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7 Jahre glücklich und Trennung wegen S.?

traurigerstein

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Hallo ihr lieben,

schön dass ich bei euch sein kann! Hab mich extra für diesen Thread im Forum angemeldet, um mir meinen Frust von der Seele zu schreiben und externen Rat anzuhören.

Ich will mich "kurzfassen", soweit es geht:

Ich (m, 26) bin seit ca. 7 Jahren mit meiner Freundin (w, 26) zusammen, davon wohnten wir auch mehrere Jahre zusammen. Es gab vor 4 Jahren eine Pause von ca. 3 Monaten, bei welcher wir jedoch beide bemerkten, dass wir einander wieder haben wollen.

Jetzt ist es natürlich kaum möglich, euch die Höhen und Tiefen und generellen Begebenheiten der Beziehung objektiv in Kurzform darzustellen. Deswegen konzentriere ich ich auf "das Wichtigste" und werde, falls es Rückfragen gibt, auf diese eingehen.

Wir leben eine per se sehr harmonische Beziehung. Wir sind beide eher "verrückt" (z.B. ist unser gemeinsamer Freundeskreis wohl eher weit ab von einer "norm"), kommen beide aus schwierigen Haushalten (Beide Trinker als Väter, keine harmonische Ehe der Eltern, giftige Streitkultur zu Hause etc. ) und haben uns beide mit viel Müh und Fleiss über die letzten Jahre einen akademischen Titel geholt und dabei auch immer zusammen gehalten.

Wir haben schwere Schicksalsschläge (Tod etc) gemeinsam durchgestanden und sind dabei ein gutes Team. Wir haben zwar teilweise verschiedene Lebensvorstellungen (ich z.b. habe eher Fernweh und will ins Ausland, sie will am besten nahe ihrer Familie wohnen in Zukunft - Sie ist eher sehr modisch und ich eher altbacken. ), aber diese waren bei weitem keine unschlagbare Brücke zwischen uns und haben die Beziehung vielmehr interessant gehalten. Wir haben so viel voneinander profitiert und gelernt, würde ich aus meiner Perspektive sagen (sie würde es denke ich genauso einschätzen).

Das alles hat uns sehr zusammen geschweisst. Wir sind ein starkes Team, aussenstehende sagen oft "ihr seid so ein tolles Paar" o.Ä.

Wäre da nicht dieses "eine Problem", welches einen immer tiefern Spalt in die Beziehung geworfen hätte. Und zwar ist es die S. Anziehungskraft bzw. das S..

Die ersten 1-2 Jahre der Beziehung lief alles gut, wir waren wild, experimentierfreudig, haben uns beide gleich entwickelt und verspürten beide Lust. Dabei ging der "Startpunkt" schon immer von mir aus: Ich wollte - habe sie "verführt" und wir hatten S.. Ich war damals auch noch ein sehr extrovertierter Mensch (im Show-/Eventbusiness mit unzähligen Leuten zu tun gehabt) und aus jetztiger Perspektive denke ich, dass ich damals anziehender war, weil mich immer mal attraktive Frauen umgeben haben und ich mir auch noch nicht wirklich sicher war, für immer eine Beziehung zu wollen, da ich damals noch enorme Bindungsängste aufGrund meiner Erfahrungen in der Kindheit hatte - kann natürlich auch totaler Schwachsinn sein. Fremd gegangen bin ich nicht!

Es fing nach mehreren Jahren an, dass ich mich daran störte, dass alles S. ausschließlich von mir ausgeht. Mann will ja auch mal "vernascht werden"! Wenn ich mich zurück erinnere, fing es vor allem da an für mich "schlimm" zu werden, als ich das gemacht habe, was sie eigentlich immer wollte: Ihr zu sagen, dass ich mir nur noch sie als Frau vorstellen kann und ich mich für immer für sie entschieden habe. Da ich ein sehr offener und kommunikativer Mensch bin, hab ich natürlich irgendwann "offensiv" angesprochen dass ich kurzum gesagt mehr bzw. leidenschaftlicheren S. will. Ich habe hinterfragt, was dahinter steckt und ob man ihre Lust irgendwie steigern könnte.

Anfangs stieß das auf großes Missverständnis: Ich war der Perversling und würde nur ans eine denken. Das hat mich sehr verletzt und ich habe mich stark selbst hinterfragt, wollte ich doch auf keinen Fall das sein, was sie mir vorwarf (Würde mich als Feministen bezeichnen). Also war das Thema erstmal für ein paar Monate gegessen und ich habe versucht, mein Verlangen runterzuschrauben. Das war jedoch im Nachhinein ein Fehlschlag, da ich wie ein kleines Kind irgendwann nur noch mehr wollte. Also hab ich versucht, an mir zu arbeiten. SIe immer wieder gefragt, ob sie etwas an der Beziehung bzw. an meiner Person störend findet (und bin dabei darauf gekommen dass es schon einige Verbesserungspunkte gibt). Und habe alles aufgenommen und versucht aktiv umzusetzen: Mehr Sport, mehr gemeinsame romantische Aktivitäten, eine große Palette Hemden etc. gekauft und mich gut gekleidet. Ihr einfach mal mit Rosen ein Frühstück an den Tisch gezaubert .- ohne Hintergedanken!

Leider hat sich absolut nichts geändert. Im Gegenteil: Dadurch, dass ich das Problem in den Raum stellte und ansprach, baute sich eine Blockade auf und sie fühlte sich unter Druck gesetzt. Das tat mir wirklich unglaublich leid und ich versuchte alles wiederum zurück zu stellen, soweit es ging, und ihr einfach nur ein toller Mann an der Seite zu sein. Leider klappte das nach Jahren hin und her nicht mehr - ich war regelrecht *beep* und hatte inzwischen ein unstillbares Verlangen aufgebaut.

Irgendwann hat sich bei ihr was gedreht und ich war nicht mehr der Perversling und sie meinte, sie will einfach nicht so wie ich und hat eigentlich fast gar kein Verlangen nach S. - so Sb sie auch nur 3-4x im Jahr. Ich hingegen hab irgendwann fast ne Sucht aufgebaut, gegen die ich seit paar Monaten nun auch wieder aktiv vorgehe.
Ich habe viel Zeit im Internet verbracht, andere Meinungen zu dem Thema gelesen, gemerkt dass ich nicht alleine stehe mit dem Problem. Irgendwo hat mal eine Frau geschrieben, dass es bei ihr ähnlich war und an der Pille lag. Ich konnte meine Freundin davon überzeugen, diese abzusetzen. Das ist nun ca. ein 3/4 Jahr her - ohne Änderung in ihrem Verlangen.

Inzwischen sind wir irgendwie am Ende - Ich fress das Problem in mich rein, weil sie inzwischen doch schon stark "mitbelastet" ist. So tue ich ihr so leid, dass sie mir manchmal S. anbietet, obwohl ich merke, dass sie eigentlich gar nicht so richtig will. "Mitleidssex" hab ich in manchen Foren dazu gelesen. Das wiederum lässt mich total unmännlich fühlen - hat mich in eine regelrechte Depression geritten. Ich habe weniger Selbstvertrauen und schlafe deswegen teilweise Nächte nicht mehr durch. Sie würde mir auch immer anbieten, dass ich z.B. ihre Brüste nehme oder auf ihre *beep* Sb. Am Anfang fand ich das als Zwischenlösung toll - inzwischen krieg ich allein beim dran denken die nächste Depression. Ich fühle mich wie der letzte Lappen. Egal was ich mache - meine Freundin steht nicht auf mich und ich komme ernsthaft nicht mehr damit klar.

So habe ich seit ca. 2 Wochen den Beschluss gefasst, Schluss zu machen. Das habe ich auch schon vor 3 Monaten versucht mit dem gleichen Argument, allerdings war sie so unfassbar traurig (irgendwo aber auch bisschen verständnisvoll) - ich konnte es nicht ertragen, dass sie so gar nicht damit klarkommt. Ich liebe diese Frau. Ich bin durch richtig miese sch. geritten mit ihr und wir haben einen komplett gleichen Freundeskreis. Wir lachen sehr viel miteinander und verstehen uns blind (fast wie im Film). Wir leben einfach in vollen Zügen - nur das S. steht dazwischen. Sie tat mir so unfassbar Leid, also habe ich noch vor 3 Monaten beschlossen lieber leide ich bis Ende des Lebens als ihr das "anzutun" - es gibt ja wichtigeres als S..

Ich begehre sie so unfassbar sehr und sie würde nach eigener Aussage auch mit 1x im Monat S. Problemlos klar kommen. Zwischendurch waren wir auch irgendwie bei 1x die Woche S., aber er gibt mir leider nichts mehr, da es nur dieser "Mitleidssex" ist und demnach läuft aktuell so gut wie nichts.

Ich bin ein emotionales Wesen, deswegen schreibe ich hier - gehts nach einigen Kumpels, so solle ich schlussmachen, da ich "alle Chancen" bei anderen Frauen habe. Vor Jahren habe ich mich jedoch eigentlich entschlossen - Ich finde, das Leben besteht aus Entscheidungen, und eigentlich habe ich damals eine Entscheidung für diese Frau getroffen. Jedoch bin ich inzwischen depressiv und dieses "kleine Problem" frisst sich durch meinen kompletten Tagesablauf. Und ich will keiner dieser Assis (Vorsicht! Nur meine Ansicht!) werden, die in der Ehe dann zu Prost. gehen oder eine Affäre haben oder anderweitig ausrasten. Ich merke, dass es ein Grundbedürfnis ist. Und viele Momente im Leben haben mir eindringlich gezeigt - man lebt nur einmal.

Was ist eure Meinung? Schluss machen? Noch etwas versuchen? Paartherapie kommt nicht in Frage - Da ich in diese Richtung sehr "erfahren" bin, weiß ich, was mir vorgeschlagen wird und wir haben auch das meiste schon versucht.

Liebe Grüße und Respekt, wer bis hier gelesen hat!

28.12.2020 22:34 • #1


Cinderellaa


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Hallo und herzlich willkommen,

Wenn euer S. Leben einfach nicht mehr so läuft, und du dabei dich nur nach hinten stellst, kommen nur Probleme auf. Du sagst das du sie liebst, dann finde ich das du ganz offen und direkt alles ansprechen sollst mit ihr. So wie du hier jetzt offen uns allen deine Sicht erzählt hast, solltest du es auch bei ihr tun. Wenn danach sich immer noch nichts ändert du weiterhin nicht glücklich bist dann kannst du dann entscheiden ob du das beibehalten willst oder dich trennen willst. Aber bevor so ein radikaler Schnitt passiert, redet miteinander. Ihr seit in einer Beziehung und da ist jeder auf Augenhöhe, du gehst auf sie zu, sie geht auf dich zu. Und dann findet eine Lösung. Was danach dann ist oder nicht ist das zeigt sich dann. Aber stelle deine Bedürfnisse nicht immer hinten an sondern stehe auch dazu und rede offen mit ihr.

28.12.2020 22:58 • x 1 #2



7 Jahre glücklich und Trennung wegen S.?

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monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von traurigerstein:
Anfangs stieß das auf großes Missverständnis: Ich war der Perversling und würde nur ans eine denken

Sowas finde ich immer sehr schade. Das fördert nicht gerade das Vertrauensverhältnis in der Beziehung. Die gemeinsame S. sollte nicht nur das Problem von einem Partner sein sondern ein Thema das beide gleichermaßen angeht. Dich als Perversling zu bezeichnen .... was will sie damit erreichen? Du wirst dich dadurch erst recht zurückgewiesen fühlen oder dich auf Sicht mehr zurückziehen, mehr verschließen.

Wenn Paare in mehreren Lebensbereichen sehr gegensätzlich sind dann kann das ne Zeit lang anziehend sein aber meiner Erfahrung nach sind es die Gleichheiten die langfristig zusammenhalten. Konservativ oder modern, Fernweh oder sesshaft, S+x oder kein S+x. Driften die Vorstellungen so weit auseinander ist das eine große Herausforderung und es bleibt die Frage ob man sich diesen täglichen Herausforderungen stellen möchte oder sich doch vllt. nach jemanden umsieht mit dem der Alltag einfacher sein könnte und damit weniger konfliktbeladen ist. Diese Unzufriedenheit wird bei dir nicht besser werden. Irgendwann schlägt das um von Trauer über Wut über Resignation und final womöglich noch fremdgehen und damit der Beziehung den letzten Dolchstoß verpassen. Da wäre es besser vorher einen sauberen Cut zu machen, so, dass man sich noch guten Gewissens in die Augen schauen kann.

28.12.2020 22:58 • x 2 #3


nimmermehr

nimmermehr


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Ganz ehrlich? Wenn dir S'ex so wichtig ist, geh keine langjährige Beziehung ein. Der S'ex wird in fast jeder harmonischen Beziehung nach 1-2 Jahren weniger. Entweder man hat eine Beziehung voller Dramen ständig mit on und off, wo man sich des Anderen nie sicher ist, das hält auch das S'exleben wach. Oder man hat es harmonisch und kuschelig, das geht aber zu Lasten der (vor allem weiblichen) Libido, weil der Mann s'exuell so anziehend wird wie ein Teddybär. Das sind meine Erfahrungen selbstgemacht und im eigenen Umfeld beobachtend. Man kann leider nicht alles haben. P.S. Mit der nächsten Frau stehst Du nach 2 Jahren vor demselben Problem.

28.12.2020 23:02 • x 13 #4


Gracia


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wenn ihr euch ansonsten so super gut versteht und zusammen bleiben wollt was spricht denn gegen eine Öffnung der Beziehung?

Dann kannst du dir das was du brauchst ja woanders holen... Aber du sagst das möchtest du eigentlich nicht. Warum

Wie sieht es denn du aber auch in Zukunft Planung aus? Spielen da Kinder eine Rolle?

28.12.2020 23:18 • #5


traurigerstein


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Hallo ihr lieben!

Erstmal danke für die ganzen lieben Meinungen und Antworten, freut mich so schnell auf so viel Reaktionen zu stoßen! Ihr seid toll
Zitat von Cinderellaa:
Hallo und herzlich willkommen,

Wenn euer S. Leben einfach nicht mehr so läuft, und du dabei dich nur nach hinten stellst, kommen nur Probleme auf. Du sagst das du sie liebst, dann finde ich das du ganz offen und direkt alles ansprechen sollst mit ihr. So wie du hier jetzt offen uns allen deine Sicht erzählt hast, solltest du es auch bei ihr tun. Wenn danach sich immer noch nichts ändert du weiterhin nicht glücklich bist dann kannst du dann entscheiden ob du das beibehalten willst oder dich trennen willst. Aber bevor so ein radikaler Schnitt passiert, redet miteinander. Ihr seit in einer Beziehung und da ist jeder auf Augenhöhe, du gehst auf sie zu, sie geht auf dich zu. Und dann findet eine Lösung. Was danach dann ist oder nicht ist das zeigt sich dann. Aber stelle deine Bedürfnisse nicht immer hinten an sondern stehe auch dazu und rede offen mit ihr.


WIe gesagt, hab ich es schon angesprochen. Eigentlich schon seit Jahren. Vor Monaten wollte ich eben schon schluss machen und habe es offen zum Thema gemacht, dass ich es so nicht mehr aushalte. Ihren Schmerz daraufhin und ihren Zusammenbruch konnte ich jedoch nicht ertragen, ihr wohlwollen ist mir einfach trotzdem sehr wichtig

Zitat von monchichi_82:
Sowas finde ich immer sehr schade. Das fördert nicht gerade das Vertrauensverhältnis in der Beziehung. Die gemeinsame S. sollte nicht nur das Problem von einem Partner sein sondern ein Thema das beide gleichermaßen angeht. Dich als Perversling zu bezeichnen .... was will sie damit erreichen? Du wirst dich dadurch erst recht zurückgewiesen fühlen oder dich auf Sicht mehr zurückziehen, mehr verschließen.

Wenn Paare in mehreren Lebensbereichen sehr gegensätzlich sind dann kann das ne Zeit lang anziehend sein aber meiner Erfahrung nach sind es die Gleichheiten die langfristig zusammenhalten. Konservativ oder modern, Fernweh oder sesshaft, S+x oder kein S+x. Driften die Vorstellungen so weit auseinander ist das eine große Herausforderung und es bleibt die Frage ob man sich diesen täglichen Herausforderungen stellen möchte oder sich doch vllt. nach jemanden umsieht mit dem der Alltag einfacher sein könnte und damit weniger konfliktbeladen ist. Diese Unzufriedenheit wird bei dir nicht besser werden. Irgendwann schlägt das um von Trauer über Wut über Resignation und final womöglich noch fremdgehen und damit der Beziehung den letzten Dolchstoß verpassen. Da wäre es besser vorher einen sauberen Cut zu machen, so, dass man sich noch guten Gewissens in die Augen schauen kann.


Diese Ansicht finde ich sehr interessant. Vielleicht ist es ja auf dauer wirklich nichts, wenn man zu sehr auseinander driftet. Ich habe bis jeher nach dem Sprichwort "Gegensätze ziehen sich an" gelebt. Und denke tatsächlich, dass ich für mein Leben viel gelernt habe von ihr (und sie von mir) eben durch diese Gegensätze. Aber vielleicht ist es tatsächlich nichts für die Ewigkeit dann... Aber wir haben uns auch sehr in die Mitte hin "geändert", so ziehen 7 Jahre Beziehung und tägliches aufeinander sitzen ja nicht aneinander vorbei....


Zitat von nimmermehr:
Ganz ehrlich? Wenn dir S'ex so wichtig ist, geh keine langjährige Beziehung ein. Der S'ex wird in fast jeder harmonischen Beziehung nach 1-2 Jahren weniger. Entweder man hat eine Beziehung voller Dramen ständig mit on und off, wo man sich des Anderen nie sicher ist, das hält auch das S'exleben wach. Oder man hat es harmonisch und kuschelig, das geht aber zu Lasten der (vor allem weiblichen) Libido, weil der Mann s'exuell so anziehend wird wie ein Teddybär. Das sind meine Erfahrungen selbstgemacht und im eigenen Umfeld beobachtend. Man kann leider nicht alles haben. P.S. Mit der nächsten Frau stehst Du nach 2 Jahren vor demselben Problem.


Das ist eine Lebensansicht, die ich nicht teilen will. Also das eine harmonische Beziehung gezwungenermaßen zu wenig S. führt. Ich kenne einige Menschen 40+, die ein sehr aktives S. führen (z.B. Onkel & Tante) und das über jahrelange Ehe hinweg. Auch ein befreundetes Pärchen hüpft nach 8 Jahren+ Beziehung immer noch sehr lange und ausgiebig durch die Betten und nach außen zumindest leben die ein sehr harmonisches Leben. Der Umkehrschluss deiner Vermutung ist ja, dass Harmonie und Glück unabdingbar zu S. führt. Das kann ich mir kaum vorstellen.

Zitat von Gracia:
wenn ihr euch ansonsten so super gut versteht und zusammen bleiben wollt was spricht denn gegen eine Öffnung der Beziehung?

Dann kannst du dir das was du brauchst ja woanders holen... Aber du sagst das möchtest du eigentlich nicht. Warum

Wie sieht es denn du aber auch in Zukunft Planung aus? Spielen da Kinder eine Rolle?


Das war auch schon Thema. Erst war sie dagegen, meinte so kann sie keine Beziehung führen. Dann war sie irgendwann aus "heiterem Himmel" dafür. Das war in einer Zeit, in der ich aber sehr viel Stress um die Ohren hatte und keine Zeit, mir eine Affäre "zuzulegen". Als es dann in die Richtung von meiner Seite "ernster" wurde, war sie wieder dagegen...
Inzwischen habe ich hier aber auch eine ganz andere Meinung als noch vor paar Jahren: Ich will IHRE Aufmerksamkeit und IHR Verlangen, wenn das nicht funktioniert und ich mich ernsthaft wieder "auf die Pirsch" mache, ist es vielleicht besser, es zu beenden. Ich vermute sehr hohes Konfliktpotenzial hinter offenen Beziehungen um ehrlich zu sein. Vor allem bei uns, wo ja nur ich losziehen würde, kann ich mir kaum vorstellen, dass sie das auf Dauer kalt lässt. Zuletzt ist mein Gedanke dazu, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie sich dann auch eine Affäre sucht (ich weiß, total unfair). Da ich ja in dem "Dilemma" bin, weil sie mich nicht begehrt und ich denke es würde mich fertig machen, wenn sie es bei einem anderen mann dann doch tut...

28.12.2020 23:43 • x 3 #6


Woelkeline


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Guten Morgen lieber TE,

Deine Geschichte hat mich wirklich berührt und ich möchte Dir gerne antworten.

In Deiner Schilderung fehlt mir das Bemühen Deiner Freundin, an eurer Situation etwas zu ändern, ich gehe davon aus, dass da von Ihrer Seite nichts kommt? Das passt für mich ins Bild: Du bist sehr bemüht, hinterfragst Dich ständig selbst, änderst Dinge, verbiegst Dich und kannst es am Ende doch nur falsch machen. Sätze wie: "Du bist ja perv." oder "ich fühle mich unter Druck gesetzt" sind extrem unfair. Du fühlst Dich (zu Recht!) vor den Kopf gestoßen, ziehst Dich zurück und Deine Freundin hat wieder ein paar Wochen "Ruhe" und muss sich mit dem Thema nicht auseinander setzen. Die "Alternativen", die sie Dir anbietet, sind beschämend, das empfindest Du auch so. Sie können allenfalls eine weitere Spielart in einem ausgefüllten S. Leben sein, aber kein Ersatz, damit Du Ruhe gibst.......

Du merkst selbst, dass Du Dich veränderst und es Dir gesundheitlich schlechter geht, mal abgesehen von der Lust, die sich ja nicht einfach in Luft auflöst. S. ist eben die größt mögliche Nähe zwischen Menschen und das Gefühl, das bedingt durch die Hormone entsteht, entsteht eben nur beim S. und nicht, wenn man zusammen kocht oder sich auf einen Film einigen kann.

Ich denke, es ist das alte Lied: sie will Dich nicht mehr, aber das bedeutet nicht, dass Dich eine andere Frau haben kann. Das erklärt auch ihre Reaktion auf das Öffnen der Beziehung (plötzlich will sie nicht mehr) und Deine Trennung (plötzlich will sie Dich wieder).

Ein Öffnen der Beziehung führt warscheinlich auch zum Ende, denn Du bist so ausgehungert, dass die Gefahr besteht, dass Du Dich verliebst, wenn Du auf eine Frau triffst, die Dich begehrt und mit der Du eine schöne Zeit hast. Und Du kommst so empathisch und sympathisch rüber, dass ich mir vorstellen kann, dass sich auch Frau schnell in Dich verlieben kann. Das weiß Deine Freundin auch, daher ihre Reaktion.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hat sich aber auch nach der Rücknahme der Trennung nichts geändert?

Ihr seid jung zusammen gekommen. Vielleicht solltet ihr euch die Chance geben, neue Wege zu gehen.

29.12.2020 08:32 • x 5 #7


Heffalump

Heffalump


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Zitat von nimmermehr:
Ganz ehrlich? Wenn dir S'ex so wichtig ist, geh keine langjährige Beziehung ein. Der S'ex wird in fast jeder harmonischen Beziehung nach 1-2 Jahren weniger. Entweder man hat eine Beziehung voller Dramen ständig mit on und off, wo man sich des Anderen nie sicher ist, das hält auch das S'exleben wach. Oder man hat es harmonisch und kuschelig, das geht aber zu Lasten der (vor allem weiblichen) Libido, weil der Mann s'exuell so anziehend wird wie ein Teddybär. Das sind meine Erfahrungen selbstgemacht und im eigenen Umfeld beobachtend. Man kann leider nicht alles haben. P.S. Mit der nächsten Frau stehst Du nach 2 Jahren vor demselben Problem.

Gute Beziehung und guter 6 schliesst sich nicht aus, ich habe da andere Beobachtungen gemacht. Der 6 langjähriger wird oft besser, weil man auch weiß, was Partner mag, worauf er sich einlässt usw.

Den Stempel: Alles wird wie´s mal war - ist doch nicht übertragbar.

Schlimmer finde ich, wenn man sich für Partner verbiegt, bis man körperlich schwindet und dadurch schon in sich, bei ihr, wie bei TE, deutlich zeigt - es passt nicht zusammen und wird krampfhaft aufrecht erhalten.

sie will wenig, er will normal ein, zweimal die Woche. Das passt eben nicht. Dann sollte man sich frei geben - und den Partner finden dürfen, dem Menge und Qualität gleich wichtig ist.

29.12.2020 08:43 • x 6 #8


Sliderman

Sliderman


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Zitat von nimmermehr:
Ganz ehrlich? Wenn dir S'ex so wichtig ist, geh keine langjährige Beziehung ein. Der S'ex wird in fast jeder harmonischen Beziehung nach 1-2 Jahren weniger. Entweder man hat eine Beziehung voller Dramen ständig mit on und off, wo man sich des Anderen nie sicher ist, das hält auch das S'exleben wach. Oder man hat es harmonisch und kuschelig, das geht aber zu Lasten der (vor allem weiblichen) Libido, weil der Mann s'exuell so anziehend wird wie ein Teddybär. Das sind meine Erfahrungen selbstgemacht und im eigenen Umfeld beobachtend. Man kann leider nicht alles haben. P.S. Mit der nächsten Frau stehst Du nach 2 Jahren vor demselben Problem.


Es tut mir wirklich leid, wenn du diese Erfahrungen gemacht hast. Das ist absolut nicht nachvollziehbar. Das sich die Häufigkeit nach einigen Jahren ändert, ist sicherlich erklärbar, allerdings steigert sich im Laufe der Jahre die Qualität des S.
Dazu gehört aber etwas was die meisten Paare nicht können! REDEN!
Es ist doch DAS Problem der meisten Beziehungen, das nicht wirklich offen über S. geredet wird. Wenn bei dir nach 1-2 Jahren schon Eintönigkeit und Flaute im Bett war, solltest du dir Gedanken über deine Partner machen und vielleicht auch mal über Dich!
Wieso muss eigentlich nur der Mann s. anziehend bleiben? Ist das nicht ein bisschen verkehrte Welt?

29.12.2020 08:59 • x 4 #9


KPeter


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Moin,
ja, wie du schon schreibst: Gegensätze ziehen sich an. Das ist aber nur eine von drei Säulen, auf denen eine langjährige Liebesbeziehung steht. Und die zweite sehr wichtige Säule steht genau unter dem Gegenteil: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Das, was eure Beziehung also so stark und dauerhaft gemacht hat, waren eure gemeinsamen Projekte. Darum nennt man das auch "partnerschaftliche Liebe". Und die ist noch da, die ist noch stark, die kann auch dauerhaft bleiben. Und eine dritte Säule gibt es noch: Die freundschaftliche Liebe. Also das, was wir gern Seelenverwandtschaft nennen. Auch das scheint da zu sein. Und eine Beziehung mit allen drei Säulen, die gleich stark ausgeprägt sind, ist sehr selten und kann auch nicht erwartet werden.

Soweit die Theorie. Tatsächlich sind sich die Paartherapeuten darüber einig, dass die Säule der "leidenschaftlichen Liebe" am fragilsten ist und die kürzeste Halbwertzeit hat. Da nutzen auch einige wenige Beispiele nichts, die man eh nicht von innen kennt, sondern nur vom äußeren Anschein. Bei dieser wichtigen Form der leidenschaftlichen Liebe ging es ja um den Leitsatz: Gegensätze ziehen sich an. Und da liegt die Krux. Diese Gegensätze nivellieren sich, sie schließen sich ab, sie verschwinden immer mehr hinter dem, was die partnerschaftliche Liebe an Erfolgen zeigt. Und da geht es ja um Gleich und Gleich, es geht um Teamarbeit, um Sich-Anpassen und um gemeinsame Erfolge. Gegensätze stören da eher und darum werden sie auch abgearbeitet. Und dann fehlen sie genau da, wo man sie am liebsten hätte, bei der Leidenschaft.

Ich präsentiere hier keine Lösung, ich analysiere nur. Und ich stelle in den Raum, dass ihr absolut nicht alleine damit seid. Der Mitleidsx deiner Frau ist sehr liebevoll gemeint. Und weil er ein Opfer ist, willst du es nicht annehmen, weil du begehrt werden willst und nicht geduldet. Dieses Problem haben Millionen Männer. Aber oft sind sie mit Frauen verheiratet, die weniger intelligent sind als deine, und die weniger dazu in der Lage sind, dieses Problem mit ihrem Partner zu besprechen. Du bist da meiner Meinung nach in einer recht komfortablen Situation. Denn da sind keine Fronten, sondern da ist Verständigungsbereitschaft, sogar Toleranz, da ist vor allem ganz offensichtlich auch eine starke Liebe im Spiel. Dagegen steht vor allem bei dir das Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen. Denn irgendwann könnte ja auch dein s. Bedürfnis nachlassen. Und bis dahin willst du noch etwas davon haben.

Ich habe keine Ahnung, wie weit deine Frau gehen würde, wenn es konkret wird (ob sie dir zum Beispiel einen monatlichen Besuch im SWClub erlauben würde, um mal eine extreme Lösung anzusprechen). Ich glaube aber, dass ihr immer noch auf einer Ebene seid, wenn ihr darüber sprechen könnt, was dich umtreibt, dich traurig macht; vor allem aber: Was euch verbindet. Denn noch verbindet euch mehr, als euch trennt. Und das ist wunderbar.
Überlegt euch, ob ihr das aufgeben wollt. Und redet darüber mit der Verwendung des Wortes WIR. Das ist gut für den Zusammenhalt.

29.12.2020 09:11 • x 1 #10


Lumba


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Guten Morgen

Mich hat Deine Geschichte auch berührt, Traurigerstein!

Ich denke, es kann nicht gut gehen, wenn einer der Partner seine Bedürfnisse nicht ausleben kann. Außerdem glaube ich, das ist alles schon so festgefahren, dass es da ohne Cut keinen Neuanfang geben kann.

Da Dir die Frau noch so viel bedeutet, dass Du für sie Dein Leben "nicht leben willst", rate ich Dir nicht zur kompletten Trennung. Aber ich rate Dir zur räumlichen Trennung.

Das kann viel neu aufbauen, es KANN Neues entstehen. Wenn ihr so weiter macht, wird sich nichts ändern. Eher wird es heftiger und Du wirst irgendwann vermutlich doch ausleben wollen, was für Dich ein Grundbedürfnis ist.

Such Dir ne neue Wohnung, schau Dir auch neue Menschen an und date Deine Partnerin. Dann wird sich finden, was sich finden soll, bestehen was bestehen bleiben soll oder sich auflösen, was sich auflösen soll und darf.

Herzliche Grüße

29.12.2020 09:15 • x 4 #11


nimmermehr

nimmermehr


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Ich habe halt diese Erfahrung gemacht und das auch im eigenen Umfeld so mitbekommen - und entsprechende Kontaktbörsen sprechen auch eine deutliche Sprache - dass die meisten (nicht alle) Männer einen stärker ausgeprägten S'exualtrieb haben als Frauen UND dass Männer und Frauen auch im Bett meist (nicht immer) anders ticken, was Verführung / Verführbarkeit etc. betrifft. Es gibt dadurch zwangsläufig weitaus mehr Paare, wo das se'xuelle Verlangen / Bedürfnis unterschiedlich ist und in den meisten Fällen ist es nun mal so, dass der Mann öfter will als die Frau. Da kann man auch reden und kommunizieren wie man will, der eine kann sich seine Bedürfnisse nicht wegreden und der Andere nicht herbeireden.

So gibt es dann Paare, wo man sich darauf arrangiert, dass einer weniger S'ex hat als er möchte, sich damit dann zufrieden gibt oder außerhäuslich aktiv wird. Paare, wo einer um des lieben Friedens Willen öfter S'ex hat als er selbst braucht bzw. von sich aus wollen würde ("Der Appetit kommt beim Essen"), Paare, die sich deshalb trennen weil keiner kompromissbereit ist und Paare wo es passt. Letztere sind aber eher seltener. Und glaubt mir, liebe Männer, wir Frauen reden da untereinander sehr viel offener als wir mit Euch reden.

"Es tut mir wirklich leid, wenn du diese Erfahrungen gemacht hast. Das ist absolut nicht nachvollziehbar. "
Nicht? Dann geh mal auf eine Plattform wie C-Date und guck dir das Männer-Frauen-Verhältnis da an und frag die Männer, warum sie da sind (und wieviel Erfolg sie da haben). Nicht nur ich mach(t)e diese Erfahrung, S. und Affären sind einer der häufigsten Trennungsgründe, warum wohl, wenn das doch alles nur einzelne schlechte Erfahrungen und Ausnahmen sind? Solche Plattformen sind voll von Männern, die in ihren Beziehungen unterse'xt sind, der Frauenanteil ist gering, besteht oft aus Fakes, Professionellen oder Frauen, die da ihr Ego pimpen wollen, die wenigsten Männer finden da wirklich jemanden fürs Bett, nur die Schönsten natürlich, und wählerisch dürfen sie nicht sein bei der geringen Auswahl an willigen Frauen.

"Wieso muss eigentlich nur der Mann s. anziehend bleiben? Ist das nicht ein bisschen verkehrte Welt?"
Weil er meist auch öfter und schneller bereit ist als die Frau. Eine Frau wird im Kopf verführt, das ist weitaus aufwändiger als ein kurzer Griff in die Hose.

Für mich passen Männer und Frauen se'xuell im Grunde nicht zusammen und das Konzept der lebenslangen Monogamie ist für die meisten nicht lebbar ohne dass einer Abstriche macht.

29.12.2020 09:21 • x 3 #12


Sliderman

Sliderman


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Fast alle Menschen haben die gleichen Wünsche was Beziehungen angeht.
Sie wollen geliebt , gewollt und begehrt werden! Hier ist eine ganz entscheidende Vorraussetzungen weggebrochen , die Leidenschaft! Genau aus diesem Grund ist die Beziehung tot und langfristig zum scheitern verurteilt....
Was soll denn die Aussage, der Mitleid S. der Frau wäre lieb gemeint? Gehts noch?
Schon mal darüber nachgedacht, wie abwertend Mitleid S. ist?
Der TE ist noch so jung und soll sich bis ans Ende seiner Tage mit ein paar Brotkrümeln zufrieden geben, die ihm die Ehefrau hinwirft?

29.12.2020 09:25 • x 3 #13


Heffalump

Heffalump


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Zitat von nimmermehr:
das Konzept der lebenslangen Monogamie



Das sind ja auch Erfindungen, die Staat und (leider auch die Religion) gefördert haben.

29.12.2020 09:26 • x 2 #14


Sliderman

Sliderman


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Zitat von nimmermehr:
Für mich passen Männer und Frauen se'xuell im Grunde nicht zusammen und das Konzept der lebenslangen Monogamie ist für die meisten nicht lebbar ohne dass einer Abstriche macht.


Natürlich passen der richtige Mann und die richtige Frau zusammen.
Irgendwelche Dating Plattformen sind in keinster Weise repräsentativ!
Real Life ist das was zählt!
Hier geht es auch nicht um Monogamie als Beziehungsform! Es geht darum das der TE sein Leben mit einer Frau verschwendet, die mit ihm nicht kompatibel ist!

29.12.2020 09:31 • x 3 #15



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