Zitat von Ich_hab_Ruecken: Die Asymmetrie wird doch bleiben: Ich bin damals fremdgegangen, aber habe mit der Frau überhaupt nicht über meine Beweggründe oder gar Probleme in meiner Ehe gesprochen, meine Frau ist nicht fremdgegangen, hat mich aber vor Dritten bis auf die Unterhose ausgezogen. Du merkst vielleicht, wie wenig man das vergleichen kann und das eine Fehlverhalten ist keine Rechtfertigung für das andere. Schließlich scheinen sich nicht wenige in solchen Foren zu Moralaposteln zu erheben und lassen ihre eigenen Abgründe sehr gerne dabei weg. Das werde ich nicht tun. Als ge-outeter Fremdgeher bin ich selbst ja schon der Abgrund und vollkommen entwaffnet.
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Also nach komplett abgeschlossen hört sich das für mich nicht unbedingt an. Eher nach einer neuen Phase. Im Idealfall entwickeln wir uns ja alle weiter und mit jedem neuen Entwicklungsschritt bewerten wir Dinge unserer Vergangenheit neu, das eigene Verhalten als auch das der anderen.
Ich kann gut nachvollziehen, was Du mit Asymmetrie meinst, denke aber auch, daß dieser Ausdruck versucht gleichwertige Beziehung zwischen zwei Dingen herzustellen, die einfach nicht gleichwertig sind, weil das eine Folge des anderen war.
Du hast entschieden fremdzugehen, Du hast entschieden zu beichten. Beides waren deine Entscheidungen, ohne daß Deine Frau an der Stelle etwas unmittelbar zu diesen dazu tun konnte.
(Daß das Fremdgehen vermutlich eine Reaktion auf Konflikte Eurer (!) Partnerschaft war, ist wahrscheinlich, aber unmittelbar hatte Deine Frau keinen Einfluß auf die von Dir getroffenen Entscheidungen).
Das Verhalten Deiner Frau wiederum ist Anlassbezogen und unmittelbar von Dir beeinflusst. Ohne Dein Fremdgehen hätte sie dieses hier nicht zum Thema machen müssen. Ohne Dein fremdgehen hätte sie keine Unterstützung durch zB anderer Forenmitglieder gebraucht.
Sicher gilt das nicht grenzenlos, eine betrogene Ehefrau die sich auf einem Rachefeldzug befindet, den Ehemann zB auch im beruflichen Umfeld auf extrem überzogene Art sucht bloßzustellen, handelt exzessiv.
Aber eine Ehefrau, die aus ihrer Opfer-Isolation und Ohnmacht ausbricht und im Zuge dessen eben auch Details über sich Preis gibt, schädigt in meinen Augen Dich nicht, sondern sie erzählt über sich, versucht für sich, Wege zu finden, mit dem Passierten umzugehen.
Als Du mit der anderen geschlafen hast, hast Du dieser ja auch "mitgeteilt", daß Deine Ehefrau nunmehr eine Betrogene ist.
Für mich stellt es sich also nicht als Asymmetrie dar, sondern als Folge Deines Betrugs.
Die Frage für mich wäre daher, was ist es genau, dass Dich so stört?