Zitat von Sevi:Liebe unter Erwachsenen Menschen ist nie bedingungslos.
Das ist eine Mär, die gern erzählt wird, um alles zu erdulden und den Mund zu halten.
Liebe ist aber nicht nur aushalten, Liebe ist auch Respekt, Wertschätzung, gegenseitig füreinander da sein, sich zu beschützen, den anderen wahrzunehmen mit seinen Bedürfnissen und Gefühlen usw.
Es ist ein geben und nehmen, natürlich.
In einer Partnerschaft gibt es immer Bedingungen, z.B nicht fremdzugehen, den anderen nicht zu schlagen, keinen zu ermorden ect.
Eine Monogame Partnerschaft ansich ist ja schon eine Bedingung.
Bedingungslos zu Lieben würde bedeutet, egal was der andere tut, ob er jemanden umbringt, ob er mich schlägt, oder sonst was, würde nichts an meiner Liebe zu ihm ändern.
Höchst ungesund sowas.
Bedingungslose Liebe findet man allenfalls bei Eltern zu ihrem Kind.
Es ist furchtbar was seine Freundin durch machen muss, aber auch ER leidet.
Und auch ER verliert sein Kind.
Auch wenn es nicht in seinem Bauch ist.
Schade dass da von Männern nur gefordert wird, statt zu sehen dass sie auch Gefühle haben.
Dass sie auch Beistand brauchen und eben auch mit ihren Kräften am Ende sind.
Der TE ist es zumindest.
Nur zu fordern, er solle da sein, finde ich hart.
Wie soll er denn? Wer ist denn für ihn da?
Wer nimmt ihn wahr mit seinem Schmerz?
Mit seinen Sorgen?
Wie kann man stark für jemand anderen sein, wenn man selbst zusammenzubrechen droht?
Das ist fast unmöglich
Ich gebe Dir, gerade was diese Situation anbelangt, nur bedingt Recht.
Es ist das dritte Kind, welches die Frau verliert. Zu erwarten dass sie in dieser Zeit noch den Blick für jemand anderes hat, ist viel zu viel erwartet.
Mein Ex und ich gingen, zum Glück bloß einmal, auch durch diese Hölle, wobei unser Stern sich entschied uns freiwillig zu verlassen. Ich kann bloß sagen, dass ich tausende Tode gestorben wäre, hätte ich die Entscheidung gegen das Kind treffen müssen.
Und der TE traf nicht diese Horrorentscheidung, das tat seine Partnerin. Der TE fährt nicht in den OP, das tut seine Partnerin und sie wacht auf mit der Gewissheit, sie ist "leer" wenn sie wieder aufwacht.
Ich vermute ihr war bewusst, dass das passieren könnte und hat vergeblich auf ein Wunder gehofft.
Da darf er zurücktreten mit seinen Gefühlen, auch ein bisschen weniger erwarten von ihr. Ein breites Kreuz haben für ihre Launen, die wohl neben schweren Depressionen auch absolute Verzweiflung sind.
Was dann kommt, ist unwichtig.
Beide leiden unter dem schweren Verlust und es tut mir wirklich für beide aufrichtig leid!
Dennoch sollte das Augenmerk darauf liegen dass die Frau das Prozedere überlebt und nicht darauf, wieviel er unnötigerweise investieren könnte