Zitat von Einsam1234:Ich sitze hier, immer noch allein und Frage mich: Wo zur Hölle bleibt mein happy end?
Ich will ihn auf keinen Fall wieder, darum geht es mir nicht. Aber wenn einer eine neue glückliche Beziehung verdient, dann ja wohl ich?! Stattdessen treffe ich nur Vollidioten und habe eine Enttäuschung nach der anderen, so dass ich mittlerweile auch mit dem Daten aufgehört habe.
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe einen Job, den ich liebe. Bin sonst glücklich und habe viele Hobbies, gehe jedes Jahr alleine auf Reisen und genieße es. Ich sitze nicht zu Hause und warte auf einen Mann. Es heißt ja immer, man muss sich erst selbst lieben und das Alleinsein genießen. Tue ich. Aber es geht mir ums Prinzip. War es das? Kommt im Leben noch was, oder muss ich immer zusehen, wie andere glücklich werden und ich in meinen eigenen 4 Wänden sitze und "mir selber das Leben schön mache"?
Ich hoffe, der Text klingt nicht zu böse, aber ich bin sauer! Sauer auf das Leben!
Wo zur Hölle bleibt das eigene Happy End? Ein hübsche Frage, die mich zum Schmunzeln gebracht hat.
Das Ding ist, frustriert sind wir alle mal, dabei spielt es, entgegen dem, was wir uns einreden, keine Rolle, ob gebunden oder single, besonders hübsch oder eher durchschnittlich, pummelig oder untergewichtig. Und wenn wir frustriert sind, dann ist es eben auch leichter zu glauben, daß wenn man nur ein bißchen dünner oder dicker, hübscher, schlauer wäre, eine anderen Job hätte oder eben einen Mann, das man weniger frustriert wäre.
Das Problem ist nur, das hört ja nicht auf. Kaum ist man in einer Beziehung, muß an der gearbeitet werden, folgen eben auch Mißverständnisse oder er ruft nie an oder zuviel...
Wenn man single ist, dann denkt man, es wäre schön, wenn dort jemand wäre, der auf einen wartet, wenn man nach Hause kommt und verliert leicht aus dem Blick, daß man zu oft diejenige war, die warten mußte. Man verliert aus dem Blick, daß es neben vielen schönen Abende auch viele gab, an denen man sich vielleicht nur anschwieg oder so gar stritt.
Diese ganze Happy-End-Nummer empfinde ich als echt seltsam, weil es suggeriert, daß das Finden eines Partners, ein Ende darstellt, aber dabei ja völlig außer Acht gelassen wird, daß dies noch lange nicht dazu führt, daß man ad1 nie wieder verlassen wird und ad2 auch völlig ungeklärt bleibt, ab welcher Beziehungsart und -dauer, man vom eigenen Happy-End gegenüber dem Ex sprechen könnte.
Und gerade um letzteres scheint es ja auch ein bißchen zu gehen, oder?
Wieso bitte haben die dümmsten Bauern, die dicksten Kartoffeln? Es ist ja nicht gerecht, daß der, der gemein war, auch noch Belohnung in Form von neuem Glück findet und man selbst im Schmerz zurückbleibt. Ich glaube, daß viele von uns eine sehr zweifelhafte Vorstellung von Gerechtigkeit mit uns herumtragen, so als sei Gerechtigkeit irgendwie ein Bonusheftchen, bei dem wir nur genügend Punkte sammeln müssten und dann nach Gutdünken an die Kassa gehen und sagen und einmal Gerechtigkeit einlösen bitte.
Und an der Stelle kommt dann irgendwer um die Ecke und sagt, naja im Leben gibt es halt keine Gerechtigkeit.
Wenn man Gerechtigkeit als Punktesammeln versteht, mit Einlösen der Sachprämie bei Erreichen der Anzahl, dann tja dann gibt es keine Gerechtigkeit. Das Leben ist schon ein bissl komplexer, als der DM ihres Vertrauens.
Aber wenn man aufhört, das Leben mit Gerechtigkeit-Kinderaugen zu betrachten, aufhört zu erwarten, das Leben würde einem alttestamentarische Gerechtigkeit Auge um Auge servieren, dann kann man schon auch sehen, daß die meisten Menschen früher oder später die Erfahrung machen, daß, was sie ins Leben und Universum hineingeben, eben auch empfangen. Wer sich bemüht Liebe zu geben, wird diese auch wieder empfangen.
Das Problem ist aber, daß heißt noch immer nicht, daß Dir der Mann Deiner Träume mit Mascherl und Eilpost demnächst zugestellt wird, aber vielleicht ein oder zwei Menschen, in Dein Leben treten, die dir das Gefühl von mehr Geborgenheit geben können.
Vielleicht begegnest Du dem Mann Deiner Träume, vielleicht hält das Leben keine weitere Partnerschaft für Dich bereit.
In der Zwischenzeit könntest Du Dir folgende Fragen stellen:
Meinst Du nicht, daß Du halt einfach eben frustriert warst und dafür Ventil gesucht hast und Du selbst, wenn Du wieder in einer Beziehung wärst, durchaus auch Frustration spüren würdest und eben auch wieder denken würdest, wenn das aber anders wäre, wäre ich weniger frustriert?
Was es ist, im Zweifel welche Angst, die Dich dazu verführt, Dich mit jemandem zu vergleichen, der erwiesenermaßen nichts mehr in Deinem Leben zu suchen hätte. Wieso ist der Ex für Dich Maßstab?
Und wa s ist der Plan B? Mal angenommen, das Leben hält keinen weiteren Partner für Dich bereit (was jetzt nicht so wahnsinnig wahrscheinlich ist), aber was machst Du dann?
Denn eins ist auch klar, Du wirst immer dabei zusehen müssen, daß andere ein mehr oder weniger glückliches Leben führen und Du wirst immer dafür verantwortlich sein, Dir das Leben selbst schön zu machen, in jedem Fall.
mit oder ohne Partner ist das sowohl Dein Recht als eben auch Deine Verantwortung.