Nureingast
Gast
Ich komme aus einer ähnlichen Situation, allerdings lief es bei mir extremer. Ich bin auf der Zeitleiste
allerdings schon weiter und schon wieder mehr auf der Spur.
Mein Rat für Dich (bitte entschuldige, falls ich Lücken habe oder etwas falsch verstanden habe, aber der Thread ist schon etwas unübersichtlich):
1) Eine Trennungssituation ist hochdynamisch. Und es geht eigentlich immer ums Geld.
Hoffe nicht darauf, dass Deine EF freiwillig auf Geld verzichtet, egal, was privat besprochen wurde.
Ihr Anwalt hat schon losgelegt und wird seine Strategie verfolgen. Keiner möchte auf Taler verzichten,
jeder Euro zählt nach der Trennung.
2) Anwaltsschreiben niemals ignorieren. Du bist derzeit in Verzug. Du musst die geforderten
Auskünfte geben. Was Du mit Deiner EF privat abweichend besprichst, interessiert
Juristen nicht. Vor Gericht hat so etwas später keinen (!) Bestand.
Beantwortest Du Anwaltsschreiben nicht, hast Du ruckzuck, auch nachträglich
vor Gericht, schlechte Karten.
3) Der Zug für eine abweichende gütliche Einigung beim Notar scheint abgefahren.
Verabschiede Dich davon, gib es in professionelle Hände. Die Situation
ist viel zu dynamisch, eine Rückkehr zu vorherigem Besprochenen wird nicht möglich sein.
Sie hat bereits einen Anwalt beauftragt. Notar ist passe.
4) Nimm die Juristerei nicht persönlich! ich verstehe Deinen Ärger und Deine
Enttäuschung, dass Dir EF Anwaltsbriefe sendet. War bei mir anfänglich auch so,
dass ich mich massiv geärgert habe. Die Situation muss aber professionell geklärt werden.
Dass sich Deine EF einen Anwalt nimmt, ist legitim, dahingehend habe ich bereits meine Meinung geändert.
Nimm Du Dir auch einen, solltest Du aktuell keinen mehr haben! Am besten einen, der auf Familienrecht spezialisiert ist
und moderat ist. Keine Krawallkanzlei, das treibt den Puls und die Kosten in die Höhe.
Habe ich selbst erlebt mit meiner ersten Anwältin, die hervorragend an dem Anwaltspingpong verdient hat.
Schade um die versenkten Tausender, das Geld fehlt den Kindern.
Dann gewechselt, jetzt ruhigeres Fahrwasser und geringere Kosten.
5) Schaffe stabile Familienverhältnisse. Deine Frau scheint mit den Kindern überfordert. Mache ihr kein Vorwurf,
die Situation bei Euch ist heftig. Gib ihr immer das Gefühl, dass sie eine gute Mutter ist, losgelöst von Eurem Streit.
Wenn Du die Betreuung ganz übernehmen möchtest, schlage es Ihr vor,
adressiere es. Du Betreuung, sie Besuchsrecht (WE alle 14 Tage)
6) Wende Dich ans Jugendamt und bitte um eine Familienhilfe für DICH, die DICH entlasten kann.
Keine Angst, die beißen beim JA nicht. Die Familienhilfe kann auch mit Deiner EF kommunizieren,
wenn es zwischen Euch zu stressig ist.
7) Kindergeld gehört zu dem, bei dem die Kinder wohnen. Basta. Da wird nix umgechincht, niemals.
Das läuft auch unter Sozialbetrug, denn das Geld ist explizit
für die Kinder vorgesehen, und zwar für den Haushalt, in dem die Kinder leben.
Gibt später Stress vor Gericht, wenn abweichend. Und Du bekommst das Geld nicht zurück, was Deinem Haushalt zusteht.
o.ä. und Telefonate. Sorry, aber das ist totales Rumgeeiere. Ich verstehe Dich zu gut, Du liebst Deine Kiddies
und möchtest Sie begleiten. Aber: Das wird hier für die Kinder verwirrend. Kinder benötigen klare
Verhältnisse. Ich weiß, das kling hart, und man fühlt sich egoistisch.
Aber Mamazeit ist Mamazeit und Papazeit ist Papazeit.
9) Erkenntnis: Du bist nicht mehr für das Wohlbefinden Deiner EF verantwortlich.
Gleiche nicht ihr Konto aus. Ihr seid getrennt! Sie und ihr Anwalt wird es Dir nicht danken,
dass Du freiwillig Geldgeschenke machst. Sie kann ja auch ihre Eltern fragen, wenn Geld knapp ist.
10)Grenze Dich emotional ab, Du brauchst Pausen und Zeit für Dich. Das hat nichts mit Egoismus zu tun.
Ich prophezeie Dir einen Burnout, wenn Du so wie derzeit weitermachst.
Und dann haben auch Deine Kiddies ein Problem, wenn es Papa schlecht geht.
Nur wenn es zuerst Dir gut geht, kannst Du auch gut für Deine Kinder sorgen.
Und Kinder sind auch robuster, als man denkt.
Die Erkenntnis reift mit der Zeit.
Feedback erwünscht. Gruß