Zitat von Gartenfee17:Finde deinen Beitrag richtig, aber an diesem Punkt gehe ich nicht mit. Ich hatte mal eine sehr empathische Hausärztin, hat leider frühzeitig die Praxis aufgegeben, und auch während der Krankheitsjahre des NM habe ich einige sehr einfuehlsame Aerzte kennengelernt. Andere waren wie die Axt im Walde, sollte professionelle Distanz darstellen.
Ich selbst habe mit dem NM unglaublich mitgelitten, obwohl selbst nie am Herzen oder Hirn operiert. Vielleicht mehr als er, weil er an die schlimmsten Erlebnisse keine Erinnerung mehr hat (abgespalten). Aber auch weniger Dramatisches kann ein Mensch ohne praktische Erfahrung mitfühlen. Ich muss mir kein Bein brechen, um den Schmerz nachempfinden zu können. Auch im Seelischen reicht die Frage "Wie würde es mir damit gehen?", um sich in andere hineinzuversetzen. Meine Oma nannte das Herzensbildung. Wer sich in einen nahestehenden Menschen wie einen LP nicht mehr versetzt, will das nicht - Egotrip.
@Gartenfee17
die Distanz waren zu MÜSSEN, ist Ärzten eine Art Pflicht - sonst können sie ihren Beruf nicht ausüben. Das weiß ich aus Gesprächen mit Ärzten, die mich viele Jahre schon betreuen. Diese
Ärzt/innen kümmern und bemühen sich rührend um mich - unter allen Aspekten der Wahrung der
Distanz mir als Patient gegenüber.
Was du beschreibst im Umgang mit nahestehenden Menschen - das "Kleingedruckte", was nur der
Betroffene empfinden kann, KANN ein nahestehender Mensch einfach nicht nachempfinden. Die Gedankengänge sind vollkommen andere. Und "Empathie" - kein/e Ärzt/in kann sich in einen Patient "hineinversetzen" - um den Begriff "Empathie" mal ein bisschen zu entschärfen.
Mit diesen Themen beschäftige ich mich seit 2 Jahrzehnten, war auch viele Jahre Teil meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Daher weiß ich ja, dass z. B. Angehörige ab und an MEHR "mitmachen", als die Betroffenen selbst.
Den von dir erwähnten Beinbruch - auch den kann niemand nachempfinden...bestenfalls mitfühlen, was mit einem Beinbruch einhergehen KÖNNTE.
"Männer-Grippe" - Männer LEIDEN exorbitant!? Ist das wirklich so oder nur "vorgespielt"? Frauen stecken das locker weg, wenn sie eine Grippe erwischt? Mitfühlen...oder nachempfinden?
Nachempfinden geht nicht...und das extreme Beispiel bei einer Krebserkrankung erläuterte ein Prof. einer großen onkologischen Klinik, der Tausende onkologische Diagnosen gestellt hat. Als er selbst betroffen war, haute es ihm die Beine weg - nach über 40 Jahren Arbeit mit onkologischen Patienten.
Was die "Betroffenheit" in Sachen Affäre betrifft - das habe ich bereits beschrieben. Als ehem. AM weiß ich, was "Sache" ist....kann aber nicht mitreden, wenn sich Betrogene zu ihrer Gefühlen äußern und auch nicht, wie Betrüger/innen ticken, dass sie betrügen und belügen (wollen/müssen).
"Mythos Empathie"...."in jemand einfühlen können"! Es gibt Bereiche, wo das möglich ist.
Es gibt Bereiche, bei denen es NICHT möglich ist.
Beispiel - wer vor Operationen steht, hat ein besonderes "Empfinden" im Umgang damit.
Da kann niemand einfühlen, der noch nie vor einer OP stand.
"Mitgefühl"...."mit jemandem mitfühlen"! Das trifft es eher. Da die Bereiche anders dimensioniert
und trifft eher das, worum es letztlich geht. Aber selbst Ärzt/innen ist das "Mitgefühl" schon eine
Stufe zu viel - auch wenn diese den Anschein erwecken, mitzufühlen. Sie tun ALLES, um auf den
Patient einzugehen, diesen zu beruhigen - professionell, auch wenn sie menschlich "wirken".
Ich hatte viele Ärtz/innen, die genau SO auf mich wirkten, ebenso viele Therapeut/innen, die so
auf mich wirkten.
Dass du mit deinem NM in dessen schwieriger Phase "mitgegangen" bist - Mitgefühl. Das finde ich
GUT. Das gab ihm eine relative Sicherheit....und dir auch.
Ich kenne z. B. kein Mitleid - ich will und werde nie mehr "mit leiden". "Mit zu leiden" hilft niemanden!
Was ich habe - "Mitgefühl" (ich fühle mit)....und damit können große Klippen überwunden werden, um mit den jeweiligen Umständen "irgendwie" zurecht zu kommen.
Das alles sind "nur" Worte - aber mit immenser Bedeutung. Das Buch "Secret" von Rhonda Byrne wurde mit nahegelegt, als es mir selbst am dreckigsten ging.