rainer_a
Mitglied
- Beiträge:
- 66
- Themen:
- 5
- Danke erhalten:
- 8
- Mitglied seit:
Ich bin neu im Forum und möchte erst einmal alle grüßen. Habe vor der Anmeldung bereits Einiges gelessen, auch die Tipps, wie man mit dem Verlassen werden fertig werden kann, aber jede Geschichte ist anders und ich würde meine gerne einmal loswerden.
In einem anderen Forum wurde ich vor einiger Zeit ziemlich dumm angemacht, dass meinen Beiträgen aufgrund von fehlenden Absätzen oder mißverständlichen Formulierungen nicht gut zu folgen wäre. Falls dies hier auch so ist, bitte ich dies zu entschuldigen, aber meine momentane emotionale Lage hindert mich daran, den höchsten Stellenwert meiner Beiträge auf Grammatik und Schreibstil zu verwenden.
Hier meine Geschichte:
Ich bin 34 und seit knapp 8 Jahren mit meiner Frau zusammen. Geheiratet haben wir Mitte 2006. Meine Frau ist meine erste wirkliche große Liebe, ich habe mir vorher immer Zeit gelassen, mich fest zu binden. Erst sie war diejenige, bei der ich mir 100% sicher war und leider auch immer noch bin. Ich bin leider der felsenfesten Überzeugung, dass es die große und wahre Liebe nur einmal im Leben gibt und ich sie mit ihr gefunden habe.
Die letzen zwei Jahre unseres Lebens waren sehr turbulent. 2009 sind wir von unserer damaligen Wohnung in Moers nach Bochum ins Haus meiner Eltern gezogen (ca. 50 km Entfernung). Dies hat Ihrer Mutter von Anfang an nicht gepasst. Diese hat seitdem auf sie oder uns eingeredet, dass sei ein Fehler gewesen. Bochum wäre nicht die Heimat meiner Frau und wir sollen gefälligst wieder zurück in ihre Nähe ziehen. Solche Bemerkungen kamen immer wieder. Noch dieses Jahr Ostern teilte sie uns mit, bei Ihr in der Straße stünde ein Haus zu Verkauf...
Letztes Jahr im April wurde bei meiner Mutter Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt. Im September ist sie dann gestorben. Mein Vater hat sie zuhause bis zum Tod gepflegt. Kurz vorher habe ich von meinem Vater das Haus überschrieben bekommen. Dies hatten wir so vereinbart, damit ich nicht völlig ahnungslos darstehe, falls ihm auch mal etwas passiert. Meine Schwester zahle ich zur Hälfte in Monatsraten aus.
Im Dezember wurde ich dann vom Chef gefragt, ob ich für ein halbes Jahr nach Nürnberg auf eine bessere Stelle gehen würde, um mich dort zu beweisen und anschließend auch hier eine bessere Stelle zu bekommen. Dies habe ich mit meiner Frau und meinem Vater (der sich in der Zeit dann noch mit um das Haus kümmern muss) besprochen. Wir waren uns einig, dass ich diesen Schritt wagen solle, das halbe Jahr geht schnell vorbei (März bis August).
Meine Frau und ich haben für dieses Jahr geplant ein Kind zu bekommen. Wir waren voller Vorfreude bereits mehrmals in Möbelhäusern, um Kinderzimmer anzuschauen. Aus diesem Grund habe ich im Januar auch einen Kombi-Jahreswagen gekauft. Die Finanzierung läuft auf meine Frau und mich. Mit diesem hatte ich im Februar einen Verkehrsunfall - Totalschaden. Dank Versicherung ist jedoch bereits ein neues Auto - auch Kombi - da.
Seit März war ich nun in Nürnberg, nach zwei Wochen fiel mir auf, dass meine Frau sich veränderte. Wenn wir uns am Wochenende trafen, reagierte sie teilweise sehr aggressiv. Ihr Verhalten wechselste dabei von einer Minute auf die andere. Einerseits konnte sie auf einmal nicht mehr genug Sex haben, was mich natürlich sehr freute. Dann wurde sie aber von jetzt auf gleich zornig, sagte, ich würde sie einengen, etc.
Bestes Beispiel: Ich frage sie, ob sie im Fernsehen ihre Lieblingsserie geschaut hat. Sie sagt, mit meiner Fragerei würde ich sie in die Ecke drängen.
Eines Freitags, nachdem ich extra früh von Nürnberg nach Hause gefahren bin, damit wir möglichst viel vom Wochenende haben, platze dann der Knoten. Wir haben noch während ich unterwegs war telefoniert uind ich sagte, dass ich mittags zuhause sei. Sie kam jedoch erst abends in unsere gemeinsame Wohnung. Sie habe noch einen Bekannten getroffen und war Kaffee trinken. Als ich dann säuerlich wurde, sagte sie mir, ich solle mal überlegen, woran das liegen könne. Sie sagte, sie hätte gemerkt, sie vermisst mich während der Woche nicht so, wie es eigentlich sein müsste. Sie hätte das Gefühl, sie hätte sich die letzen zwei Jahre nur etwas vorgemacht und an etwas festgehalten, was nicht mehr wäre. BUMM.
Ich habe sie gebeten, mit mir darüber zu reden, sie wollte aber lieber abwarten, ob sich das bei ihr von alleine wieder legen würde. Tat es aber nicht. Dann bat ich sie, dass wir zusammen zu einer Paartherapie gehen, sie wollte nicht.
Da meine Frau nicht mit mir über unsere Eheprobleme sprechen wollte, habe ich mich einer Arbeitskollegin anvertraut, mit der ich sehr gut zurecht komme. Ich musste mit jemanden über die Situation reden. Diese Kollegin schickte mir an einem Freitag eine SMS und wünschte uns (also meiner Frau und mir) ein schönes Wochenende. Nichts Böses ahnend habe ich diese SMS meiner Frau gezeigt. Seit dem unterstellt mir meine Frau eine Affäre bzw. Seitensprung.
Im April bekam ich dann durch den Streß eine Gürtelrose. Der Arzt sagte zu mir, ich müsste schleunigst etwas in meinem Leben tun, oder ich werde sehr ernsthaft krank.
Ich habe daraufhin mit meiner Frau gesprochen, dass ich nun nich nur emotional, sondern auch körperlich nicht mehr kann und habe sie noch einmal gefragt, ob sie einer Paartherapie zustimmt. Sie sagte nein.
Daraufhin flogen telefonisch so die Fetzen, dass seit dem die Beziehung beendet ist.
Ich leide sehr unter der Trennung, da ich mir meiner grenzenlosen Liebe zu meiner Frau seit Beginn der Beziehung bis heute sicher bin. Ich habe in den letzen 4 Wochern 15 kg abgenommen, heule jeden Tag (ja das geht auch als Mann) und hoffe, dass sie endlich zur Vernunft kommt. Auch wenn mir alle sagen, es ist vorbei. Ich verstehe nicht, wie die Liebe von ihrer Seite einfach so verschwinden kann. Sie sagt, dass sei seit zwei Jahren ein schleichender Prozess gewesen. Aber niemand kann mir erzählen, dass der Partner so etwas zwei Jahre lang nicht merkt. Wir haben uns nicht auseinandergelebt, wie man so oft hört. Unsere Freizeit haben wir immer zusammen verbracht (vielleicht sogar zu viel), der Sex funktionierte und wurde nicht weniger mit den Jahren, sondern mehr. Wir hatten - zumindest dachte ich dies - gemeinsame Pläne (Kind, Urlaube, Freizeitgestaltung, etc.) die beide wollten. Wie kann das einfach alles nicht mehr stimmen?
Seit Anfang dieser Woche bin ich krank geschrieben, da ich am letzten Wochenende starken Durchfall und Erbrechen bekommen habe. Der Durchfall ist gott sei Dank wieder weg, seit dem der Arzt mir Tabletten verschrieben hat. Essen kann ich jedoch leider trotzdem so gut wie nicht. Mir ist ständig speiübel, vor allem morgens, wenn ich mir ein trockenes Brötchen oder ein paar Nudeln reinzwänge, dann nur unter Würgen. Schlafen tue ich max. 3 bis 4 Stunden pro Nacht, bin hundemüde, meine Glieder schmerzen, ich habe momentan zu nichts mehr die Kraft.
Momentan wohnt meine Frau noch in unserer gemeinsamen Wohnung. Sie zieht am 25.06. aus. Ich habe keine Ahnung, was mich mehr fertig macht. Die jetztige Situation, wo sie abends irgendwann nach Hause kommt und ich dort sitze und mir immer Sorgen mache, wo sie ist und ob was passiert ist, oder wenn sie ganz weg ist und ich gar nicht mehr weiss, was sie tut.
Jeder erzählt mir, ich muss mich mit dem Ende abfinden, aber mein Herz sucht immer noch nach Strohalmen mit Hoffnung. Ablenkung fällt mir schwer, zumal ich keinen Freundeskreis habe, auf den ich zurückgreifen kann. Weggehen um auf andere Gedanken zu kommen scheidet also aus. Außerdem wurde letze Woche bei meinem Vater ein Schatten auf der Lunge festgestellt, kann sein, dass er nun auch noch Krebs hat...
Ich danke allen, die sich die Zeit genommen haben, den bestimmt recht langen Beitrag zu lesen und mir vielleicht ein paar Tipps zu geben.

