Zitat von Shakur:
Genau. Das ist es ja. Das 1. Kriterium - Vertrauen, dass sich die Person geändert hat, ist meistens nicht mehr vorhanden. Und dann macht die 2. Chance wenig Sinn. Und dazu kommt noch, dass in von mir genannten Beispielen, oft nicht die bedingungslose Liebe, sondern emotionale Abhängigkeit eine Rolle spielt.
Genau das wird hier und woanders den Beteiligten gerne eingeredet, selbstredend aus der Ferne und ohne den jenigen je gesehen zu haben. Das es sich nicht um Liebe, sondern um emotionale Abhängigkeit handelt. Selten so einen Quark gelesen. Die meisten hier können nicht einmal den Unterschied erklären, wissen aber, dass es bei dem ein- oder anderen sicher keine Liebe, sondern etwas anderes ist., etwas Negatives. Dabei ist die Liebe etwas sehr vielfältiges, etwas sehr differenziertes. Selbst ein Psychologe würde nach vielen Gesrächen Probleme haben, herauszufinden, ob Liebe oder emotionale Abhängigkeit dahinter steht. In Foren hingegen ist es ganz einfach. Da wird mit Begriffen "oft ist", "meistens ist" oder "ich kenne nur" dem Fragesteller (meist der Fragestellerin) suggeriert, dass seine Liebe etwas Schlechtes und überhaupt die ganze Beziehung nur schlecht ist. Beliebt in diesem Zusammenhang auch der Begriff "toxisch".
Und alles natürlich, ohne den Fragesteller, die Beziehung, geschweige denn die andere beteiligte Person zu kennen.
Zitat von Shakur:Wenn es aber um gesunde, normale Beziehungen geht, glaube ich, dass man sich heutzutage viel zu schnell trennt. Kaum ist die Schmetterlingsphase vorbei, zweifelt man schon. Kommen noch die 1. Probleme dazu, ist sowieso Feierabend. Finde ich sehr schade. Und ja, genau deshalb glaube ich an einen zweiten Anlauf. Weil wir, meiner Meinung nach, zu schnell aufgeben.
Finde ich durchaus auch.
Zitat von Shakur:
Also ich bin hier auch nicht situativ aufgetaucht. Ich habe kein Liebeskummer. Ich liebe Geschichten! Vor allem die, die das Leben so schreibt. Ich bin gerne hier und schreibe regelmässig. Was genau sagt es über mich aus? Oder über die Personen, den hier einst geholfen wurde, und sie nun selbst helfen wollen?
So ähnlich habe ich mir das gedacht.
Besser als fernsehen, hm?
So mit Cola, Tüte Chips und so kann man sich herrlich daran laben, was anderen so passiert und alles ist auch noch echt? Großes Kino, hat etwas Voyeuristisches.
Na ok, so lange es Dir nur um die Reality-Stories und Deine Neugierde hier geht.
Gibt ja auch die andere Fraktion, die sich an den Stories labt und endlich mal einen auf dicke, überlegene Hose machen können, weil sie vordergründig vorgeben, alles im Griff zu haben und die Weisheit mit Löffeln gefressen haben.
Ich glaube, so mancher hier freut sich an zerbrechenden Beziehungen, weil irgendwann in grauer Vorzeit die eigene Beziehung ja auch gescheitert ist und man keine neue, gescheite Beziehung mehr auf die Reihe kriegt. Das würde auch die vielen (einseitig eingefärbten) "guten Ratschläge" hier erklären.
Ist aber auch viel einfacher, negativ, destruktiv abzuraten und anderer Menschen Beziehungen schlecht zu reden. Alles andere würde differenziertes Nachfragen, emotionale Intelligenz und vor allem eigene gute Erfahrungen voraussetzen. Ich befürchte, viele hier beschreiben unbewußt mit ihren Ratschlägen mehr ihr eigenes Leben und ihre Persönlichkeit, als ihnen selber bewußt ist.