Ich bin auch jemand mit großem Freiheits- bzw. Individualiätsdrang und klinke mich mal hier ein.
Auch ich habe mehrere Beziehungen hinter mir, die längste davon eine Ehe von knapp 10 Jahren. Ich hatte (und habe derzeit) sehr schöne und gesunde, aber auch sehr ungesunde Beziehungen. In jeder habe ich sehr viel über mich und mein Verhältnis zu anderen, aber auch darüber, wie andere (insbesondere Männer in Beziehungen) so ticken können. Die Frage, ob ich es einfach nicht hinkriege, "den Richtigen" zu haben wie andere Leute, die ihr ganzes Erwachsenenleben mit der gleichen Person verbringen, kenne ich auch. Und auch, sehenden Auges in eine Beziehung zu latschen, die von vornherein unter schlechten Vorzeichen steht (wie ich zumindest im Nachhinein beurteilen kann!). Auch hier habe ich aber aus jeder etwas lernen können.
Weißt du MissSixty, nur weil andere ewig lang zusammen sind und/oder überall als Duo auflaufen, muss das ja noch lange nicht heißen, dass die auch wirklich glücklich miteinander sind oder gesunde Beziehungen führen. Ich habe gelernt, dass das nach außen hin oft ganz schön täuschen kann. Also versuche dich da nicht so in Vergleich zu setzen.
Das Thema des möglichen Alleinseins im Alter beschäftigt mich oft, da ich leider auch (ungewollt) kinderlos geblieben bin. Aber selbst in einer Ehe oder mit eigener Familie ist man nicht davor gefeit, im Alter allein dazustehen, auch wenn die Grundvoraussetzungen natürlich besser sind, als von vornherein ohne eigene Familie zu sein. Und du weißt ja auch nicht, ob das Ende dieser Beziehung nicht womöglich die Voraussetzung dafür ist, dass danach eine schönere, erfüllendere (oder zumindest überhaupt doch noch eine) Beziehung stattfinden kann. Oder eine sehr gute Freundschaft - meine Großtante hatte bis zu ihrem Tod einen von ihr liebevoll auf Distanz gehaltenen, aber sehr hartnäckigen Verehrer, und die beiden sind in sehr enger Freundschaft und gegenseitiger Fürsorge durchs Alter gegangen, jede/r in eigener Wohnung und trotzdem immer füreinander da.
Zitat von J_Eulenspiegel: Wenn man die Liebe mit der Sonne vergleicht, jetzt im Frühling, kann sie nicht lange genug scheinen und man möchte jede einzelne Sekunde einen Sonnenstrahl spüren. Übertragen auf die Liebe, für mich ist es Liebe, dass ich genau das empfange wie die Sonnenstrahlen, es kann nie genug sein.
Na guck da geht es schon los - ich bin im Frühling meist eher gestresst von der Wärme, der Sonne und dem ganzen Frühlingsbohei. Dafür freue ich mich im Herbst dann immer, wenn es endlich wieder kühler und nasser und dunkler und ruhiger wird. Die Menschen sind einfach verschieden, und genauso ist das Nähe-Distanz-Bedürfnis auf einer ziemlich breiten Skala sehr verschieden, ohne dass es als problematisch angesehen werden muss.
Zitat von J_Eulenspiegel: Was ist für euch Liebe? Wie spürt ihr die Liebe?
Ich denke mal, ähnlich wie die meisten. Also ich habe viele Zustände der Liebe kennengelernt, von Limerenz bis zur libidofreien und trotzdem sehr partnerschaftlichen Liebe war bei mir alles in verschiedenen Stadien/Phasen und Mischformen dabei, glaube ich. Ich hab halt nur trotzdem nie das Bedürfnis gehabt, jeden Tag mit der Person zusammen zu hocken, das würde bei mir irgendwann in sozialen Stress umschlagen. Selbst dann, wenn ich mit dem Mann zusammen gewohnt habe. Ich brauche meine Ruhephasen, auch genug Zeit für Hobbies, Freunde etc. und ich kann das auch problemlos meinem Partner zugestehen, das ist auch eine Form der Liebe - Selbstliebe und Selbstfürsorge. Das funktioniert aber eben nur, wenn Partnerin oder Partner ähnlich gestrickt sind, sonst wird immer einer von beiden einen gewissen Mangel spüren oder der andere einen gewissen Druck.