Zitat von paulaner:Das setzt aber voraus, dass der Andere überhaupt Kenntnis davon hat, dass der Eine eine Entscheidung getroffen hat, einmal abgemachte Ansprüche ...
Ja, Du hast natürlich recht, dass man es zunächst mal wissen muss.
Ich versuche eine Erklärung allgemeiner Art zu finden, wie ich meine Aussage meine. Vielleicht nutze ich meine eigene Situation.
Als ich betrogen wurde und es aufflog, wurde das schnell zum Dorfklatsch. Und ständig wurde ich darauf angesprochen, wie das ginge, dass wir wie ein "normales" Paar auftreten und uns verhalten würden, nach allem was geschah. Wie man so schnell verzeihen und vertrauen könnte.
Ich habe für mich entschieden, dieser Ehe und diesem Mann eine Chance zu geben. Also ist es fehl am Platz ihn öffentlich abzustrafen (sowieso), aber auch zu kontrollieren, Vorhaltungen, zu machen, zu lamentieren usw.. ICH habe entschieden, dann muss ich auch dahinter stehen. Für mich selbst, nicht für ihn. Die Dinge sind nun so und nicht mehr rückgängig zu machen und ICH wollte das dann versuchen. Das war meine Entscheidung. Einerseits diese Entscheidung zu treffen und sie nicht zu leben, kam für mich nicht in Frage. Ich hatte die freie Wahl. Er hat mich nicht dazu gezwungen, wenn auch gebettelt. Aber was ich damit anfange, liegt auch an mir. Das Gebettel war letztendlich nur seine eigene Verzweiflung und ich wurde enttäuscht. Selbst schuld. Ich wusste, zu was er fähig war. Ich war nach der endgültigen Trennung nicht wütend auf ihn.
Anderes Beispiel: Ich hatte eine unerfüllte Liebe, zumindest wie ich mir das vorstellte. Ein Hin und Her. Allerdings waren die Vorzeichen klar und ich habe das mitgemacht. Er hat natürlich agiert. Aber ich habe mich dafür entschieden, das zu akzeptieren. Ich war hinterher keinen Tag sauer auf ihn, bis heute nicht.
Ich hätte anders entscheiden können. Zumindest als ich das Ausmaß erfasste. Aber ich habe alles in seine Hände gelegt, bis er dann die Reißleine gezogen hat, also für mich entschieden hat. Selbst schuld. Da bin ich hart zu mir selbst.
Beides hat natürlich eine Weile gedauert. Wütend und verletzt war ich auch. Ich bin nicht aus Stein. Aber ich wusste, dass ich hätte anders reagieren können und müssen. Meine Verantwortung. Ich war mehr wütend auf mich selbst. Fast jeder von uns macht irgendwas so lange, wie er denkt es ist für andere ok, weil es vielleicht erst mal keine Konsequenzen hat. Grenzen ziehen muss man schon selbst.
Und hier, bei der TE, ihr sind alle Beziehungsstatusse bekannt. Der AM sucht bei Tinder, sie auch. Sie kann und will sich nicht trennen. Der AF wohl auch nicht. Es ist also unverbindlich. Was soll ich sagen?!