Zitat von Ungeliebt:Wie alt ist deine Frau genau und wie lange bestand der Wunsch genau? Kann es sein, dass sie der unerfüllte Kinderwunsch so aus der Bahn geworfen hat?
Sie ist 30 und wollte eigentlich bis 30 auch ein Kind haben. Deswegen auch die fördernden Mittel. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich anfangs eher zögerlich war in der Kindersache durch fehlende berufliche Perspektive und folglich Unsicherheit. Ich hab mich aber durch viele Gespräche mit Kollegen und Freunden (alle Familienmenschen) nun frei von jeglichen Ängsten und Befürchtungen frohen Mutes auf den Weg zum Kind begeben. Ich hab mich echt schon drauf gefreut.
Ob es sie aus der Bahn geworfen hat? Hmm. Möglicherweise. Aber nun hat sie ja nicht wirklich bessere Karten. Neuer (relativ unbekannter) Mann. Ob da jetzt auf Teufel komm raus ein Kind so schön wäre. Zu mir sagte sie mal, dass sie sich richtig gut vorstellen könnte, was für ein toller Vater ich für unser Kind wäre.
Zitat von Ungeliebt:Und vom S. abgesehen? Im Alltag? Eine Beziehung besteht ja aus Geben und Nehmen. Und das klingt so, als würdest du dich eher unterordnen:
Ich meinte damit auch eher die Alltagssituationen. Fallen lassen in der Beziehung selber. Die Ruhe finden. Momente genießen, sich auf Sachen freuen, sich mit einem freuen, Spaß haben. Solche Dinge.
Ich muss auch ehrlich sagen. Wenn ich merke, sie ist glücklich, sie kann sich hingeben und ist zufrieden, dann ist das für mich das absolut größte und ich bin in solchen Momenten glücklich und zufrieden. Mehr bräuchte sie nicht zu geben. Das ist das höchste für mich.
Zitat von Ungeliebt:Kann es sein, dass du der Älteste unter deinen Geschwistern bist und immer für alle da warst? Auch oft als Elternersatz?
Ja ich bin der ältere von uns zweien (Schwester) aber immer für sie da und Elternersatz? Hmm, eher nein.
Zitat von Ungeliebt:Kann es sein, dass irgendwas hochkam als ihr diese Listen erstellt habt? Gab es da Streitpunkte?
Vielleicht war ihr die Kontraliste zu lang. Oder der Kinderwunsch machte ihr zu schaffen. Vielleicht hatten die "Mittelchen" zu viele Nebenwirkungen? Denkst du nicht, dass ihr durch euer Gespräch etwas bewusst wurde? Etwas, was sie anfangs verdrängt haben könnte? Nur so eine Idee..
Vielleicht findest du hier eine Antwort auf deine Fragen.
Nee die Liste war im Grunde mega positiv auf alles kommende. Da gab es nichts was Zähneknirschen in der Hinsicht hätte auslösen können. Ich weiß nicht was mit ihr los war. Es war vielmehr eine Unsicherheit per se, die ihr Bauchschmerzen bereitete. Ich hab mich echt bemüht aber sie sagte auch dass ich nichts machen kann, die Bauchschmerzen vor allem morgens kamen vom Kopf. Und das waren eklige zwei Tage für mich. Ich wollte es so sehr, sie wollte es eigentlich auch aber dann sehen zu müssen wie sie "leidet" ist schon schlimm. Aber sie wusste dass es ein Prozess sein wird, ich wusste es auch. Ich hatte damit gerechnet dass sie beißt. Tat sie nicht. Sie schmiss dann einfach hin. Als ob es ne Erlösung für sie war.
Ich hab aber von ihrer Freundin anschließend noch gehört, dass es ihr Tage danach mies ging, sie auch noch weinte beim Erzählen usw. Aber von der Grundverfassung war das Gehen schon eher "erlösend" (weiß nicht ob es das richtige Wort ist weil es so klingt als wäre es eine megamiese schlimme Beziehung gewesen).
Zitat von Ungeliebt:Ja, im Moment bist du hochmotiviert. So eine Trennung kann auch anspornen, wenn man noch Hoffnung hat. Nur wie lange würde dein "Neues, altes Ich" existieren? Meist fällt man nach einer Weile wieder in die alten Verhaltensmuster.
Und du hast anfangs geschrieben, dass sie dich runterzieht o.ä. und du im Moment "aufblühst" (ich hab den genauen Wortlaut nicht im Kopf)
So ganz passt das in meinen Augen nicht zusammen. Du schreibst, sie macht dich (im Bett) glücklich. In diesen Momenten seist du glücklich. Aber was ist mit der restlichen Zeit? Und auf der anderen Seite gibst ausschließlich du und es macht dich nicht glücklich (zieht dich runter).Andere Männer hätten es mit ihr nicht "ausgehalten" etc. Wie hälst du es dann aus?
Nicht falsch verstehen - ich finde das klasse von dir. Aber nicht zu diesem Preis!
Ich bin in solchen Punkten nunmal so. Ich kann tolerieren, viel runterschlucken und bestimmtes auch einfach ignorieren neben der Kompromissbereitschaft. Beides ist für mein Verständnis gut und wichtig für eine Beziehung. Wenn sie zum Beispiel mal wieder eines ihrer Wehwehchen hatte und getröstet werden wollte, dann hab ich nicht - wie vermutlich einige ihrer Vorpartner - mit den Augen gerollt weil es einfach zu viel war oder weil sie auch mal hätte auf die Zähne beißen können sondern ich hab mich dann eben genau dem wieder und wieder hingegeben, hab zurückgesteckt aber nie aus Zwang, immer aus Freude. Ich weiß nicht, vielleicht haben ihr genau diese Kanten und Ecken gefehlt, dieses auch mal Zurückgewiesen werden, mal ne Ansage bekommen usw.
Zitat von Ungeliebt:Du hast es selbst geschrieben: wenn man etwas nicht haben kann, will man es umso mehr. Kann es nicht sein, dass du die Beziehung gerade idealisierst?
Mit Sicherheit idealisiere ich auch. Das ist ja vollkommen normal. Inwieweit ich das ganze schon nüchtern genug betrachten kann, weiß ich nicht genau. Ich kenn mich. Ich romantisiere in solchen Fällen eigentlich nicht zu viel hoch und weil ich ja weiß oder zumindest glaube zu wissen, was ihr genau gefehlt hat und ich durch den Schuss vor den Bug "wach" geworden bin und wieder zu dem gefunden habe, der ich eigentlich bin bzw. auch sein will. Ich glaube, dass es tatsächlich genau die Beziehung sein kann, die sie sein sollte. Und dafür braucht es keine krassen Bemühungen von mir wo ich Gefahr laufen könnte, wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen.
Zitat von Ungeliebt:Wenn du dann sicher bist was für dich das Richtige ist, kannst du entscheiden: kämpfen oder loslassen.
Tja, mein Herz kann nicht loslassen. Und deswegen sagt mir mein Kopf (noch) ich solle kämpfen. Aber ich bin in einer Situation, wo ich hilf- und machtlos bin. Wie soll so ein Kampf denn aussehen, wenn ich nicht weiß wie sie denkt? Sollte sie glücklich sein, sollte sie längst mit mir abgeschlossen haben, nicht mehr an mich denken usw., ist das doch ein Kampf gegen Windmühlen.
Deswegen versuche ich ja rauszufinden, wie sie tickt, was ihre "komischen" Fragen wie "Darf ich fragen wo du bist?" zu bedeuten haben ohne mich an jeden Strohhalm klammern zu wollen. Gefühlt ist die Sache von ihrer Seite aus durch. Aber irgendwie bleibt mir da ein ganz ganz fader Beigeschmack.