Familiendaddy
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ich möchte mich mal wieder mit einem Update melden.
In der Eheberatung war die Aufgabe bis zum nächsten Mal, dass wir uns gegenseitig zu einem "Date" einladen - also ohne Kinder auf neutralem Boden. Das erste Date fiel ins Wasser, da sie eine Nierenbeckenentzündung hatte und flach lag. Gestern haben wir es nachgeholt.
Wir waren Billard spielen - so haben wir uns damals kennen gelernt.
Das hat Spaß gemacht, war lustig und sie hat sich danach auch bedankt und gemeint wie schön es war usw.
Allerdings haben wir auch mal unangenehme Themen angepackt und ein paar Dinge ausgesprochen.
Sie hat jetzt so wie es aussieht einen zusätzlichen Vormittagsjob, vorausgesetzt ihr Hauptarbeitgeber genehmigt das.
Sie möchte nicht auf meiner Tasche liegen und von mir abhängig sein.
Sie findet es schrecklich dass die Kinder immerzu nur bei mir sind - aufgrund ihrer jetzigen Arbeitssituation geht es aber kaum anders (jedes Wochenende Sa und So von vormittags bis 21 Uhr arbeiten, Mo, Mi und Do bis 18-21 Uhr).
Andererseits will sie den Kids auch nicht das gewohnte Umfeld wegnehmen. Also auch sie wär froh, wenn die Kids im Haus bleiben könnten.
Sie selbst ist aber wohl nicht so weit, zurückzuziehen. Finanziell ist der aktuelle Zustand keine Lösung - dass ihr für die Kids kein Unterhalt zusteht ist ihr auch bewusst.
Jetzt überlegt sie, ob sie zu uns in den Ort zieht und sich eine günstigere Ein- oder Zweizimmer-Wohnung sucht. Die Kids würden dann vorerst dauerhaft im Haus bleiben - ist finanziell eine Entlastung - für mich aber anstrengend, da ich somit keine freien Abende mehr hätte und für sie auch sehr schwierig, da sie sehr traurig ist, die Kinder jeden Abend zurückzulassen - auch jetzt schon sagt sie, es fühlt sich sehr schmerzhaft und falsch für sie an.
Selbst mit dem Zusatzjob reicht ihr Gehalt nämlich nicht aus, um samt ihrer jetzigen Wohnung über die Runden zu kommen.
Allerhand Hirngespinste geistern bei ihr rum - ne Umschulung zur Tagesmutter machen, irgend so ein Kosmetik-Schneeballsystem an dem sie jetzt dran ist, völlig wild. Oder sie macht ne Umschulung zur Tagesmutter, da verdient man wohl recht gut und dann teilen wir Kosten und Einnahmen 50/50.
Sie kommt nicht wirklich zur Ruhe, ist viel am Arbeiten, hat tagsüber während ich arbeite die Kids und ich hab sie abends während sie arbeitet. Alles in allem eine unzufriedenstellende Situation - sie weiß aber keine Lösung. Sie sagt immer im Wechsel gehts ihr n paar Tage ganz gut, n paar Tage heult sie nur. Sie kommt nicht zum verarbeiten, fühlt sich allein und egal wo sie ist nicht zuhause.
Auf die Frage, ob sich das irgendwann wieder zusammenziehen wohl erledigt hat, war sie fast verzweifelt und fragte mich, ob ich denn eine Lösung habe, wie wir das hinbekommen könnten - sie weiß nicht wie.
Alles in allem heißt das für mich, wir bewegen uns weiterhin nicht vorwärts.
Wir haben vernünftig über die finanzielle Situation gesprochen und - auch wenn die Ideen dahinter eher konfus und nicht sinnvoll waren, möchte sie auf eigenen Beinen stehen.
Ich bin irgendwie ziemlich wütend, auch wenn nichts passiert ist - aber um es mal mit euren Worten zu sagen: es kommt kein Invest ihrerseits.
Dass das Alleinerziehenden-Leben kein Zuckerschlecken ist, dürfte ihr jetzt wohl mehr als bewusst werden.
Ich hab mir gestern aber diverse Spitzen oder Vorwürfe erspart und versucht, konstruktiv zu bleiben.
Dass sie sich diese Situation selbst ausgesucht hat, ist ihr wohl auch bewusst. Ich weiß nicht, was der Grund ist, dass sie - wie sie sagte - erst selbst komplett selbstständig und eigenständig mit ihrem Leben planbar zurechtkommt, bevor sie bereit ist, sich irgendwie auf mich einzulassen.
Ich hab ihr dann aber auch gesagt, dass ich dann aber auch meine Konsequenzen ziehe und nicht mehr in einer Warteposition verbringen kann. Ich habe folgendes Zitat nochmals rausgesucht:
Zitat von Ehe_retten:Meine Frau wollte sich trennen, ich wollte kämpfen. Auch mit Eheberatung. Ging ein halbes Jahr, bis es einen Auslöser gab, an dem ich dann die Trennung akzeptierte und ihr alles Gute gewünscht habe. Sie kam ca. eine Stunde später zurück und seit dem läuft es gut.
Das ist jetzt sehr verkürzt dargestellt, aber ich glaube, dass meinen alle mit dem leichten Weg. Akzeptieren und klare Kante zeigen.
Ich denke aber, das halbe Jahr war sehr wertvoll und hat sehr viel Grundlage geschaffen, damit es wieder funktionieren kann.
Ich weiß nicht, ob meine NF ähnlich tickt. Aber ich tu es vielleicht.
Ich weiß nicht, wie lang ich noch so passiv bleiben kann. Ich überlege mir momentan, wie ich Kante zeigen könnte.
Nicht falsch verstehen - meine NF und ich verstehen uns blendend! Fast besser als früher. Wir haben uns aber eben auch beide weiterentwickelt in dem letzten halben Jahr, haben wir gestern auch festgestellt. Sind beide dran gewachsen und nicht mehr die selben Personen wie früher.
Kiga und Krippe haben uns total gelobt. Die einzigen Trennungseltern, die so souverän mit der Situation umgehen. Den Kids merkt man im Gegensatz zu anderen überhaupt nichts an - im Gegenteil, sie haben sich positiv weiterentwickelt dadurch. Sie hätten es noch nie erlebt, dass man sowas so vernünftig regeln kann wie wir, ohne dass die Kinder überhaupt irgendwie drunter leiden müssten.
Ich kann mir eure Antworten relativ denken (Gefühle sind nicht mehr vorhanden, mehr als Freundschaft/WG/offene Beziehung etc. is nicht, spätestens wenn jemand anderes im Spiel ist, bin ich finanziell hinüber, ich bin dumm und naiv und lasse mich ausnutzen, das wird ewig so weitergehen weil ich keinen A... in der Hose habe, und und und) Und es ist in Ordnung, da ihr mit Sicherheit nichtmal so Unrecht habt.
Das ist alles nicht mehr normal. Gestern hat sie den Kühlschrank aufgefüllt, da ja die Kids hauptsächlich hier sind (und sich n Wein reingestellt, bei mir gibts aktuell keinen Alk.).
Sie hat die zweite Nacht in Folge auf der Couch im Haus geschlafen.
Das ist alles ziemlich verwirrend. Wir sind anscheinend zu doof, das richtig anzugehen. Ich bin ein zu großer Warmduscher, um mal auf den Tisch zu hauen - sie steht sich wohl selbst im Weg.
Naja. War nun doch ein längeres Update. Hab jetzt dank Kurzarbeit usw. ab nächster Woche 5 Wochen frei. Da werd ich auch mal ein wenig Zeit für mich allein nehmen und mal 2-3 Tage wegfahren.
Mir gehts ansich nicht schlecht - ich komm klar, auch wenn diese ewige Ungewissheit einfach unzufriedenstellend ist.
Bin froh, dank der Kids so ne positive Rückmeldung bekommen zu haben. Bin froh, mit NF so vernünftig über alles reden zu können (wenn auch manche Ideen wirklich ziemlich abwegig sind).
Naja. Ich geh jetzt mal in mich und überleg, ob auf den Tisch hauen nicht vielleicht doch eine Alternative ist - wenn ich auch nicht so genau weiß, wo ich am Besten ansetze.
