nach einer Affäre gemeinsam die Angelegenheit verarbeiten und auch gemeinsam die gelebten Erfahrungen in die zukünftige gemeinsame Beziehung einbringen.
Voraussetzung ist allerdings, es besteht auch der beiderseitige Wille dazu.