Alles gut, die Trennung ist bei mir jetzt schon einige Jahre her. Ich hab für mich einige Erklärungen gefunden, meine Anteile, seine Anteile.
Auf deine Fragen wirst du keine Antworten finden, die dich irgendwie zufriedenstellen werden. Jede Frage kann neue Fragen aufwerfen und ruft nach mehr Antworten. Aber das bringt dich nicht weiter, weil du da in gewisser Weise nie ein Ende finden wirst.
Ich hab sehr versucht, ihn zu verstehen und wir haben auch so einen halbherzigen Versuch der Eherettung gestartet, der aber aus heutiger Sicht von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Damals gab es die Geschichte mit einem deutschen Politiker, Seehofer. Ich war und bin keine Frau Seehofer, die alles hinnimmt, nur damit der Mann bei mir bleibt und/oder die Fassade stimmt und jahrelang aussitzt. Dabei wäre ich kaputt gegangen. Das wäre für mich ein ähnliches Auf- und Ab gewesen, wie du es auch als Affäre empfunden hast.
In gewisser Weise habe ich meinem Ex verziehen. Ich kann verstehen, dass sich seine Gefühle verändert haben, ich kann irgendwie auch nachvollziehen, welche Dynamiken da eine Rolle gespielt haben bei seiner Affäre. Was ich nach wie vor nicht verstehen kann, warum er nicht irgendwann von sich aus mit mir geredet hat, um den Schaden einzugrenzen und eine andere Form der Trennung möglich gewesen wäre. Da denke ich, ich hätte anders gehandelt. Aber Menschen sind verschieden.
Wohl hat mein Ex-Mann kürzlich zu unserer Tochter gemeint, er könne sein eigenes Verhalten damals nicht mehr verstehen. Mag auch eine Form der Rechtfertigung vor sich selbst sein, vielleicht war es wirklich so. Ist aber auch unerheblich für mich mittlerweile

Viele Affärenführer wollen einfach nicht sehen, was sie mit den Menschen, die sie in solche Affärenkonstrukte einbinden, ob wissentlich als Affärenpartner oder unwissentlich als der betrogene Part, emotional anstellen und wie verheerend die Auswirkungen sind.