Zitat von Nachtlicht:Bei diesem Geschehen wird bei wechselnder Bedürfnislage diejenige Person fallen gelassen, die zuvor zur Befriedigung der Bedürfnisse benötigt wurde - erst die Ehefrau zugunsten der heißen Verliebtheit, dann die Affärenfrau zugunsten der wiederentdeckten Eheliebe.
Diese Art der Affärenende ist etwas was ich ebenfalls nicht nachvollziehen kann. Das sich die Gefühlslage ändern kann, ist völlig verständlich, aber man sollte dann eben die Verantwortung tragen, welche man beiden Personen über hat. Ich gehe ebenfalls mit dir konform, dass jeden der beiden Partner gegenüber Respekt entgegegen gebracht werden muss. Das bedeutet ein faires Ende mit vernünftiger Ansage und keinere schmutzige Wäsche waschen beim jeweils andern.
Was ich aber zu bedenken gebe, die Gefühlslage beim Auffliegen einer Affäre. @Allesvorbei kommt langsam in den Geschmack der Aufregung die um einen herum geschieht, wenn der Partner es erfährt. Da fahren die Gefühle nicht nur Achterbahn. Man bekommt Druck von allen Seiten, ständige Streiterei, eigene Schuldgefühle und das ständige Gedankenkarussell:was ist richtig, was ist falsch, zu wem will ich, wird das klappen, was passiert wenn es nicht klappt, was wird aus den Kindern, dem Haus dem Hamster und der Schwiegermutter. Bei der TE hat diese Situation kleckerweise eingesetzt. Bei den meisten ist es eher ein sofortiger Schlag, der sich anfühlt als haut es dich aus den Schuhen. Ich kann mich noch erinnern als das hier bei mir aufflog. Es wurde geschriehen, getobt, geweint. Ich hab tagelang nix gegessen, nicht geschlafen, meine Gedanken drehten Kreise. Der normale Alltag musste bewältigt werden und man wusste weder wo unten noch oben ist, Geschweige denn, was man jetzt tun soll und was genau man jetzt will. Man malt sich diese Gespräche sicher aus, aber wie die dann wirklich ausgehen kann dir vorher keiner sagen. Meist überrascht dich die Heftigkeit dann trotzdem. Ich kann nicht mal mehr sagen, ob ich dann eine rationale Entscheidung treffen konnte, da meine Gefühlslage sich von Tag zu Tag von A nach B und wieder zurück drehte. Mir schossen soviele Gedanken durch den Kopf und ich hab 1000 Dinge gleichzeitig versucht abzuwägen. Wer jetzt wirklich glaubt, das wäre einfach, der irrt gewaltig. Was hilft ist erst mal wieder Ruhe... die Gedanken müssen erst mal geordnet werden, die Gefühle sortiert. Während der heftigsten Zeit war das für mich gar nicht möglich. Man hatte ja Angst... Angst vor der Zukunft, Angst vor dem was Kommt, Angst vor dem was die Leute sagen, Angst sich in den Gefühlen geirrt zu haben.... Gott da waren 1 Mio Ängste. Wenn der Partner dann noch anfängt um einen zu kämpfen und man die Trauer sieht und dessen Ängste ist das oft bitter. In diesem Zustand wirklich immer die richtige Entscheidung zu treffen ist wie neben einem Autounfall zu stehen und genau richtig zu reagieren. Man tut oft nur mechanisch Dinge, da man im Kopf schon völlig balla ist. Zumindest ging es mir so.
Liebe Allesvorbei, du fragst dich warum er nicht reflektierter war. Du bist hier angekommen, mit dem Wissen, dass du deinen AM liebst und deinen Mann nicht. Diese Gefühlslage ändert sich ebenfalls tagesformabhänig und das kann ich verstehen. Mal willst du doch beim Mann bleiben, dann sind die Gefühle für den AM doch ganz groß und zwischendurch warst du schon mal fast drüber weg. Es ist nicht einfach in dieser Situation die richtige Lösung zu finden. Das kann man nur mit der Zeit. Ich könnte mir vorstellen, dass so wie du dich fühlst, sich dein AM eben auch fühlen könnte.