rala
Gast
Es wird einem ja überall suggeriert, wie bedauernswert und unvollständig man ist, alleinstehend und so wie ich noch dazu alleinerziehend. Quasi ein Sozialfall.
Ich muss auch gestehen, ich bin kein geübter Single, war jetzt über 20 Jahre gebunden, hatte zwei langjährige Beziehungen. Ich bin also zum ersten Mal, seit ich 20 war, wieder allein. Und mit unter 20 ist das definitiv lustiger als mit über 40.
Ich habe auch nur eine einzige Freundin, die ungebunden ist. Alle anderen sind verheiratet, wie erfüllend all diese Beziehungen sind, sei mal dahingestellt.
Aber: ich hatte so ein tolles Wochenende, an dem ich tatsächlich nur Dinge gemacht habe, die ich wollte. Und ich durfte zum ersten Mal ganz vorsichtig den Duft der Freiheit schnuppern, ich durfte ich sein. Ich war unbeschwert und hatte wirklich viel Spaß.
Ich glaube, wenn es mir gelingt, über meinen Schatten zu springen und das Singledasein nicht als Makel oder Unzulänglichkeit zu sehen, könnte das echt noch ein tolles Leben werden, egal ob mit oder ohne Partner.
Denn eigentlich hat es mich sehr entsetzt, dass ich mich nach der Trennung so haltlos und verloren gefühlt habe. Als wäre ich ohne den Partner nicht mehr lebensfähig. Zum Glück bin ich über diese Phase größtenteils hinaus, ich bin sehr wohl lebensfähig und fast schon dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung machen darf. Ist doch gruselig sowas.
