Jetzt sind und leben wir seit 5 Wochen getrennt.
Die stuendlichen Umschwuenge meiner Gefuehle sind inzwischen nur noch tageweise.
Ich muss versuchen sie weniger oft anzuchatten.
Aber wir haben auch sehr gute Gespraeche gehabt, allerdings hat sie weder den Willen noch Interesse daran unsere Beziehung als solche anzusehen oder fortzufuehren. Sie sagt wir sind getrennt. Scheidung will sie noch immer.
An einem guten Tag irgendwann letzte Woche habe ich folgenden Plan, der heute wieder unglaublich schwierig erscheint und sehr risikobehaftet ist, formuliert:
Zitat:Neues Miteinander Anonym
Sie baut ein zweites schönes Zuhause auf für sich und die Kinder, zusammen mit asdf. Sie und Ich lernen neue schöne und schwierige Seiten des Lebens kennen.
Wir sind beide frei, haben mehr Freizeit ganz ohne Kinder, frei vom Mist des anderen im eigenen Haushalt, niemand der einem reinredet und sind alleinige Chefs unserer jeweiligen Wohnungen.
Wir sind Freunde wenn wir uns der Kinder wegen treffen müssen oder gemeinsam zu fünft Abendessen wollen oder zusammen was Unternehmen. Wir machen einfach nur genau das gemeinsam, was wir schon immer gerne gemeinsam gemacht haben (Hohentwiel, Schwimmbad, bald Radtouren mit Kindern), ich bin sicher dann lassen sich die Kinder auch viel einfacher dazu überreden

Wir reden offen über unsere Finanzen und helfen uns gegenseitig aus wo es nötig ist.
Wir geben den Kindern hin und wieder das Gefühl einer intakten Familie, einfach nur durch ab und zu gemeinsame Aktionen. Keiner von uns beiden darf das als „Neustart“ oder „Verdrängung“ oder „nicht Ablegen“ der Ehe verstehen und ansehen. Wenn das nicht geht, dann müssen wir diese Art Kontakt wieder ein paar Wochen ruhen lassen. Die Scheidung und Gütertrennung gehört dazu.
Wir beide beziehungsgestörten könnten so möglicherweise eine offene und getrennte ‚Beziehung‘ leben, ohne all die bescheuerten Belastungen die ein Zusammenleben mit sich bringt.
Keiner hat irgendwelche Erwartungen an den anderen, ausser weiterhin ehrlich und respektvoll miteinander umzugehen.
Was/Wie passiert wenn einer von uns eine echte neue Beziehung eingehen will sei mal dahingestellt, das könnte nochmals schwierig werden für den anderen, aber das ist das gute Rechte von jedem von uns.
Eine gesunde und ehrlich verteilte 50/50 Betreuung der Kinder kann ich mir inzwischen auch sehr gut vorstellen, bedeutet es doch auch nur halb soviel Wäsche zum waschen, nur halb sooft morgens vor der Schule angeschrien zu werden von unserem Teenager und nur halb sooft Mittagessen zu kochen und nur halb soviel Dreck in der eigenen Bude und für Jan genug Ruhe um normal Arbeiten zu können.
Und wenn Sie den Umgang mit den Kindern dann anders regelt, mehr externe Betreuung in Anspruch nimmt als ich es tun würde, dann ist das natürlich in Ordnung und allein ihre Entscheidung, da darf ich garnicht mitreden. Ich habe genug Vertrauen dass sie die Kinder liebt und gut behandelt. Vermutlich ist es ja sogar gut wenn unsere Kinder nicht immer von so einem Helikopterpapa umflogen werden. Auf keinen Fall darf ich von ihr verlangen eine Helikoptermama zu sein, nur weil ich das in meinem Kopf aus irgendeinem Grund bisher immer so gesehen hatte.
Sie findet den Plan sehr gut (nicht "auch", da ich heute wieder nicht davon ueberzeugt bin), es aber als einzige Moeglichkeit akzeptieren sollte..
Aber alles andere was mehr Naehe beinhalten wuerde, fuehrt nur zu Abneigung, und gefaehrdet sogar diesen Plan unnoetig.
Finanziell und Anwaltlich ist alles geregelt, und wir gehen in 2-3 Monaten zum Notar um die Zugewinne aufzuteilen und den Ehevertrag in Guetertrennung umzumuenzen mit allem was dazugehoert, also Schulden bei Ihr ueber die Haushaelfte, Kredit fuer Lebensversicherung im Austausch fuer meine Firma damit sie direkt etwas Geld hat und eine Vereinbarung ueber die Zeiten mit den Kindern, auch wer wie oft wie lange vorher ankuendigen muss um z.B. Urlaub selber mit den Kindern zu machen oder dem anderen die Kinder ueberlassen darf wenn noetig, etc.
.. sehr viel Zeug, sehr viel Arbeit, 5 Wochen mehrere Stunden am Tag damit verbracht, aber jetzt haben wir wenigstens finanzielle Klarheit und koennen uns auf unser jeweiliges Neues Leben konzentrieren, ohne dem anderen reinreden zu muessen weil es noch finanzielle Folgen fuer uns beide gehabt haette.
Ich weine nicht mehr jeden Tag.
Fuer meine (unsere) drei Kinder hat sich im Alltag bei uns zu Hause fast nichts veraendert, ich laufe halt ueber 100% und habe die Arbeit vernachlaessigt. Das wird sich aber jetzt wieder geben da diese organisatorischen Sachen unendlich viel Zeit gekostet haben und ich bewusst viel Zeit mit den Kindern verbringe.