Zitat von frischgeföhnt:Aber jetzt ist alles gut bei euch?
Du schreibst so, als würdest du diesen Weg nicht noch einmal gehen wollen?
Bist du jetzt ehrlich glücklich und fühlst dich geliebt?
Im Nachhinein würde ich es so nicht wieder machen, weil ich um sie gebuhlt habe, mich oft verbogen habe, allein gelitten habe (okay, sie auch, klar, deswegen fehlte ihr wohl die Kraft, mir helfen zu können), mit ihr in Kurzurlaub bin, um was zu bieten, was sie bei dem nicht erlebt hätte, finanziell gesehen. Ich wollte in allen Belangen besser sein, damit sie nicht geht.
Deswegen fühlte es sich lange Zeit so an, als hätte sie sich nur deswegen für mich entschieden und wegen der Kinder und ihrer Mutter.
Kämpft der Untreue, ist es viel leichter damit zu leben!
Aber das war vielleicht auch der einzige Weg in eine gemeinsame Zukunft.
Weil ich sie nicht zurückgenommen hätte, wenn sie erstmal gegangen wäre, den Alltag mit dem ausgetestet hätte und dann zurück gekommen wäre. Ich bin mir sicher, es wäre so gekommen, wenn die Hormone wieder normal ticken. Aber da wäre für mich aus großer Liebe großer Hass geworden.
Klar, letztendlich muss ich sagen, es war der richtige Weg, weil es für mich keinen anderen gab damals.
Da wir uns ziemlich entfernt hatten, konnte ich mich nach dem Crash wieder frisch verlieben in sie - sie natürlich nicht gleichzeitig in mich wieder - ihre Liebe war ja auf Abwegen.
Aus heutiger Sicht hätte ich kürzer kämpfen sollen und dann eben mit Anfrage: wann ist Scheidungstermin? sie zu einer Entscheidung drängen müssen. Nach kurzem Kampf, wo dann sie entscheiden muss, ob sie um mich buhlt.
Aber egal, jeder Fall ist anders und obwohl meine Frau sich nicht sicher war, ob wir wieder so gut zueinander finden, sie sich wieder wohl fühlen wird mit mir (die vielen letzten Jahre waren für beide nicht so toll - auseinandergelebt eben), hat sie sich doch für mich entschieden, ist mir dankbar dafür, dass ich so reagiert hatte.
Ihr Liebes- und Treuebeweis auf Zukunft war, dass sie mir die Hälfte ihres Hausanteiles überschrieben hat.
Soweit alles gut, ich habe überlebt, wir gehen viel freundlicher miteinander um als damals und tolerieren die Schwächen des jeweils anderen mehr als früher.
Nur die Narbe schmerzt bei mir manchmal noch und deswegen fühlt es sich gelegentlich nicht so unbeschwert an, wie früher. Die Zeit heilt alle Wunden - da ist was dran!