Zitat von Clarinetta:Ich habe wirklich Schicht für Schicht abgetragen, kann man sagen.teilweise habe ich mich zu Tode analysiert und bin mir selbst (und besonders anderen) auf den Geist gegangen. Ich glaube ich habe alles durch was es so gibt, Therapie, Esoterik, erkenne dich selbst Kurse, schlaue und nicht so schlaue Bücher usw .
Manchmal muss man Dinge auch einfach mal aushalten und sich trotzdem einen schönen Tag machen und einfach mal laufen lassen und gucken, was so kommt...
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Ich habe das alles auch durch. Das Innerste nach außen gekehrt. Reflektiert und mein Leben quasi seziert.
Ich habe alles ausgehalten, was man so erleiden kann. Habe es ertragen, innerlich geweint und nach Außen mir nichts anmerken lassen. Habe ein neues Leben begonnen. Habe Freunde, ich arbeite noch und finde da Ablenkung am Tag.
Aber abends und an Wochenenden kann ich manchmal das Alleinsein nicht aushalten. Versteht mich bitte nicht falsch. Es ist nicht so, daß ich mit mir nichts anfangen kann. Ich lese viel, habe Freunde und Bekannte. Familie ist auch da, auch wenn sich diese auf Geschwister und deren Kinder beschränkt. Ich gehe spazieren (Corona hin oder her) treffe mich mit Nachbarn, treibe Sport, alles was man eben so macht. Vor Corona war ich ständig unterwegs, jetzt fällt mir die Decke auf dem Kopf.
Aber immer wieder ist sie da, diese Sehnsucht nach diesen einen Menschen, der mit mir auf der Couch kuschelt, mit mir kocht, lacht, ein Glas Wein trinkt oder auch mal eine Flasche B.. Der Mensch mit dem ich bis in die Puppen diskutieren kann oder Musik hören bis die Wände wackeln. Einfach jemand den ich liebe und der mich liebt. Verlange ich zuviel ?
Ich war verheiratet und er war kein schlechter Mann. Nur irgendwann mal, in der Midlife Crisis, hat er sich fremdverliebt und ich liess ihn gehen. Deshalb glaube ich immer noch, tief in mir, dass es diese guten Männer gibt und dass ich bestimmt wieder einen Wegbegleiter finden werde.
Nur die Zeit bis dahin scheint sehr lang zu sein und sie rinnt davon. Die Möglichkeiten in meinem Alter sind ( wenn man es realistisch betrachtet) gering, weil wie gesagt Frauen in meinem Alter als Frau 'unsichtbar' sind.
Ich bin nicht verbittert und wehre mich dagegen es zu werden. Mein Verstand sagt, dass alles gut wird. Dennoch befällt mich oft diese Traurigkeit. Dieses 'sich verloren fühlen'. Ich versuche es auszuhalten aber es gelingt nicht immer.