Guten morgen,
heute bin ich definitiv noch müder als gestern, dank tief Dieter

aber es hilft ja alles nichts!
Werde den Thread hier auch als - mal mehr, mal weniger - Tagebuch nutzen, irgendwie hilft es mir alles niederzuschreiben und wieder drauf zugreifen zu können als docx macht man es dann irgendwie doch nicht. Zudem impliziert es automatisch einen leichten "Druck", sodass man sich auch eher dran hält wenn man sich was vornimmt
Ich startete den Tag mit einem Fortschritt (soweit war ich vorher schonmal aber nach dem Wiedersehen war bekanntlich alles anders): ich konnte wieder Musik hören. Hatte ich mich doch zunächst darüber gefreut, dass ich meine alte Konzentrationskraft wiedergefunden habe, lief ich damit gestern erstmals wieder gegen die Wand. Dabei weiß ich gar nicht was zuerst da war, die Müdigkeit die mich vom wesentlichen ablenkte oder die diesmal eindeutigen Vermissungserscheinungen. Gegen Nachmittag wurde ich innerlich richtig unruhig, weshalb ich mich kaum noch auf die Arbeit konzentrieren konnte von kognitivem Denken ganz zu schweigen!
Feststellung: ich brauche irgendein Skill, falls mich diese innere Unruhe wieder übermannt (was sie defintiv tun wird). Eine Überlegung wäre an die frische Luft zu gehen - half aber gestern nicht. Einen Tee zu kochen. Irgendwas, was primär nur bei dieser inneren Unruhe durchgeführt wird. Vielleicht eine Atemübung
Dafür hab ich gestern ein wenig "gesocialed" und dabei einige Umgangsformen mit verschiedenen Menschen getestet. Da bin ich noch fit drin, das gefällt mir und hat auch Spaß gemacht. Meine Extrovertiertheit kommt also wieder ans Tageslicht.
Weil ich erst so spät aus dem Büro kam hatte ich dann ziemlich Stress um meine Verabredung pünktlich wahrnehmenzunehmen. Letztlich hat aber zeitlich alles hingehauen und ich hatte einen verdammt guten Abend. Nicht nur, weil das Essen lecker war sondern vor allem weil mir zumindest dabei gelang, mich 100% auf den Moment, meine Umgebung, meine Gesprächspartner zu konzentrieren. Selbst auf der Heimfahrt war ich noch so im Rückblick, dass mir erst zu Hause auffiel, dass ich tatsächlich für mind. zwei Stunden an keine der Frauen gedacht habe. Ich habe noch nicht mal auf mein Handy geschaut.
Mit diesem Gefühl und Erfolgserlebnis habe ich mich dann schlafen gelegt und hatte keine nennenswerten Träume
Momentan geht es mir gut. Ich weiß, dass sich das im Verlauf des Tages wieder ändern wird aber ich lasse auch das zu und zwar genau so 100%ig wie alles andere.
Heute Abend bin ich noch mit Freunden zum Essen und eigentlich auch zum 1-3 B. trinken verabredet. Ich habe mich aber bewusst gegen den Genuss von Alk. entschieden, weil es meine Gefühle verfälscht und es mich maßgeblich vom fokussieren meines Bewusstseins ablenkt. Dennoch freue ich mich auf die Begegnung, weil da immer viel über Politik fabuliert wird und das private eher außen vor bleibt.
Summary der Fortschritte:
- fokussieren des Bewusstseins auf Momente, Arbeit, zwischenmenschliche Begegnungen funktioniert von Tag zu Tag besser
- "Socialn" macht wieder Spaß, ich werde mehr und mehr wieder zu einem angenehmen, aufmerksamen, humorvollen und neckigem Gesprächspartner
- Steigerung der Souveränität im Umgang mit schwierigen Situationen/Entscheidungen/Vorgesetztem das Berufsleben betreffend
- Musik hören geht wieder
- alte Fotos anschauen geht wieder
- Wissensdurst wächst
- Euphorie, etwas neues zu lernen steigt täglich
Bei meinen Fortschritten spreche ich übrigens nicht ausschließlich über Fortschritte im Trennungszeitraum sondern zum größten Teil über Dinge, die mir gefühlt das ganze Jahr über flöten gegangen sind.