Zitat von MissNextDoor: Wobei es so gesehen natürlich schwierig ist, die Schilderungen eines TE als Grundlage für irgendetwas zu nehmen, weil es ja immer anders gewesen sein könnte.
Joah, das Problem hast Du tatsächlich grundsätzlich. Deswegen liest Du mich bei von mir empfundenen sehr einseitigen Darstellungen entweder zunächst rückfragend oder provokant (um mal zu schauen, wie denn so auf Gegenwehr zur der Darstellung reagiert wird).
Bei der Wiedergabe von Teilen von Therapiegesprächen ist es aber so, daß es ja teilweise darauf angelegt ist, dem Klienten bestimmte Gedanken, Handlungsweisen etc zu verdeutlichen, es ist also Teil des Prozesses, zu schauen, wie dieser etwas versteht und sich dann damit auseinanderzusetzen. Das macht das Ganze in meinen Augen viel komplizierter.
Zitat von MissNextDoor: Was für mich hier entscheidend ist: als Therapeut hätte er das doch klipp und klar klären können indem er sagt Frau X oder Vorname, ich habe sehr gerne mit Ihnen gearbeitet und halte Sie für einen sympathischen Menschen, doch mehr ist da von meiner Seite aus selbstverständlich nicht, da dies ein professionelles Verhältnis ist."
Sinngemäß. Dann hätte die TE jetzt auch keine Zweifel mehr.
Ich kann da jetzt nur von meiner Erfahrung ausgehen, die eben wie dich Deine mich geprägt hat. Ich konnte mich in bestimmten Therapiestunden nicht an jedes einzelne Wort meiner Thera erinnern und besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Situation, in der ich völlig empört aus der Stunde heraus bin und mir gedacht habe, daß sie etwas, was mir besonders wichtig ist, völlig entwertet hat. Zwar habe ich das in der nächsten Stunde angesprochen und sie hat mir erklärt, wie es gemeint war, aber besonders glücklich hat mich die Erklärung nicht gemacht (im Gegenteil). Das lag aber rückblickend daran, daß ihre Erklärung etwas beinhaltete, was mich einerseits fürchterlich geängstigt hat und andererseits zu dem ich noch keinen Zugang insbesondere auch die richtigen Tools hatte. Heute benutze ich manchmal das gleiche Beispiel, was sie benutzt hat und kann absolut verstehen, daß da keinerlei Entwertung dabei war, sondern meine Empörung absolut Ausdruck dessen war, wo ich gerade stand.
Hättest Du mich zu genau dem Zeitpunkt gefragt, dann hätte ich Dir aus der Stunde nur von dieser Situation erzählt und hätte Stein und Bein geschworen, daß sie nicht ein bißchen Mitgefühl mit mir hatte.
Was ich damit sagen will, ist, daß das einzige, was wir wissen, für Lila hat diese Stunde nicht gereicht, um keinerlei Hoffnung zu haben. Ich gebe aber auch zu Bedenken, daß ihr Wissen um die ihr bekannte Rechtssituation das ja leider auch nicht tut.
🐧