Zitat von Karili:Ich habe deinen Text zwei mal gelesen. Ich möchte dir auch nicht zu nahe treten. Mir ist lediglich aufgefallen, dass du dich schnell von deinen Gefühlen und Ideen vereinnahmen lässt. Vielleicht trügt mich mein Eindruck auch. Das Tierelend im Ausland ist oft kaum zu ertragen. Wäre es nicht aber sinnvoller sich mit einer etablierten Organisation oder auch einem ansässigen Tierarzt für die Sterilisation der Streuner einzusetzen, um langfristig das Problem anzugehen? Ich lese, dass ihr 150 Katzen gehabt habt. Da frage ich mich, wie das bei euren kanarischen Nachbarn angekommen ist. Und noch wichtiger, was eure Erwartungen an das Leben dort war? Wolltet ihr hauptsächlich Sonne und Meer oder ging es euch auch um eure Integration und ein langfristiges Leben dort? Wie du euer Zusammensein, das Auswandern und euer spontanes Engargement beschreibst, kommt bei mir die Frage hoch, ob du und sie beide plötzlich und 100% auf etwas Neues anspringt und euch darin verliert? Das könnte dann vielleicht auch ihre 2. Affäre erklären.
Hallo, ja es ist noch so frisch und präsent das ich sicherlich noch nicht komplett rational handele und viel noch emotional geleitet wird. Das mit den Organisationen tun wir ja auch, es gibt hier jedoch so viele Katzen und in unsere Ecke ist keine die uns hilft, alle Organisationen haben hier mit knappen Geldern zu kämpfen. Die Rabatte die wir bei unseren Tierärzten in unsere Ecke bekommen sind ein Witz. Durch die Zusammenarbeit mit dem Organisationen und dem Rathaus mittlerweile konnten wir natürlich bei den sterilisationen einsparen, sterilisiert, geimpft, entwurmt, entflohnt und behandelt haben wir natürlich von Anfang an, nur haben wir natürlich nicht die Kapazitäten viele auf einmal zu fangen, zu sterilisieren und wieder rauszuwerfen. Durch die Menge haben wir immer versucht zuerst die Dauerwerfer (die öfters schwanger werden) so erwischen, und natürlich die kranken. Diese blockieren dann oft die Plätze um weiter zu machen und so zieht sich dann das ganze. Das fangen usw. blieb alles an uns selbst hängen weil es für die Organisationen zu weit ist zu fahren für solche Aktionen, hatten es mit mehreren versucht aber es lief immer aufs gleiche hinaus.
Die 150 Katzen sind nicht alle bei uns in der Wohnung gewesen, sie sind an diversen Orten aufgeteilt. Zu Hause sind natürlich auch viele aber wir haben ja immer wieder mal welche die bei uns waren, auch unsere Tierärzte wenn wir mal mehrere gleichzeitig impfen ließen, da machte es einfach mehr Sinn die zu Hause zu machen als mehrfach das Auto zu beladen und hin zu fahren. Und von jedem kam die gleiche Aussage das man garnicht merkt das so viele bei uns sind. Es sind 2 Etagen, mehrere Räume, und eine große Dachterasse die sich über die komplette Fläche des Hauses streckt die uns alleine gehört. Viele Liegeflächen, Höhlen usw. also die Katzen sind gut verteilt, die einzige Massenansammlung die es gibt wo man wirklich mal sieht das es viele sind ist wenn wir mit den Näpfen klopfen für ihr abendliches Nassfutter.
Die Nachbarn hatten keine Probleme damit, natürlich staunt jeder erstmal wenn er die Menge hört aber wir hatten jetzt keine Probleme oder irgendwie das Gefühl das geredet wird. Tiere hat hier so gut wie jeder, die Leute sind auch lockerer drauf, ist nicht so spießig wie man es aus Deutschland gewohnt ist. Und wenn irgendwo ein Problem mit Fund oder kranken Katzen in der Nachbarschaft auftauchte hat man uns nach Hilfe gefragt weil sie wussten was wir tun. Auch die Tierärzte fragten uns wenn vor ihrer Tür was ausgesetzt wurde oder wenn sie dringend eine Katze als Blutspender brauchten. Also in der Hinsicht war alles okay gewesen.
Nun wie gesagt der Plan war etwas anders. Wir machten oft Urlaub in Florida / Miami als wir noch in Deutschland lebten. Also klar Sonne und Palmen lieben wir. Das war eigentlich auch das Ziel mal dort in die Ecke auszuwandern, das hatten wir bereits in Deutschland paar Jahre im Auge. Und der Plan war auch das wir in Europa gerne in einem wärmeren Land leben würden wie z.b. Italien oder Spanien. Wir machten dann mal Urlaub auf Teneriffa weil das auch auf dem gleichen Breitengrad liegt wie z.b. Florida. Du hast viele Sonnenstunden, kaum Regen, das Meer, das Leben ist ruhiger/entspannter, es gehört zur EU also viel bis auf paar Anforderungen kein großer Papierkram mit Visas usw. an. Mit den alten Arbeitsstellen war soweit alles abgeklärt das wir jederzeit zurück könnten wenn es nicht klappt, also hatten wir eine Sicherheit bzw. einen Plan B auf den wir zugreifen konnten falls es schief läuft.
Der Plan war dann so das wir hier vor hatten 2-3 Jahre zu leben und dann eventuell weiter in die USA gehen, was das eigentliche Ziel war, hier die Zeit genießen wollten und auch dabei noch Spanisch beherrschen können, das du in den USA vor allem in der Miami Ecke brauchst. Dort kriegst du mittlerweile schwer einen Job ohne Spanisch zu können weil diese sich dort immer mehr ausbreiten. Sollte es mit den USA nicht klappen oder es uns hier so sehr gefallen das wir garnicht mehr weg wollen, dann wäre das langfristige Ziel hier zu bleiben gewesen. Unser größter Kostenpunkt in Deutschland waren die Urlaube, die wir super gern in der Sonne machen, und durch das Leben hier musst du keinen Urlaub mehr machen da du die Sonne hier ständig da hast. Es war zum damaligen Zeitpunkt also auch noch der grösste Kostenfaktor verschwunden. Also es war keine blinde Auswanderung ala "pack deine sachen wir hauen ab". Es war zu dem Zeitpunkt eben die Möglichkeit da gewesen und durch die absicherung der Rückkehr auch relativ risikoarm.
Das es mit den Katzen hier so kam das war definitiv ungeplant und wir hätten das anders angehen müssen. Das stimmt definitiv. Wir kamen ja mit unseren 3 Katzen her aus Deutschland, mehr war nicht geplant. Waren hier dann schnell 6 geworden weil wir die 2 babys fanden die wir erst draussen fütterten und dann irgendwann fingen und aufpeppelten (eine hatte eine schwere lungenkrankheit über monate, wurde dann aber gesund), da war relativ schnell klar das wir die 2 behalten werden. Die 6. sprang mir vor die Füße weil sie so hungrig war (sie muss dort 1-2 Tage vorher ausgesetzt worden sein von jemand), bei ihr war nicht geplant sie mitzunehmen aber sie wurde dort permanent von einer anderen Katze attackiert und sie war noch klein. Also nahmen wir sie auf und die andere konnten wir einer Tierschutzorganisation geben zum vermitteln... das war auch eine Weile so geblieben mit den 6. Dann zogen wir aber paar Häuser weiter in die große Wohnung mit dann deutlich mehr Platz und dann ging das eigentlich richtig los. Wir gestalteten es so das wir eben deutlich mehr aufnehmen konnten bis sie gesund waren und um sie dann wieder rauslassen zu können.
Natürlich versuchten wir auch fast jede Katze zu vermitteln aber das Problem ist das alle nur kleine Kätzchen wollen. Hat eine Katze schon paar Monate auf dem Buckel und ist größer, haben hier kaum welche Interesse. Durch die vielen kranken gehört aber leider auch sogut wie immer eine längere Behandlungszeit dazu und wenn sie gesund sind, sind sie den meisten zu groß. Oder wenn sie ein Auge verloren haben, gleichgewichtsstörungen oder ähnliches. Solche kriegt man hier nur nach Deutschland vermittelt, ist aber eben schwer. Die meisten Aufnahmen hatten wir definitiv zu der Zeit als man unsere Kolonie vergiftete und 35 Katzen tötete. Da haben wir versucht weg zu kriegen was geht und die Idee mit dem Katzenhaus entstand da und danach eben auch die Gelegenheit dazu dies wirklich in die Tat umzusetzen. Und durch viele Ereignisse kommst du nach und nach immer tiefer rein, mit immer mehr Katzen.
Katzen die zu Hause geboren werden, oder handaufzucht sind, die überlegen in der Regel nicht wenn du sie dann auf die Straße setzt und sie auf sich gestellt sind. Anders ist es bei Katzen die draussen geboren, aufgewachsen und nach einer Weile verwildert sind. Solche Katzen kriegst du kaum zahm und die müssen nach dem sterilisieren dann definitiv auch wieder raus. Die sind dann aber eben kein Problem.