YsaTyto
Gast
Zitat:ich finde die diskussion hier ziemlich einseitig, denn hier outet sich mal eine frau, dass sie im prinzip DASSELBE macht, was 10000-e männer, wohl auch gebundene, brave familienpapis, tagtäglich machen: s. ohne küssen, ohne gefühle, mal schnell nummern nebenbei.
Zitat:ich würde definitiv nicht so weit gehen und ihr eine krankhafte neigung diagnostizieren, beileibe nicht! ich würde ihr keine therapie aufoktroyieren oder gar anraten, dass sie ihren partner verlassen muss.
das halte ich für extrem übergriffig und mir wird übel dabei, wieviele sich hier angesichts der doch recht sparsamen infos, die wir haben, als moralische metainstanz aufspielen.
die Frage ist ja, warum die TE das macht.
Zitat:Du unterstellst ja auch implizit, dass es einfach aus Lust geschieht und sie "nur" mit der Moral hadert.ich schaffe es für mich selber nicht, den wahren Grund herauszufinden
Aber ist dem wirklich so?
Ich kann es auch nicht wissen, hatte aber bisher in noch keinem einzigen Affairenthread außer diesem hier den Eindruck, dass da ganz andere Beweggründe eine Rolle spielen.
Und das wird auch bei dem einen oder anderen braven Familienvater, der ins Bor dell geht, der Fall sein.
Manchmal ist der Beweggrund weniger Säggs, sondern so etwas wie eine (unbewusste) Rebellion gegen ein falsches Leben, das dem Inneren nicht entspricht. Zu viele Zwänge, zu wenig Authentizität usw.
Zitat:S. gesehen meinst du? Eigentlich nicht. Es ist einfach heiß, weil es verboten ist, er gibt mir nicht mehr Anerkennung oder sonst was als mein Verlobter. . . ., der S. ist gut. . ... Es sind wie 2 Welten. Oder vielleicht wie eine Option, die ich mir offen halte, ein Stück Freiheit, ich weiß es nicht...
Und wenn es dann so ist, dass es eigtl. nicht um Säggs geht, sondern um diese Freiheit, dann ist wohl keinem Menschen damit geholfen, ihm einfach nur sein schlechtes Gewissen (wg der Moral) auszureden. Dann würde es meines Erachtens eher Sinn machen, mal zu schauen, ob und wo sie sich selbst vielleicht verleugnet und verbiegt, so dass sie dann schon zwanghaft auf der säggsuellen Ebene ausbrechen.
Zumal sie ja drunter leidet.
Zitat:habe ich die Sache ja mit dem Streit über etwas anderes beendet, wie gesagt haben wir ein halbes Jahr nichts miteinander geredet, weil ich dachte, so schaffe ich es besser. Aber das erschreckende war wirklich, dass ich JEDEN Tag mit dem Thema beschäftigt war innerlich.
Es war jeden Morgen komisch, ihn zu sehen. Und das wurde auch mit der Zeit nicht besser. Das belastet mich enorm.
Zitat:Das war wirklich ein Versuch von mir, das alles endgültig zu beenden, aber es beschäftigt mich so sehr, ich werde noch verrückt. Ich dachte, die Zeit wird es schon richten, aber ich konnte gedanklich nicht zur Normalität übergehen und das einfach abhaken, das macht mich völlig fertig.
das liest sich für mich eben schon etwas zwanghaft, zumal die TE nichtmal ein wenig in ihren Affairenmann verliebt ist.
Woher also fast schon diese Besessenheit? Oder eine Su cht. Ich stelle es mir extrem belastend vor 4 Jahre lang völlig eingenommen von dieser Thematik zu sein. Das ist für mich alles andere als Freiheit, selbst wenn man auf Moral nichts geben würde.
Zitat:aber das (ernsthafte) Beenden der Affäre war schon ein großer Schritt für mich und ich bin ein bisschen stolz, wie gut ich das durchhalte (auch wenn es erst so kurz ist, trotzdem länger als ich es sonst immer geschafft habe, vor allem weil es schon wieder diverse Gelegenheiten gab und mein Kollege das wohl noch nicht ganz so ernst nimmt)
und dass es nach 24 Stunden (oder 48?) sooo krass ist, erweckt bei mir eben mehr den Eindruck einer Su cht, als einer Leidenschaft. Und das nicht im Wirbel der Anfangszeit, sondern nach 4 Jahren! Da scheint ja das ganze Leben von dieser Thematik beherrscht zu sein und das empfinde ich eben auch in einer ganz normalen Beziehung als nicht gesund.
Zitat:Oder vielleicht wie eine Option, die ich mir offen halte, ein Stück Freiheit, ich weiß es nicht...
was ist das denn bitte für eine "Freiheit"?!
Zitat:Das, um was es geht, ist eigentlich das drumrum, nicht die S. Befriedigung an sich, sondern die Blicke, das schreiben, das zufällige berühren...
Zitat:Dann wird er bestimmt bei der nächsten Betriebsfeier o.ä. die Gelegenheit für Annäherungsversuche nutzen, ich muss zugeben, dass das auch immer bisschen Teil des Spiels war wir dürfen ja eigentlich nicht, aber es ist nunmal soo gut.
ich kann mir gut vorstellen, dass der Sog zwischen den beiden sofort zerplatzen würde, wäre all das nicht etwas ganz verbotenes unmoralisches. Dass es also nicht um die körperliche Lust an sich geht. Und da macht es doch mehr Sinn, mal zu schauen, dass man vielleicht eher im Alltag weniger das "Gebotene" macht, damit das Verbotene nicht so sehr lockt.
Auf mich wirkt das nicht selbstbestimmt, sondern ein bisschen wie ein Jugendlicher, der erzspießige Eltern hat und dann auf Punk macht, um dagegen zu halten.
Das Eigene ist das aber noch nicht, sondern nur ein Dagegen.
In anderen Affairenthreads kann mMn sehr oft genau heraus lesen, dass es wirklich um die Lust oder um die Gefühle für den Affairenpartner geht. Hier habe ich einen anderen Eindruck. Unterstelle es aber nicht der TE, es ist eine Vermutung.
Es gibt einerseits psychische Symptome, die verdrängte säggsuelle Ursachen haben, aber es gibt genau so "säggsuelle Symptome", die nicht-säggsuelle Ursachen haben.
Und das heißt doch gewiss nicht immer gleich, dass jemand psychisch krank ist! Es kann aber bedeuten, dass da eben ein Thema auf der Seele brennt.
@whynot60
ich nenne es mal -Antimoralische Prinzipien (weil mir nichts besseres einfällt) können genau so in die Irre führen, wie moralische Prinzipien. Denn es ist gewiss nicht immer einfach nur die Lust, die zum Fremdgehen verführt (selbstverständlich kommt das aber oft vor!). Manchmal ist es Angst vor dem sich einlassen, manchmal eine Rebellion gegen ein falsches Leben uvm.
Dann macht es doch überhaupt keinen Sinn für die Betroffenen, einfach nur die Moral zu hinterfragen. Das tut man ja auch nicht, wenn jemand bsw Al koholabhängig ist. Da könnte man auch erstmal hinterfragen, ob eine S ucht, ein Leben im Dauerrausch tatsächlich das schlechteste ist. Die Frage ist zwar durchaus berechtigt weil sich genau so fragen ließe, ob ein Leben in Dauervernunft und Selbstbeherrschung nicht auch krankhafte Züge annehmen kann, Orientierungspunkt sollte aber doch immer das Befinden des einzelnen Betroffenen sein.