Hallo zusammen!
Wollt mal wieder ein paar Takte hier lassen und euch auf dem Laufenden halten.
Mittlerweile haben wir Tag 23 ohne jeglichen Kontakt mit meiner Exfreundin. Manchmal habe ich den Eindruck, langsam Fortschritte zu machen - manchmal fühle ich mich wie an Tag 1. Ich habe mittlerweile für mich selbst aber auch in Gesprächen mit Freunden echt festgestellt, dass ich was das angeht nicht ganz einfach bin.
Hab manchmal Schwierigkeiten aus meinem eigenen Karrusell zu entkommen.
Ich kratze so langsam an der Realisierungsphase - was es für mich allerdings emotional nicht einfacher macht.
Nach wie vor fehlt sie und ihre Tochter mir brutal.
Ich habe sie mittlerweile seit ein paar Tagen in Whatsapp wieder entblockiert - einzig aus dem Grund, da ich das mittlerweile doch etwas kindisch finde.
Kontakt hatten wir seitdem keinen. Sie hat 1-2 Statusfotos von mir gesehen, ich von ihr.
Das ist für mich jetzt kein Spielchen spielen oder sowas aber ich finde es irgendwie "erwachsener" als stures Blockieren.
Heute in einer Woche hätten wir einjährigen Kennenlern-Tag. Ich glaub nicht, dass ich ihr schreiben werde. Aber trotzdem mach ich mir meine Gedanken.
Vor ner Woche ist sie mir entgegengekommen im Auto und hat mir freundlich gewunken... Sonst bisher nichts mitbekommen.
Also ja, die Realität holt mich langsam ein. Trotzdem träume ich von ihr und tu mir gerade abends manchmal schwer.
Hab jetzt drei Tage zwei Bekanntinnen zu besuch gehabt... die kenn ich von vor 17 Jahren noch aus einem Chatroom. Haben uns noch nie live gesehen - waren echt coole Tage. Gegrillt, hab ihnen München gezeigt, gefeiert usw. - hat Spaß gemacht.
Aber es hilft mir trotzdem nix - ich merk, dass ich damit mein Verarbeiten nur vor mir herschiebe. Ich komm sonst nicht weiter.
Die nächste Frage ist aber: Wie komm ich überhaupt weiter? Ich fühl mich momentan irgendwie so, wie wenn ich mich im Kreis drehen würde. Mal gehts gut, mal schlecht, meistens so lala. Aber ich komm irgendwie nicht wirklich weiter hab ich das Gefühl.
Ich bin immer noch an dem Punkt, wenn sie vor der Tür stehen würde, wär ich wahrscheinlich Feuer und Flamme.
Wie lernt man dieses Abschließen - und vor allem, es auch emotional durchzuziehen, koste es was es wolle?
Blick ich so auf vor einem Jahr zurück war es ja ähnlich. Das loslassen fällt mir immer sehr schwer bzw. ist fast unmöglich, bis irgendwann etwas von außen gesteuertes kommt.
naja, ihr merkt, ich beschäftige mich momentan wieder viel mit mir selbst.
Saß heut von früh bis nachmittag im Garten und hab fast n ganzes Buch verschlungen - abwechselnd mit mich eincremen und in den Aufstellpool werfen. Seh aus wie 50 Cent vor lauter Sonne.
Seit Nachmittag sind die Kids bei mir die nächsten 7 Tage. Aber irgendwie ist mir das momentan echt zuviel. Alle sind im Urlaub außer wir - Und von früh bis abends PAPAAAAA wenn man gedanklich ganz wo anders ist ist nervenzehrend.
Naja - aber die Kids und ich, das läuft schon, das kriegen wir hin.
Meine NF musste Dienstag bis Donnerstag ins Krankenhaus - Probleme bei der Gebärmutter nach der Geburt, Not-OP usw - wie bei meinem Sohnemann auch schon. Hab die Kids von Dienstag bis Mittwoch genommen, Mittwoch vormittag aber ja Besuch von den Mädels bekommen.
Also mit ihr gesprochen, wollte den Besuch kurzfristig nicht absagen - kamen doch von weiter her.
Next nimmt die Kids - ich muss mich mit ihm kurzschließen, kann sie ihm bringen.
Reifenwechslerin stand da grad mit mir in Kontakt und hat mir angeboten, sie Mittwoch morgen zu ihm zu bringen - ich fand die Idee gut. Kids kommen wohlbehalten dort an, ich muss nicht mit Next reden und ihn sehen.
Hab die Rechnung ohne NF und ihre Familie gemacht. Was ist mir da die letzten Tage entgegengekommen hey, nicht mehr feierlich. Dienstag Abend und Mittwoch morgen komplette Eskalation mit NF bzgl. mir und meinem "Fehlverhalten" - Mittwoch Abend ging mich die Ex-Schwiegermutter über whatsapp aufs derbste an, was ich für ein schlechter Mensch bin und selbst wenn die Mutter meiner Kids in der Op liegt nicht über meinen Schatten springen kann, wie lächerlich das ist und wie gut es ist, dass Next meine Kinder ja so mag usw, bla bla. Ich meinte nur, ja sie soll sich zusammen reißen und mich in Ruhe lassen, ich schreib derweil Next nen Liebesbrief weil er so toll ist und meine Ex geschwängert hat (war nicht diplomatisch - aber ich saß da und war angetrunken mit Besuch und mir wurde da grad der Abend versa.ut...). Habs am Schluss noch recht "diplomatisch" beendet. Ist jedenfalls recht heftig gelaufen.
Heut Kinderübergabe mit NF lief sehr distanziert und kurz und schmerzlos.
Echt schwierig und ein Ritt auf der Rasierklinge das alles.
Zitat von aquarius2: Liebeskummer scheint ja im Moment jeder zweite zu haben
Ich kenn auch so viele Paare, die mittlerweile getrennt sind. Denk mal einiges hängt mit Corona zusammen, einiges auch damit, dass man halt immer erst dann wirklich wahrnimmt, wenn man wirklich drauf achtet.
Ist ja wie mit Autos - Fahr ich n spezielles Modell, fällt mir das auf einmal überall auf.
Zitat von onlysad66: Was viele hier vielleicht nicht verstehen ist, das besonders sensible Menschen hier enormes Leid durchstehen. Ich gehöre leider auch dazu. Der Schmerz kommt in Wellen. In der ersten Zeit ist er oft unerträglich. Kopfkino jede Minute. Tiefe Verzweiflung. Enttäuschung. Ungeliebtheit. Verlorenheit. Man kann nicht essen, nachts plagen einen Alpträume.
Hab hier noch zwei fremde Zitate aus anderen Threads.
Das ist vielleicht für außenstehende nicht so 100% passend auf mich - aber ich identifiziere mich damit sehr.
Wenn ich das lese, fühle ich mich sehr verstanden. Oftmals hör ich Menschen, die sowas "besser" oder "anders" wegstecken als ich, die mir sagen oder schreiben, das vergeht, alles hat seinen Zweck, das wird gut usw - was man ja alles weiß!
Aber innerlich fühl ich mich manchmal genau so. Habs mittlerweile manchmal ganz gut drauf, den Kloß runterzuschlucken. Aber emotional steh ich ungefähr da, ja.
Zitat von Pinkstar: Hallo Saskia,
ich selber habe versucht, stufenweise mich zu lösen. Also nicht gleich total dicht gemacht, sondern erstmal nur noch geschrieben, wenn mir was aufn Herzen lag und es loshaben musste. Mit jedem Mal wurde es bei mir dann irgendwie besser, auch weil derjenige immer mehr auf meine Mitteilungen nicht mehr einging. Sich irgendwie knallhart zu lösen stelle ich mir immer schwer vor. Wichtig ist nur aber, dass du körperlich eben nichts mehr unternimmst in seine Richtung. Alles andere wird sowieso die Zeit zeigen.
L G Pinkstar
Und das Zitat hab ich schon vor einer guten Woche hier gefunden.
Habe lange mit ner guten Freundin drüber gesprochen und wir sind uns bis heute nicht einig, ob das eine Variante sein könnte oder nicht.
Haben sogar schon Regeln aufgestellt, was für alle paar Tage Kontakt haben verboten und was erlaubt wäre usw.
Aber es ist einfach schwer, einen Menschen aus dem Leben zu entfernen, obwohl man es nicht will.
Und ich würde mir auch für die Kinder wünschen, dass sie bald wieder mit ihrer Tochter spielen können.
Dafür muss aber halt ICH mit dem allen klar kommen. Für alle anderen ist es ja okay.
Momentan bin ich wieder der Meinung: Kein Kontakt, kein gar nix.
Aber ich denke trotzdem manchmal drüber nach, ob es gerade für mich und meinen Charakter nicht die "einfachere" Variante wäre, nicht knallhart gegen meinen Willen jemand zu löschen, blockieren usw. - sondern es eben Etappenweise zu versuchen.
Mental traue ich mir diese Stärke zu. Emotional - grad wenn ich einsam bin - glaube ich, dass ich gerade solche von uns aufgestellten Regeln wie "keine Texte über Vergangenheit oder Emotionen" nur sehr schwer befolgen könnte.
Und solang das so ist bzw. ich mir unsicher bin, ist es wohl doch der falsche Weg.
Trotzdem. Ich kämpfe. Ich box mich irgendwie durch. Auch wenn ich grad wenig schön finde.
Eine Woche Urlaub noch jetzt. Haben 3 Spieldates ausgemacht und werden mal zum See fahren und hier im Garten nen neuen Sandkasten aufbauen. Das ist schön und ich freu mich drauf. Aber: ich bin halt doch der Clown, der Alleinunterhalter. Der ohne Unterstützung alles allein stemmt. Und so lang und gut ich das alles hinbekommen hab, momentan wächst es mir manchmal etwas über den Kopf.
Trotzdem drehen meine Gedanken sich oft wie ein Strudel und ich hab zu tun, da wieder rauszukommen.
Ich weiß ja, wie das läuft. Wichtig ist, wieder zu mir selbst zu finden. Niemand anderes kann mich glücklich machen, nur ich selbst.
Aber nach den letzten 1,5 Jahren ist das auch nicht die einfachste Aufgabe irgendwie.
So, ich les jetzt mal noch n paar Seiten in dem Buch über die Mafia in Deutschland - flasht mich total. Hat mir gut getan, das hier runter zu schreiben!
Danke euch und schönen Abend!