Zitat von Liesel:Die Bedürfnisse von Kindern sind überall auf der Welt gleich! Und diese sollten jetzt im Vordergrund stehen und dann sollte erstmal ganz lange garnix kommen.
Ja und nein.Du beschreibst einen heroischen Akt, den ich persönlich nur sehr wenigen Menschen zutraue.
Du siehst ja hier im Forum an vielen Beispielen, wie sehr Eltern leiden, die in Trennungssituationen zum Wohl ihrer Kinder handeln wollen. Im schlimmsten Fall müssen sie sich dem manipulativen Verhalten des anderen Elternteils aussetzen, im besseren Fall müssen sie sich immer wieder mit jemanden auseinandersetzen, von dem sie sich sehr verletzt fühlen. In jedem Fall werden Ablösung, Verarbeitung und Neubeginn erschwert, über sehr lange Zeit.
Diese ständige Auseinandersetzung kann einen innerlich an Grenzen bringen sein. Auch Eltern haben das gute Recht auf sich Acht zu geben, sich zu schützen, ein eigenens Leben zu führen. Auch das ist zum Wohl der Kinder, auch wenn manchmal damit Entscheidungen verbunden sind, die im ersten Moment anders wirken (banales Beispiel: Eine spontane Betreuung der Kinder ablehnen).
Ich persönlich bin hier seit über 3 Jahren unterwegs. Das ist Ausdruck des Erfolgs meiner EX und mir auf Elternebene, wir pflegen einen guten Austausch. Als Vater bin ich sehr dankbar, dass meine Kinder ein so großer Teil meines Alltags sind. Ich merke jedoch auch, dass ich dafür persönlich einen hohen emotionalen Preis bezahle, denn so richtig bekomme ich die Tür zur Vergangenheit nicht zu. Und mein Eindruck ist, dass ich damit nicht der Einzige hier bin

Dieses Abwägen zwischen eigenen Wünschen und Interessen einerseits, andererseits den Kindern ist ein zermürbender Drahtseilakt. Das sieht man im Fall von Daddy wieder sehr gut.