Perzet
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Das sind keine Vorwürfe sondern Hinweise, um dich vor dir selber und deinen 'Sprüngen' vorzuwarnen.
Und, hey, du bist jung und in Entwicklung. Du lernst und erkennst bisher schon vieles.
Also, auch wenn manches zwischendurch zynisch oder sarkastisch oder sonstwie klingen mag, es ist ein Versuch die bisherige Dynamik aufzuzeigen.
Ich sehe einen jungen Mann, erste feste Freundin, der alles richtig machen möchte. Schließlich liebt er sie so sehr. Er behandelt sie gut und möchte auch gesehen werden.
Statt miteinander k l a r zu sprechen - nicht verschwurbelt a la ich würde gerne, aber ist schon ok - geht der angestaute Überdruck zur eigenen Überraschung in eine Affaire.
Erst als er auf Dienstreise ist, wird ihm klar, er vermißt seine Freundin mehr als die Aufregung mit der Kollegin. Damit also zurück zur Freundin, die er auf jeden Fall halten will, da er sie so sehr liebt.
Wir erinnern uns, ein junger Mann, der alles richtig machen möchte. Das ist ernst, nicht ironisch gemeint. Das unterstelle ich ihm wirklich an allen Stellen.
Allerdings ist die Realität anders als die hehre Vorstellungen von "alles richtig machen" und sich damit übernehmen.
Also in Teil eins wurde nicht klar kommuniziert, was die tatsächlichen Bedürfnisse sind, sondern sie in Watte gepackt und ihr Verhalten ihr gegenüber a u c h als 'es ist ok' gemeldet.
Nun, Teil 2, er stellt fest, er möchte eigentlich nur mit seiner Freundin zusammen sein - aber m i t seinen Bedürfnissen. Schließlich liebt er sie so sehr.
Neuer Versuch, jetzt der klaren Kommunikation. Es ändert sich nichts wirklich sofort. Seine nun mal starken Bedürfnisse machen diesesmal spontan Schluß, obwohl oder weil er sie so sehr liebt? Oder weil es zu sehr schief hängt und es so nicht weitergehen kann? Ja, letzteres.
Damit wurde Teil 3 eröffnet. Sie bekommt einen Schrecken, daß es ihm jetzt ernst ist, und fängt an, um ihn zu kämpfen. Der junge Mann ist erst überrascht, dann irritiert, dann gibt er ihr eine Chance, weil er sie so sehr liebt. Das 'Schluß ist Schluß' ist seinem Kurzschluss zuzuschreiben.
Teil 4, da er sehr irritiert ist über ihre Wandlung, erfährt er durch ihren Kampf um ihn, daß sie aus schlechtem Gewissen ihm gegenüber ihn nicht mehr so nah ertrug. Schock bei ihm. Schließlich kennt er sie so gut, da er sie so liebt. Äh, nee, beide kennen sich nicht. Denn nun fliegen seine festen Vorsätze, ihr niemals von seiner Affaire zu erzählen, vollständig ins Gegenteil um, und er erzählt ihr spontan a l l e s.
Weil er sie so sehr liebt?
Oder weil wieder ein Kanal des Überdrucks geöffnet wurde und sich seine Bahn suchte?
Jetzt sind beide voneinander irritiert, da sie es beide nicht vom anderen erwartet haben.
Da sich beide so sehr lieben, versuchen sie es weiter miteinander.
Teil 5 - ist noch offen -
Was will ich hier zusammenfassen?
@lemonlime möchte vom Verstand her alles richtig machen und schaltet damit alles aus, was flexibel, menschlich, klar, etc ist.
Dann wird er von sich selber überrascht und reagiert genau im anderen extrem als er sich vorgenommen hat.
Das ist absolut im menschlichen und nachvollziehbaren Bereich.
Nur ein Hinweis. Heißt, dein nächstes Schluss machen kann wieder spontan erfolgen, wenn etwas anders ist, als du denkst bzw erwartest.
Die Konsequenz solch eines Hinweises bedeutet für mich allerdings auch, daß ihr zwei Begleitung braucht. Professionelle Begleitung bei euren Schritten.
Ihr seid jeweils ziemlich überfordert mit dem doch anders laufen als erwartet.
Was ich unglaublich stark von euch beiden finde ist, daß ihr überhaupt diese vielen Schritte / Phasen / Teile zusammen gegangen seid und immer wieder und immer noch bereit seid, um euch zu kämpfen. DAS ist alles andere als selbstverständlich und eurer Liebe zueinander auch zuzuschreiben.
Von daher wünschen euch ja viele Foristen, daß ihr den Bogen bekommt. Ich auch.
Und damit ihr den Bogen bekommen könnt, diese diversen Hinweise und Warnungen.
Seht euch gegenseitig als Menschen mit wunderbaren Stärken als auch mit liebenswerten Schwächen.
Hört einander wirklich zu, ohne von euch aus das rational wegzureden.
Und akzeptiert, daß ihr jeweils mal überfordert sein könnt mit euch selber, mit der / dem anderen. Kommt vor. Ist ok. Wird wieder.
Ihr seid es wert, umeinander zu kämpfen und über den eigenen Schatten der jeweiligen Unsicherheiten zu springen .