Zitat von Vivienne:Deine Fragen sind sehr berechtigt, wieso sie eigentlich einfach alles wegwirft.
Und was hat es ihr eigentlich bedeutet.
Ja wieso konntet ihr nicht reden und es gemeinsam lösen.
Hallo Vivienne,
ja, du und die vielen anderen hier im Forum haben mir mehrfach geholfen, dass es mir besser geht. Jeden Tag ein bisschen mehr, und irgendwann kann ich mich sicherlich wieder unbefangen und selbstbewusst bewegen.
Mit dem Reden ist es irgendwie eine schwere Sache. Wir waren ja bereits im Februar für zwei Wochen getrennt und sie ließ sich nochmal auf mich ein. Wir hatten dann vereinbart, dass die Beziehung mindestens 3 Monate halten soll, und wir versuchen, die Probleme gemeinsam zu lösen. Sie hat mir aber nichts erzählt, als es wieder auftrat. Ich hatte keine Chance, mir ihr darüber zu diskutieren, ihr vielleicht zu helfen, nach Auswegen zu suchen. Das hat sie alleine mit sich selber ausgemacht und mir nur das Ergebnis präsentiert; auch noch eher spontan, wie sie mir in unseren letzten Gespräch mitteilte. Klar verstehe ich ihre Situation, ich erkenne mich da ein wenig wieder. Aber du hast Recht, was hat ihr die Beziehung eigentlich bedeutet? Nach ihrer Aussage war ich ihr sehr wichtig, aber offenbar nicht genug, um mitentscheiden zu können.
Ich habe mich heute gefragt, ob sie eine Frage quälte, die ich auch lange Zeit mit mir rumtrug? "Ist das alles, oder kommt da noch mehr?" Das kann man sich selber nicht beantworten, man kann es nur ausprobieren oder mit anderen Leuten diskutieren. Und letzten Endes werden wir alle wieder im Alltag landen, und dann bleibt vom exotischen anderen auch nur die schöde Fassade übrig. Für mich gab es mehr, aber zusammen mit ihr. Sie muss vielleicht prüfen, ob es ihr gereicht hat? Wie schade, dafür eine Beziehung aufzugeben, die sich auch weiterentwickeln hätte können.
Ansonsten war der Tag eher durchwachsen. Auf der Heimfahrt aus dem langen Wochenende wollte ich mir endlich nicht mehr mein halbes Leben (gefühlt) nehmen. So viele Dinge und Sachen meide ich momentan, weil sie mich so sehr an meine Ex erinnern. Ich höre fast nur noch Radio, da meine Playlisten Lieder mit Erinnerung enthalten. Ich fahre nur noch Auto, da mich volle Züge gerade nerven und ich sie am Bahnhof treffen könnte. Ich mache zu bestimmten Uhrzeiten keinen Feierabend, da sie in der Tram sitzen könnte. Ich meide bestimmte Partys, da sie dort sein könnte. Kann bestimmte Filme nicht sehen, weine bei bestimmten Liedern im Radio, weine in ihrem Wohnviertel usw. So geht es einfach nicht weiter, also muss ich etwas ändern. Ich werde mir ab jetzt Stück für Stück von MEINEM Leben zurückholen!
Heute war als erstes die Musik im Auto dran. Hatte die Playlisten seit der Trennung nicht mehr hören wollen, das wir diese auch bei gemeinsamen Autofahrten hörten. Der Beginn war hart, es überwälltigten mich so viele Gefühle und Erinnerungen. Ich musste wieder an Optionen denken, sie zurückzuerobern, und stellenweise echt heulen. Aber als ich zu Hause ankam, waren die Tränen getrocknet und ich hatte meine Musik in meinem Auto zurück. Ich weiß nicht, was als nächstes folgt, aber ich werde mir Stück für Stück von meinem Leben wiederholen.
Irgendwie werden meine Gedanken an sie auch anders. Anfangs musste ich immer heulen, wenn ich sie in meinem Kopf hatte. Bekam Herzschmerzen bei jedem Gedanken an sie. So langsam werden die Erinnerungen blasser, grauer, erträglicher. Vielleicht erste Anzeichen des Verarbeitungsprozesses? Wie sieht es bei euch aus, wenn ihr nach längerer Zeit an eure/n Ex denkt? Tut es noch so weh wie zu Anfang, oder wird es immer erträglicher?
Wünsche euch eine gute Nacht,
Alex