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Zwischen Hoffnung und Aufgabe

paulaner

paulaner


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Mir ist dieser Absatz ins Auge gesprungen:
Zitat von HerrArgh:
Da sind auch durchaus noch Geschehnisse aus der Vergangenheit im Spiel, die zwar während unserer Ehe stattfanden, aber nicht direkt damit zu tun hatten. Diese hat sie nie richtig verarbeitet. Alle Nachfragen und Hilfe hat sie jedoch damals abgelehnt und immer gemeint, es wäre alles gut. Hinterher ist man halt immer schlauer. Leider möchte ich ungerne öffentlich auf Details eingehen, aber zumindest diesbezüglich hat sie bereits eine Therapie begonnen.

Ist doof, wenn es solch eine Andeutung gibt, aber das nicht aufgelöst wird/werden kann/werden soll...
Oder?

28.11.2019 13:07 • x 2 #16


tina1955


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Ja, finde ich auch doof. So weiß man garnicht, was wirklich los war und wie man selbst in der Situation entscheiden würde.
Trotzdem finde ich es sehr positiv, dass der TE sich bemüht und nach Antworten sucht.

28.11.2019 13:12 • x 1 #17


HerrArgh


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Zitat von paulaner:
Ist doof, wenn es solch eine Andeutung gibt, aber das nicht aufgelöst wird/werden kann/werden soll...

Ja, absolut. Das ist jedoch etwas, was ich ohne das Wissen und Einverständnis meiner Frau nicht öffentlich machen möchte. Hinzu kommt, dass ich zwar die Fakten und meine Sicht der Geschehnisse kenne, aber meiner Meinung nach selbst noch nicht alles richtig verstanden und verarbeitet habe.

29.11.2019 07:32 • x 1 #18


tina1955


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Man kann Dich zu nichts zwingen, was Du nicht erzählen kannst oder möchtest. Du hast Deiner Frau erzählt, dass Du hier in diesem Forum bist? Oder hast Du Befürchtung, sie könnte hier selbst registriert sein oder mitlesen?
Diese Ängste hatten vielleicht sehr viele Mitglieder hier und äußerten dies auch. Wie oft es in den vielen Jahren tatsächlich vorgekommen ist, ist mir nicht bekannt.
Aber im Zuge der Anonymität, man gibt ja keine Klarnamen hier bekannt, wird sich kein Ehepartner vorgeführt empfinden, zumal sich viele Probleme ähneln oder spiegeln.
Aber wie gesagt, jeder entscheidet selbst, was er erzählt und was ihm wichtig ist.

29.11.2019 07:56 • x 1 #19


paulaner

paulaner


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Zitat von HerrArgh:
Das ist jedoch etwas, was ich ohne das Wissen und Einverständnis meiner Frau nicht öffentlich machen möchte. Hinzu kommt, dass ich zwar die Fakten und meine Sicht der Geschehnisse kenne, aber meiner Meinung nach selbst noch nicht alles richtig verstanden und verarbeitet habe.


Zitat von tina1955:
Aber wie gesagt, jeder entscheidet selbst, was er erzählt und was ihm wichtig ist.

Absolut. Einverstanden.
Nur...wenn es etwas wäre, was die ganze Geschichte in einem völlig anderen Licht dastehen ließe...tja, dann laufen Hilfe und Ratschläge ins Leere.

Zitat von HerrArgh:
Diese hat sie nie richtig verarbeitet. Alle Nachfragen und Hilfe hat sie jedoch damals abgelehnt und immer gemeint, es wäre alles gut.

Nur mal als Beispiel: Falls das z.B. hieße, dass der TE mal eine Affäre hatte, dann würde das natürlich ein völlig anderes Licht auf die Geschichte werfen.
Und dann würden auch die Posts in eine ganz andere Richtung gehen.

Also, falls diese "Geschehnisse aus der Vergangenheit" eine Rolle spielen für ihr Verhalten, dann ist es unsinnig sich hier zu bemühen, weil wichtige Teile der Geschichte fehlen.
So hatte ich das gemeint...und das hat nichts mit Sensationslust zu tun.

29.11.2019 09:55 • x 2 #20


tina1955


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Sensationslust schließt sich normalerweise in so einem Forum aus. Hilfe oder Antworten auf Fragen bekommt man aber nur, wenn sich der Leser auch in die Situation hinein versetzen kann.

29.11.2019 10:06 • x 2 #21


HerrArgh


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Zitat von tina1955:
Oder hast Du Befürchtung, sie könnte hier selbst registriert sein oder mitlesen?


Darüber habe ich ehrlich gesagt nicht nachgedacht und halte das auch für durchaus unwahrscheinlich. Bei einem Punkt weiß ich jedoch definitiv, dass es ihr selbst sehr schwer fällt darüber zu reden. Und ich weiß auch nicht, ob sie überhaupt schon mit einem anderen Menschen darüber gesprochen hat. Daher fühlt es sich für mich falsch an, öffentlich darüber zu schreiben. Auch wenn ich nicht behaupten mag, frei von Fehlern zu sein, aber eine Affäre oder ähnliches war nie im Spiel. Alles was ich dazu gegenwärtig sagen kann ist, dass es bei ihr zu vielen Ängsten, Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen geführt hat.

Und leider habe ich selbst auch so meine Probleme mit Offenheit gegenüber fremden Menschen... Ich versuche es aber mal wenigstens mit einem Aspekt:

Ein großes Problem ist, dass sie Anfang 30 einen schweren Herzinfarkt erlitten hat. Zeitgleich befand ich mich wegen Krebs in Behandlung. Sie machte anschließend weder Kur noch Reha, sondern kümmerte sich anschließend direkt um uns, in der Überzeugung, es wäre ja sonst niemand da. Dabei war meine Seite der Familie in dieser Zeit eine große Hilfe und es bestand nie die Gefahr, dass irgendwas schief laufen könnte. Da hatte wohl eher die Abscheu gegenüber Krankenhäusern die Oberhand.

Als Folge bauten sich in ihr viele Ängste auf, über die sie aber nie gesprochen hat. Wegen Schlafstörungen wurden ihr starke Schlaftabletten verschrieben. Das wusste ich - ich wusste aber nicht, dass sie all die Jahre danach nicht aufgehört hat, diese weiter zu nehmen. Oftmals konnte sie einfach nicht einschlafen, aus Angst nicht wieder aufzuwachen. Andere Male hat sie die Tabletten wohl auch nur genommen, um einfach nur den Kopf auszuschalten. Aber auch einzelne Ereignisse aus der Zeit im Krankenhaus haben ihr unterbewusst recht stark zugesetzt. Das kommt aber nun erst nach und nach ans Licht.

Ich hatte damals öfters die Vermutung, dass etwas nicht stimmt und vielleicht auch in Richtung Depression gehen könnte. Hat sie jedoch immer bestritten und ich Tr.ttel habe das so hingenommen.

30.11.2019 13:09 • x 2 #22


HerrArgh


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Gestern hatten wir ein Gespräch, in dem mir meine Frau einmal mehr mitteilte, was sie so alles nicht möchte. Unsere Ehe war dabei überdeutlich enthalten. Dass wir uns gemeinsam Hilfe suchen lehnt sie ab, denn es würde nichts bringen. Sie will nicht und ich habe es halt zu akzeptieren. Sie will auch nicht sehen, dass dies vielleicht auch zu einer einvernehmlichen Trennung führen könnte, will aber auch keinen "Rosenkrieg". Ich möchte später auch keinen "Krieg", aber an einer Freundschaft bin ich ebenso wenig interessiert. Sie will einfach nur, dass ich die Trennung akzeptiere.

Das Problem ist nur, dass ich es schon lange akzeptiert habe. Ich möchte aber weiter um sie kämpfen, weiß aber nicht wie. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass noch nicht alles verloren ist. Es gab Worte von ihr, die ich nicht recht greifen kann, die mich aber an ihrer absoluten Sicherheit zweifeln lassen. Mein Kopf sagt mir, ich soll es endlich sein lassen und mich selber schützen. Mein Bauch hält dagegen, dass es dafür noch zu früh ist.

Erschwerend kommt jetzt jedoch hinzu, dass ich merke, dass mir ohne sie der Sinn und Antrieb im Leben fehlt. Ich habe das Gefühl, einfach nur leer zu sein, weil der wichtigste Teil meines Ichs nicht mehr da ist. Vor allem die Wochenenden werden für mich immer härter. Das sind dann wohl eher gute Vorraussetzungen, um endlich aufzugeben.

02.12.2019 06:55 • x 1 #23


HerrArgh


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Ein kurzes Update und sei es auch nur, um einmal kurz meine Gedanken zu sortieren und später nochmal nachlesen zu können:

Wir haben uns weiterhin getroffen und auch weiterhin miteinander geredet. Solange das Thema nicht unsere Beziehung und die Trennung ist, fühlt sich alles eigentlich recht harmonisch an. Versuche ich jedoch über uns zu reden, wird sie still und blockt häufig ab, wirkt dabei auch teilweise überfordert. Daher bin ich schon schwer bemüht, es sein zu lassen.

Es sind immer die kleinen Momente, die mich an früher erinnern. Mimik und Gestik wirken so vertraut, dass ich sie am liebsten umarmen und nie wieder loslassen möchte. In anderen Momenten sind Blick und Stimme jedoch so kalt und abweisend, dass ich drauf und dran bin jede Hoffnung zu verlieren.

Ich will nicht länger reden, doch zum Aufgeben ist es meines Erachtens noch viel zu früh. Ich möchte so gerne irgendwas machen, aber ich habe keine Ahnung was das sein könnte.

10.12.2019 07:30 • x 1 #24


tina1955


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Ja was soll man Dir raten?
Solange sich Deine Frau nicht äußert, was sie nicht will, hast Du keinen Strohhalm, an dem Du zugreifen kannst.
Aber wenn ihr Euch trefft, Gespräche führt, dann scheint ja Interesse ihrerseits vorhanden zu sein.
Wie werden diese Treffen denn arrangiert? Verabredet ihr das telefonisch oder sind sie eher spontan oder rein zufällig?
Vielleicht kannst Du sie ja mal zu einem tollen Essen einladen, in einem Restaurant rennt man nicht so schnell weg und ihr könnt eventuell besser reden.
Vielleicht vorher noch ein Besuch im Kino?
Ganz ohne Interesse an Dir scheint sie ja nicht zu sein.

10.12.2019 10:11 • x 1 #25


HerrArgh


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Zitat von tina1955:
Wie werden diese Treffen denn arrangiert?

Die Treffen gehen leider immer nur von mir aus, per SMS oder WhatsApp, meistens relativ spontan. Anrufe versuche ich zu vermeiden und nur im Notfall, wenn irgendwas schnell geklärt werden muss. Bislang hat sie sich auch nur dreimal von sich aus gemeldet als es nicht anders ging. Zufällig sind wir uns bisher noch nicht begegnet.

Sie will sich natürlich nicht so häufig treffen wie ich gern würde, blockt aber auch nicht komplett ab. Wir haben uns schon morgens auf einen Kaffee getroffen, bei uns daheim zum Mittagessen oder auch abends zum Bogenschießen. Am Wochenende waren wir auf einem Weihnachtsmarkt. Und im Haus habe ich einen ungenutzten Raum für ein kleines Handwerksprojekt ausgerüstet, mit dem wir auch schon ein paar Stunden verbracht haben. Es muss momentan irgendwas sein, bei dem ich nicht Gefahr laufe, über uns reden zu wollen. Sie selber redet auch völlig normal mit mir, das Thema "wir" sucht sie jedoch definitiv nicht.

Ich weiß wirklich nicht, ob von ihr noch Interesse da bin, oder ob ich einfach nur der Teil der allgemeinen Ablenkung bin.

10.12.2019 10:42 • x 1 #26


HerrArgh


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Nachtrag (für das Editieren ist leider unterwegs die Zeit abgelaufen):

Sie hat mir neulich leider auch bestätigt, dass sie nie damit gerechnet hätte, dass ich jetzt schon seit zwei Monaten immer wieder alles versuche, um mich irgendwie um sie zu bemühen. Sie hatte fest damit gerechnet, dass ich entweder erst gar nicht anfange oder relativ schnell aufgebe. Ich möchte da nicht zuviel interpretieren, aber ich habe so das Gefühl, dass sie damit noch etwas überfordert ist. Wir beide haben in unseren Leben keine Erfahrungen damit gesammelt wie es ist, nach einer Trennung zu "kämpfen" bzw. "umkämpft zu werden". Sie sagt zwar, dass sie mir glaube, dass ich es absolut ernst meine. Aber damit renne ich im Prinzip nur gegen ihre Überzeugung an, die ihr sagt, dass sich nach einer Trennung niemals etwas ändern könne.

10.12.2019 10:56 • x 1 #27


tina1955


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Das ist ja fast wie ein Puzzle...
Also wenn ich an einem Treffenn kein Interesse habe, dann treffe ich mich auch nicht, nicht mal aus Langeweile. Sie scheint da schon Interesse zu haben.
Kann es sein, dass ihr von einem Arzt eine ernsthafte Krankheit diagnostiziert wurde, sie das nicht mitteilen möchte und das lieber allein durchstehen möchte?
Da ist mir auch ein Fall berufsbedingt bekannt. Die Frau wollte das nicht mit der Familie teilen, weil sie nicht zur Belastung werden wollte. Mann und Tochter kämpften leider umsonst.

10.12.2019 11:04 • x 1 #28


HerrArgh


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Ich weiß leider nur von ihrer Therapie, kenne da aber keine Details. Der Hausarzt hat zuvor Trauma oder Depression in den Raum gestellt, allerdings kann ich da nur spekulieren. Sie meinte jedoch mal, dass sie da womöglich selbst bisher nur an der Oberfläche gekratzt habe und nicht wisse, was noch kommen könnte. Anfangs meinte sie tatsächlich einmal, sie wolle keine Belastung für uns sein. Logisch betrachtet ist das völliger Quark, aber Logik ist in dieser Situation wohl auch nicht gefragt. Ich habe bisher auch immer wieder meine Unterstützung bei allem Möglichen angeboten (das Auto musste sie halt zurücklassen), aber immer hieß es, da müsse sie alleine durch.

10.12.2019 11:25 • x 1 #29


tina1955


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Leider kratzen sehr viele Therapeuten in der Kindheit und im Familienleben rum.
Klar, es muß ja eine Ursache für die Erkrankung geben und da die Patientin sich derzeit oder seit längerer Zeit zu Hause unwohl und immer unwohler fühlt, wird an diesem Punkt schnell nachgebohrt.
Leider suggerieren die Therapeuten zu schnell dazu abzuschaffen, was nicht gut tut. Wobei die Ursache zu dieser Unzufriedenheit, die in die Erkrankung führte, noch lange nicht erkannt wurde.
Vielleicht kannst Du Deine Frau mal dazu befragen und sie dazu bewegen, ein gemeinsames Gespräch mit der Therapeutin zu führen. Muss natürlich auch im Intetesse Deiner Frau sein.
Diese Aussage von ihr, sie will einfach nicht, ist garantiert tiefgründiger und hat eine große Bedeutung für ihr Handeln.

10.12.2019 11:40 • x 1 #30




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