highlow
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Ich lese hier schon eine Weile mit und wollte mich selbst eigentlich nicht äussern, da ich unsere Trennung nicht aufgrund einer Affäre stattgefunden hat. Trotzdem finde ich mich in vielen von Euren Aussagen wieder, erkenne meine Ängste oder auch meine Baustellen.
Hier ganz kurz meine Geschichte, damit ihr ein Bild habt, von was ich rede.
Vor zwei Jahren ist mein Partner ausgezogen. Gründe gab es zu diesem Zeitpunkt viele. Meinerseits kann ich sagen, dass ich wohl in einer Art Erschöpfungsdepression gelandet war und mir von nichts und niemandem helfen lassen wollte.
Funktioniert habe ich schon noch, aber auch nicht mehr. Mein Partner hatte so seine eigenen Baustellen und mit der Zeit haben wir uns gegenseitig mehr belastet, als geholfen. Er hat sich erhofft, dass wir durch den Auszug jeder wieder zu sich finden könnte und dann vielleicht wieder ein gemeinsamer Weg möglich wäre. Ich war ziemlich enttäuscht, hatte ich mich doch aus meiner Sicht für ihn und die Familie aufgeopfert und nun da es mir nicht gut ging, verliess er mich auch noch. Trotzdem haben wir versucht, unsere Beziehung wieder zu kitten. Leider war ich nicht so konsequent, wie ihr das beschreibt. Ich konnte meinen Weg nicht wirklich finden, habe eher darauf gewartet, dass er nun wieder nach Hause kommt. Welch Wunder, das tat er natürlich nicht. Nach einem Jahr warten, konnte ich nicht mehr. Ich beendete die Beziehung oder was immer es zu diesem Zeitpunkt noch war. Er war enttäuscht über meine Reaktion, meinte nun werfe ich alles weg, aber ich konnte nicht mehr. Es gelang mir nicht aus der Warteschlaufe/Opferrolle zu kommen und etwas für mich zu tun. Einige Monate später kam für mich dann der Supergau. Er hatte sich verliebt und war in einer Beziehung. Das hat mir den Boden unter den Füssen weggezogen und endlich den Kick gegeben, wirklich MEINEN Weg zu suchen. Ich habe angefangen aufzuräumen und hinzuschauen, was den für Steine vor mir liegen. Damit bin ich noch lange nicht fertig, aber ich habe das Gefühl, ich bin wieder geerdet. Mein Partner hat dann relativ rasch gemerkt, dass er nichts anderes möchte und so sind wir uns seit einem halben Jahr wieder am annähern.
Für mich war das ja nicht ein hintergehen, aber es hat auch Spuren hinterlassen. Es geht mir da wie den meisten von Euch, natürlich hätte ich das nicht erleben wollen, aber ohne das Erlebnis würde ich wohl immer noch in meiner Opferrolle verharren und das Leben einfach nur ungerecht finden.
Was ich in unserer Situation so schwierig finde, und ich habe das beim einen oder anderen von Euch auch schon gelesen. Wie gehe ich offen in die Zukunft mit ihm? Wisst ihr was ich meine? Wenn man sich verliebt und eine Beziehung neu aufbaut, ist man voller Zuversicht, verschwendet keinen Gedanken daran, was wenn es nicht funktioniert. Diese uneingeschränkte Zuversicht fehlt mir noch? Wie geht ihr damit um? Braucht es für Euch diese gar nicht mehr? Wenn ja, wie schafft ihr es, die Beziehung von Tag zu Tag zu nehmen?
Was mich auch beschäftigt, bei mir gibt es immer wieder Momente, in denen ich eine Wut auf ihn bekomme. Wie schafft ihr es mit Ungerechtigkeiten, seien sie nun objektiv oder auch nur in Eurer Empfindung vorhanden, umzugehen?
Ich wünsche Euch einen guten Abend und einen erfolgreichen Start in die neue Woche.