Deine Geschichte ist ja noch sehr frisch @Gandalff . Zumindest für Dich, Deine Nochfrau hat sich vielleicht schon länger mit der Trennung beschäftigt. Klar bist Du traurig, enttäuscht und fix und fertig, weil Du nicht weißt, wie es weitergehen wird.
Sich um eine räumliche Trennung so schnell wie möglich zu kümmern, finde ich gut und wichtig. Wenn man sich über Pötte und Pannen (und Sofas, Kommoden und TV) schnell einigen kann - super. Das ist die Teilung von Dingen (und auch dabei schlagen sich ehemals liebende Paare manchmal die Köppe ein), und kann relativ einfach auf die Sachebene runtergebrochen werden. Wobei ja manchmal auch die angeknackste Teekanne einen emotionalen Wert bekommt...
Bei Kindern ist es etwas anderes. Die sind mir viel zu oft Spielball, wenn es um die Gefühle (und Finanzen!) der Eltern geht. Die Paar-, Sach- und Elternebene wird ständig durcheinandergewürfelt - leiden tun da drunter die Kinder, die in der Regel Mama und Papa lieben.
Ich kann Dich total verstehen! Du bist aufgewühlt und trauerst um dem Verlust Deiner Familie. Aber das olle Kinderbett, das evtl. demnächst in der neuen Wohnung steht, hat nichts mit der gewohnten Umgebung der Kinder (die ja eh viele Änderungen ungewollt mittragen müssen) zu tun. Vielleicht tut es dem Kind gut, in der neuen Umgebung wenigstens das gewohnte Bett zu haben? Um sich in der alten Heimat über ein neues Bett zu freuen?
Ich würde wegen der Kinder und dem Kindesumgangs nicht ohne - alleinige, nur für Dich! Anwalt, der sich auch im Sorge- und Umgangsrecht auskennt! - Beratung irgendwas übers Knie brechen. Nicht umsonst gibt es in D das gesetzliche Trennungsjahr, in dem sich Paare sortieren soll(t)en.
Hast Du bereits mit Deinem Arbeitgeber geklärt, dass Du Stunden reduzieren kannst, um die Kinder zu versorgen, wenn es zu einem Wechselmodell kommen sollte? Du hast einen Rechtsanspruch auf Teilzeit, theoretisch. Praktisch muss der oft eingeklagt werden.
Bist Du den Kindern so nah, wie es die Mutter ist? Würde ich genauso fragen, wenn ein Vater als Hausmann 5 Jahre die Betreuung übernommen hätte, übrigens! Bevor hier jemand losschreit.
Will sagen: Kannst Du die Kinder genauso gut betreuen wie Deine Nochfrau? Falsch formuliert, ich bin sicher, Du kannst es, also nochmal: Kannst Du es sofort aus dem Stand?
Du solltest Dir überlegt die Karten legen, bevor Du Schnellschüsse machst. Und auch Dir selber in Ruhe die Frage beantworten, ob es Dir um das Wohl der Kinder, um Deine finanzielle Zukunft oder darum geht, es der Ex so schwer wie möglich zu machen, weil die sich von Dir trennt.
Persönlich finde ich jeden Aspekt völlig legitim

. Wut auf Ex kann ich super verstehen und finanzielle Not kenne ich nach einer Trennung auch allzu gut. Nur Kinder sollten meiner Meinung nach nie zur Verhandlungsmasse werden. Ich weiß - es gehören zwei dazu...
Mach Dir ein Ranking und guck, was für Dich geht und was gar nicht (und wofür Du dann auch in den Krieg ziehen willst). Ein Mehr-Fronten-Krieg geht selten gut aus.