Hallo Wombel,
danke. Ich freue mich, dass meine Gedanken Dir ein wenig weiterhelfen konnte.
Was Du heute über Deine Beziehung geschrieben hast, rührt mich sehr an. Unsere Geschichten haben Ähnlichkeiten. Da zum Beispiel erkenne ich mich wieder:
Zitat von wombel:Trotzdem, egal bei was, sei es die Freizeitgestaltung, unser Liebesleben, Anschaffungen ums oder im Haus, nach einem Streit - immer musste ich auf sie zugehen!
Tja, eigentlich war ich oft der, der evtl den Absprung schaffen wollte, aber auch wenn ich in allem was ich tue, eher 120% gebe, so war ich in meiner Beziehung nicht so konsequent, aber auch weil ich irgendwann erkannt habe wie wichtig sie mir ist oder war.
Fakt ist, eigentlich habe ich immer mehr gegeben als bekommen. Hab mich aber damit arrangieren können. Umso mehr trauere ich über den Verlust.
Mein Partner hatte Burnout/Depressionen. Jahrelang. Depressionen führen dazu, dass Menschen egozentrisch werden. Da gerät man als Partner aus dem Blick und so eine Schiene, dass der eine immer mehr Verständnis aufbringt als der andere wird gefördert.
Mit eventuell den Absprung schaffen meinst Du, dass Du über Trennung nachgedacht hast ?
Bei mir gab es solche Gedanken. Zumindest phasenweise.
Rückblickend frage ich mich, warum ich diesen Impulsen nicht gefolgt bin. Dass ein anderer Mensch mir sehr wichtig ist, ist ja schön und gut, aber diese Impulse hatten ihre Berechtigung. Trotz aller Liebe gab es Zeiten, in denen etwas in mir sagte, dass es so für mich nicht gut ist. Ich mochte diese Gedanken nicht.
Ich habe sie ihm gegenüber auch nie offen ausgesprochen. Heute finde ich das bedauerlich. Wollte ich ihn schonen ? Scheute ich den Konflikt ? Wollte ich diese Gedanken einfach nicht wahrhaben ? Vielleicht eine Mischung aus allem. Wie war es bei Dir ? Hast Du mit ihr darüber gesprochen, dass Du gelegentlich den Absprung schaffen wolltest (wenn ich dich da richtig verstanden habe) ?
Es tut mir leid, dass Du so traurig bist. Ich kenne die Trauer auch. Manchmal stelle ich mir vor, sie zu umarmen. Oft versuche ich, sie wegzuschieben.
Und manchmal, wenn ich genau hinsehe, habe ich so Aha-Erlebnisse, die mir zeigen, dass ein Teil meiner Trauer gar nicht daher rührt, dass er fehlt. Ein Teil hat seltsamerweise mit unerfüllten Wünschen zu tun. Ich bin traurig, weil die Trennung klarmacht, dass er diese Wünsche nun nie erfüllen wird. Aber ehrlicherweise - er hätte sie mir auch nicht erfüllt, wenn wir zusammen geblieben wären. Er hätte viel Gelegenheit dazu gehabt. Er wollte oder konnte nicht.
Mach Dir um Deine Tochter nicht gar soviele Sorgen. Sie ist nicht mehr so klein. Sie ist in einem Alter, in dem sie sich ohnehin nach und nach von ihren Eltern abnabelt. Ich finde es großartig, dass Du ihr zeigst, dass das Leben auch in so einer Ausnahmesituation weiter geht. Damit gibst Du ihr ein gutes Beispiel.
Liebe Grüsse und eine gute Nacht Dir