Erst einmal Respekt und Danke,für die spannende Diskussion.
Zitat von Karili:Die Beziehung stolz wiederzubeleben ist vielleicht nach einem einmaligen Ausrutscher möglich. Wer erfährt, dass er längere Zeit hintergangen wurde, der hat wahrscheinlich nicht mehr die emotionalen Reserven und das Vertrauen neu zu beginnen. Denn mit wem beginnt man von vorne? Mit dem Menschen, der einem weh getan hat und das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung beschädigt hat.
Ich würde etwas weicher formulieren- die Wahrscheinlichkeiten sehe ich ähnlich wie Du. Aber weil ich es nur als Wahrscheinlichkeit sehe, halte ich eine andere Entwicklung grundsätzlich für möglich.
Zitat von Karili:Ich glaube nur den wenigsten gelingt es, den Partner als gleichwertig zu sehen, nachdem der Betrug offenbart wurde.
Das stimmt. Und Exakt das war meine erste Erfahrung- ich war klein und hatte nicht den A. in der Hose. Das kam erst später. Was mich von vielen unterscheidet, dass ich immer noch nicht aufgab,. aber den Respekt einforderte, der mir einfach zusteht, wenn ich mit einem Partner zusammen bin. Und ich bekam in dann auch.
Zitat von Karili:Und was bedeutet öffnen? Öffnen ist ein Konstrukt, dass deine Option c plus "Ich kann immer noch zu dem/der, wenn die andere Beziehung in den Sand geht". für mich hat das Öffnen einer Beziehung nicht viel mit Stolz zu tun. Eher mit einer Bereitschaft, Schmerze und Unsicherheit ertragen und geben zu wollen. Aber das sieht jeder bestimmt anders.
Ich persönlich halte die von Dir genannte Situation für eher wahrscheinlich. Gleichwohl kann man ja darüber nachdenken und diskutieren und probieren. Dazu gehört natürlich ein Standing und sehr viel Vertrauen, sonst kann so ein Konstrukt nicht fair funktionieren. Und zugegeben- direkt in der Phase einer Aufarbeitung denke auch ich nicht, dass so ein Weg gut funktioniert. Aber im Rahmen der Neuausrichtung sollten IMHO keine Denkverbote existieren, damit man den optimalen Weg findet.
Exkurs:
Es ist schwierig und ich finde man muss sehr feinstreifig die Geschichte betrachten.
Zum Beispiel Reue: Ja, sie ist unabdingbar, für einen erfolgreichen Neustart. Aber Reue für was?
Reue für die unfassbaren Erlebnisse? Reue für neue Erfahrungen? Reue für die schönen Stunden, das Bauchkribbeln etc? IMHO Ganz sicher nicht. Aber:
Reue dafür, dass man den anderen aufgegeben hat, ihn wissentlich verletzt hat und für den Egoismus, die Lügen etc.
Realisieren, dass man an dieser Stelle einen Riesenhaufen Schuld auf sich geladen hat.
Ich finde auch, dass man dem anderen zugestehen sollte, dass er auch dazu lernt und zukünftig andere Entscheidungen trifft. Weil er menschlich weiter ist, weil red flags erkannt werden etc. In diesem Fall denke ich kann ein wirklicher Neustart erfolgreich sein. Wenn man aber nix macht, sondern nur zusammenbleibt, dann ist das Ergebnis vorhersehbar.