Zitat von _Tara_:Du hast Dich nicht für Deine Ehe entschieden, sondern Deine Affäre hat sich gegen Dich entschieden. Nur deswegen hältst Du jetzt an Deiner Ehe fest und willst "zu Deiner Frau zurückfinden". Um nicht alternativlos aus dem Nest zu fallen.
Hätte Deine Affäre Dir signalisiert, dass sie weiterhin mit Dir *** will, oder dass sie sich gar trennen und eine Beziehung mit Dir anfangen will, wärst Du doch mit wehenden Fahnen zu ihr geeilt und hättest Deine Ehe in die Tonne getreten.
Na ja, ganz so ist es ja nicht. Als wir aufgeflogen sind, habe
ich von meiner Seite den Kontakt sehr abrupt und unschön abgebrochen. Ich hab ihre Seite (also von der AF) nicht gehört, sondern
ich hab mich entscheiden müssen zwischen AF und EF. Ich hab da nicht sehr lange drüber nachdenken müssen. Bauch und Verstand haben sich klar für die EF entschieden. Die AF hat das dann erst mal verarbeiten müssen. Von ihrer Seite hätte sie die Affäre weiterlaufen lassen. Erst als dann Schluss war und ich den Kontakt freundschaftlich wieder aufgenommen hab, weil ich so ein Ende nicht angemessen fand und ich Sehnsucht hatte, hat sie klar gesagt, dass für sie ein "Aufwärmen" nicht in Frage kommt. Von daher hab ich die Entscheidung getroffen. Die AF ist nur (Gott sei dank) konsequenter als ich.
Es ist für Außenstehende immer sehr einfach zu urteilen. Ich kann das auch nachvollziehen und ich bin darüber auch nicht böse. Es hilft mir ja eine andere Sicht zu sehen und mein eigenes Handeln zu hinterfragen. Aber wenn man nie in der Situation war, kann man das schlecht nachvollziehen. Ich kann nur sagen, dass ich meine Frau trotzdem liebe. Ja, ich weiß, jetzt kommt von einigen ein Aufschrei: "wenn das wirklich so wäre, dann geht man nicht fremd gehen". Ja und die haben ja Recht. Und ich bin trotzdem schwach geworden. Der ohne Sünde, ist möge den ersten (digitalen) Stein werfen.
Ich liebe meine Frau und fühle mich verbunden mit ihr. Ich schätze sie und begehre sie auch. Und es war von vornherein bei AF und mir klar, dass wir unsere Ehen nicht aufgeben wollen. Und zwar nicht wegen der gemachten Nester, sondern der Menschen wegen. Wir haben unser "unmoralisches" und "falsche" Verhalten damit entschuldigt, dass wir niemanden etwas wegnehmen. Klar, man lügt sich was in die Tasche, um das mit seinem schlechten Gewissen zu vereinbaren. Aber so lange man ein schlechtes Gewissen hat, ist in meinen Augen auch noch nicht alles verloren. Das zeigt, dass einem der eigentliche Partner nicht egal ist. Man ist nur gefangen in unterschiedlichen Gefühlen. Wir haben die fehlende Körperlichkeiten ausgeglichen und das Gefühl von Abenteuerlust und Bauchkribbeln wie beim ersten Verliebtsein genossen. Vieles wäre im Alltag wieder weggegangen. Der gute S. vielleicht nicht. Aber dieses Baukribbeln sicher schon.
Am Ende bin ich aber froh das es vorbei ist. und trotzdem bin ich unendlich traurig. Ich habe den S. mit der AF genossen und ich habe sie als gute Freundin und Vertraute sehr geschätzt. Es war eine sehr schöne Zeit und klar, ich trauere ihr nach. Ich trauere ihr auch als gute Freundin nach. Aber es geht nun mal nicht.