Zitat von dc4321:Meine Eltern ... glauben auch, dass sie nicht unbedingt die richtige für mich ist, weil sie vermutlich mal einen deutlich niedriger angesiedelten Job haben wird als ich usw.
Ein akademischer Titel befähigt seinen Träger noch lange nicht, sich seine Haare zu schneiden, sein Brot zu backen, seine Schuhe zu besohlen, seine Hosen zu änderungsschneidern, seine Stube zu tapezieren, ...
Ich war in erster Ehe mit einem Arzt verheiratet, der in praktischen Dingen genau so 'n Blindfisch war wie ich. Aber er glaubte, kraft seines "Dipl.-Med" den großen Weltgeist tuckern zu hören und sich für mich schämen zu dürfen, weil ich nur mittlere Reife und eine Berufsausbildung zur Stenotypistin hatte. Auch nach Meinung seiner - ebenfalls nicht-akademischen! - Mutter hatte ich gefälligst zu parieren, schwanger zu werden, meine Berufstätigkeit aufzugeben und mich glücklich zu schätzen, die Frau eines Arztes zu sein.
Kurz nach der "Wende" verlor mein Mann seine Anstellung und bekam aus irgendwelchen Gründen angeblich kein Arbeitslosengeld. Ich hingegen stand in Lohn und Brot und war somit diejenige, die für unseren Lebensunterhalt sorgte, derweil mein Mann zu Hause sein Schicksal bejaulte, Bewerbungen schrieb und versuchte, sowohl an seiner Dissertation als auch an meiner - wie er meinte - "schlechten Bildung und Erziehung" zu arbeiten.
Unter standhaftem Schlucken meiner Empfängnisverhütungspille wartete ich ab, bis auch er wieder einen Job hatte.
Dann ließ ich den Herrn Akademiker sausen. Ich undankbares Ding aber auch, tz tz tz ...
