Anirahtak
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Ich stecke seit einiger Zeit in einer Situation, die mich sehr belastet.
Anfang des Jahres habe ich einen Mann kennengelernt und es hat sofort gefunkt. Wir hatten irgendwie von Anfang an eine sehr intensive und tiefe Verbindung. Er sagte, er sei sich mit mir sicher, wir haben über gemeinsame Urlaube (hier aber noch nichts konkretes) gesprochen und er wollte mich sogar seinen Kindern vorstellen. Also total verbindlich.
Weil ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht habe, bin ich in der Regel eher vorsichtig und skeptisch. Bei ihm hat einfach keine meiner Alarmglocken geschlagen und auch den Backgroundcheck meiner besten Freundin hat er "bestanden" 😅
Er kam allerdings gerade erst aus einer längeren Beziehung (ca. 2 1/2 Jahre). Da ich das wusste, habe ich ihn zweimal gefragt, ob er sich sicher ist, darüber hinweg zu sein, und er hat es, in meinen Augen, glaubhaft versichert. Auch hat er mir Platz in seinem Schrank gemacht und sagte, dass ich das schönste und überraschendste bin, dass ihm je passiert ist.
Nach zwei Monaten hat er sich langsam zurückgezogen. Es war, nachdem er großen Stress auf der Arbeit hatte.
Nicht plötzlich, sondern in kleinen Schritten. Er sagte, er kenne das so von sich selbst nicht, fühlt sich aber gerade eher wie ein Einsiedler. Dass sein Rückzugsgefühl sich nicht nur auf mich bezieht, sondern auch auf Familie und Freunde.
Trotzdem blieb der Kontakt: wir haben weiterhin fast täglich geschrieben, uns ein paar Mal gesehen und telefoniert. Sowohl bei den Treffen als auch bei den Telefonaten wirkte er auf mich sehr ehrlich und hat versucht, mir seine Situation verständlich zu machen, ohne dass er sie selber so richtig versteht. Dabei war er mir trotzdem zugewandt und nah. Ich habe mehrfach mit ihm darüber gesprochen, dass er mir sehr viel bedeutet und ich nicht einfach gehen würde, dass wir das aber auch beenden können, wenn er darin keine Zukunft sieht. Das wollte er nicht. Er meinte, es gäbe rational gesehen keinen Grund, das zu beenden. Und auch, dass er das Gefühl hat, dass das ein vorübergehender Zustand ist, weil er weiß, was er anfangs für mich empfunden hat. Das ist schlimm wäre, es zu beenden, und das, wenn wir es doch tun würden, er sich melden könnte, wenn es ihm besser geht. Und dann wäre ich entweder noch da oder nicht.
Bei diesen Treffen hatten wir keinen Sex mehr, trotzdem hat er meine Nähe und den Körperkontakt gesucht.
Nach ca. weiteren zwei Monaten habe ich dann gesagt, dass ich ihn loslasse, dass ich ihn also nicht mehr nach Treffen fragen oder Kontakt suchen werde. Er meinte daraufhin nur, dass er es versteht und sich meldet.
Das ist jetzt 5 Monate her. Seitdem kam nichts mehr von ihm.
Ich schwanke oft zwischen dem Gefühl, dass er sich nur zurückgezogen hat, um mit sich selbst klarzukommen und der Angst, dass das einfach seine leise Art war, es zu beenden. Gleichzeitig denke ich: Wenn er wirklich abgeschlossen hätte, hätte er es mir gesagt. Vielleicht will er erst zurückkommen, wenn er sich sicher ist, dass er das wirklich kann.
Hat jemand von euch so etwas erlebt? Dass jemand nach längerer Funkstille (mehrere Monate) doch wieder den Kontakt gesucht hat?
Ich habe versucht, mich möglichst kurz zu fassen, natürlich gäbe es noch so viel mehr zu unserer Situation zu erzählen. So groß die Angst auch ist, dass er sich nicht mehr meldet, so sehr ist da auch ein Gefühl, dass ich nicht beschreiben kann, dass er nicht einfach so gehen würde.
Ich freue mich über ehrliche Antworten. Es tut einfach gut, ein bisschen zu verstehen, was solche Rückzüge bedeuten können.
Bitte nicht sowas schreiben wie "Renn" oder Sei froh" oder "zum scheitern verurteilt". Das ist nicht das, wonach ich hier suche. Wenn ihr also so etwas ähnliches nicht erlebt habt, bitte dann lieber nichts schreiben.
Natürlich setze ich mich auch mit diesen Gedanken auseinander. Ich verschließe nicht die Augen.
Danke schon mal fürs Lesen und eure Rückmeldungen ❤