Zitat von Dummda:Es heißt immer wieder, dass nach einer Affäre die Beziehung nicht mehr so ist, wie zuvor. Es hört sich immer so an, als würde man da mit dem Bösen schwarzen Mann drohen. Huhu, ganz schlimm, es ändert sich was.
Nun, jedes signifikante Ereignis verändert eine Beziehung nachhaltig. Dazu gehört auch z.B. Die Geburt eines Kindes, Krankheiten oder ein Umzug. Es liegt in der Natur der Dinge, dass im Laufe der Jahre Dinge passieren, die eine Beziehung nachhaltig verändern. das ist zunächst nichts schlechtes. Es kommt auf den Umgang damit an. Ein Kind zu bekommen ist was gutes, aber wie oft schadet es Paaren? Gutes bewirkt nicht automatisch Gutes und umgedreht gilt das genauso.
Eine signifikante Veränderung führt auch nicht zu einer neuen Beziehung, sondern nur zu einer Veränderung, nicht mehr, nicht weniger.
ist es nun so schlimm, dass "Nichts" mehr so ist wie früher? ich hoffe doch sehr, dass sich unsere Beziehung und auch wir selber uns geändert haben. Mein Mann und ich, auch unsere Beziehung haben sich sehr geändert. Aber ich finde, es sind gute Veränderungen. daher begrüße ich dieses "es ist nichts mehr wie vorher".
Ich kann das nur bestätigen.
Mein Mann und ich hatten erst am Freitag eine lange Diskussion über das, was wir vor dem großen Knall, der zu einer zeitweisen Trennung (mit darauf folgender Affäre, die ich mit meiner ersten großen Jugendliebe hatte) zusammen verbockt hatten. Es ist schlimm, das es alles so gekommen ist, aber es wäre weitaus schlimmer gewesen, wenn wir in unserer damaligen Ehesituation verharrt hätten. Wir haben nämlich nur noch funktioniert, beide Karrieren liefen super, beide Töchter auf Privatschulen: also bis 17 Uhr bestens versorgt und ohne HA, um die wir uns kümmern mussten, Putzfrau etc...; trotzdem waren wir abends so platt, dass wir keine Zeit und Lust mehr füreinander/aufeinander hatten. Sogar im Urlaub gab es noch Telkos, an denen mein Mann teilnahm und Mails wurden auch am Strand abgearbeitet. Dafür null S.. Das haben wir nicht mal mehr gemerkt. Irgendwie wie scheintot.
Die Trennung/Affäre hat mich die Dinge neu bewerten lassen und wir haben danach gemerkt, dass wir oberflächig betracht, super funktioniert haben; nur leider nicht mehr als Paar. Paradoxerweise haben mir die Dinge, die ich an meinem Mann zum Schluss gehasst habe, bei meiner Affäre komplett gefehlt und das fand ich schlimm. Mein Mann war also gar nicht so *falsch*, wie ich immer dachte, sondern einfach nur nicht in der Lage, dieses *ach wir sind ja so toll und schaffen alles so super*, in das wir uns gegenseitig reinmanövriert hatten, los zu lassen und auch mal zu anderen Leuten (besonders im beruflichen Kontext) *nein* zu sagen.
Jetzt klappt das ganz gut, wovon natürlich unsere Ehe, aber auch unsere Kinder profitieren. Mich hat es weder Job noch Karriere gekostet, auch mal pünktlich nach Hause zu fahren: wer hätte das gedacht. Und: wir haben jetzt wieder viel mehr Lebensfreude.