Soviele Seiten hier schon wieder geschrieben, schwierig, da jetzt noch auf was einzugehen.
Zitat von paulaner:Und was wir, die "moralisierend durchs Forum ziehen" nur versuchen ist, alle Seiten, und damit eben auch alle Menschen in diesen Dreiecks- oder Vierecksgeschichten zu sehen.
Witzig! Dich habe ich damit überhaupt nicht gemeint. Und das Fettmarkierte das spreche ich Kuddel schlichtweg ab. Genau darum geht es mir nämlich, ALLE in so einer Sache zu sehen! Aber eben wirklich ALLE und nicht nur die Betrogenen, weil das die einzig Leidenden sind. Kuddel aber wirft sich nur für die Betrogenen ins Feld.
Es wurde hier von einigen schon gesagt, es gibt hier reichlich Beispiele für sich psychisch in völliger Schräglage befindliche Affärenpartner. Und ich werde dieses "Totschlagargument", das hättest du doch wissen müssen, wenn der Andere gebunden ist, nie verstehen. WARUM hätte man das wissen müssen?
Ich mein jetzt mal wirklich, das kommt meist von Ehefrauen. Sie sagen allen Ernstes, "hättest du doch wissen müssen, dass mein Kerl ein Lügner, illoyal, beide Seiten betrügend, ist. Hab ich auch schon so erlebt, über Jahre," oder wie?
Wie auch immer, der Betrug den ich an mir erlebt habe war relativ kurz, dafür hart (eigenes Bett). Aber ich muss tatsächlich sagen, in der Rolle als AF habe ich sehr viel mehr gelitten und viel länger gebraucht wieder auf die Füße zu kommen. Das heißt für mich aber nicht, dass es Anderen nicht anders geht und, dass der Schmerz nicht irre groß sein kann. Alles für mich Personen und Geschichten abhängig!
Angefangen hat die Diskussion ja mit Isely. Diese Geschichte die dahinter steckt ist für mich einfach kein Betrug der schlimmsten Sorte. Und ja, ich unterscheide da. So wie ich auch unterscheide ob nun Bergblume 3 Jahre Affäre schildert oder sich jemand meldet und behauptet seit 4 Wochen den Partner fürs Leben in seiner Affäre gefunden zu haben! (zweitgenannte Person soll gefälligst die AR...backen zusammen kneifen und kalt duschen gehen, wird dann schon wieder

)
Zitat:Empathie - das war nie eine Stärke von mir. Das wird auch keine werden...weil ich mich NICHT in Menschen "hinein"fühlen will. Daher.... auch Mitleid und Bedauern sind nicht meines! Bestenfalls kommt bei mir "Mitgefühl" in Frage. Warum ist das so - jahrelange Erfahrungen, mit Empathie, Mitleid, Bedauern "unterwegs" gewesen zu sein. Das hat mir nicht gut getan. Ich will nicht mehr "hinein" in einem Mensch.
Danke kuddel, das sagt und erklärt viel über dich (aus). Für mich sind Menschen die sich verweigern mal zu probieren "in den Schuhen des anderen zu gehen", wenn auch nur gedanklich ein Graus. Und meine eigene Lebenserfahrung zeigt, dass es genau die Menschen sind, die eben nur schwarz/weiß wahrnehmen und den die Zwischentöne leider abgehen.
Schade aber für dich, dass es so gelaufen ist!
Zitat:Auf der einen Seite sprichst du von Empathie - auf der anderen Seite hast du als Betrügerin (ich weiß, dass du den Ausdruck nicht magst) und als AM den Betrogenen keine - um nicht zu sagen NULL - Empathie entgegengebracht. Wo ist da ein Konsequenz zu erkennen - ich sehe keine. Oder kommt Empathie nur bei "Eigenbedarf" zum Zuge - als Forderung?
Du kennst meine Geschichte doch gar nicht, weißt nicht, wieviele Tränen ich vergossen habe, weil ich mich als Betrügerin (das Wort ist mir wurscht, es geht um die Einordnung in eine feste Kategorie, die mich stört) noch während der ja "nur" emotionalen Affäre zerissen fühlte, mich mies fühlte, weil ich Gefühle hatte für einen anderen, die mir gut taten und gleichzeitig so weh. Wie schlecht ich geschlafen habe, weil ich nicht wusste was ich tun sollte. Ich war mit diesem anderen Mann nicht im Bett! Mich hat diese Situation trotzdem völlig überfordert und doch konnte ich für diese Verliebtheitsgefühle nichts, konnte sie nicht einfach so wieder abstellen, klick und gut. Wenn du behauptest du würdest das können, sorry, dann hast du eben genau diese Situation noch nicht erlebt. Verliebtsein ist nichts was die meisten Menschen bewusst steuern können. Im Nachhinein weiß ich, was mich in die Arme dieses anderen Mannes getrieben hatte, dass mein damaliger Partner mit seinem Vehalten bei mir eine Grenze überschritten hatte. Und das eben das Richtigste gewesen wäre zu gehen. Stattdessen endete die Affäre, ich habe sie Affäre "gebeichtet" und bin geblieben. Falsche Entscheidung, aber ich habe meinen Frieden damit gemacht!
Heute wüsste ich es besser, in einer Beziehung tritt niemand mehr so auf mir rum, wie mein Ex das damals im Vorfeld getan hat. Da wäre die Trennung das Mittel der Wahl und nicht ein anderer guter Zuhörer, der dann zur Affäre wird. Ich wiederhole mich, das Leben wird vorwärts gelebt und im nachhinein verstanden...
Was die in späteren Jahren folgende Affäre betrifft, ich war, wie hier auch gerne geschrieben im höchstem Maße bedürftig. Mein Leben war ein einziger Misthaufen, Mobbing im Job vom Chef, Burnout, was weiß ich, und ich war einsam, sehr sogar. Eine Freundin erzählte mir, sie habe im Internet auf einer Plattform jemanden kennengelernt, beide Singles. Ganz ehrlich, ich war damals in dieser Beziehung so unbedarft, ich hätte im Traum nicht daran gedacht, dass sich dort auch gebundene Menschen rumtreiben und einen sehr wichtigen Teil verheimlichen. Das kam erst Wochen später raus, er war ja aber sooo unglücklich in seiner Ehe, Trennung stand an. Für mich endlich wieder ein Fitzel Aufmerksamkeit, Verliebtheit und klar würde er sich trennen. Weißt du warum deren Ehe so schlecht lief? Hahaha, die Frau hatte ein Verhältnis mit einem Kollegen, aber das kam erst später raus.(Die arme Betrogene, der ich ein Trauma zugefügt hätte, wenn es raus gekommen wäre. Oder auch nicht...) Ich war so froh von meinem eigenen Leben abgelenkt zu sein, ich habe das mit gemacht, habe mich durch unfassbare Verhaltensweisen immer wieder klein machen lassen. Dahinter steckte von der anderen Seite kein Plan oder Vorsatz, sondern auch nur Hilflosigkeit, weil er seine Familie nicht zerstören wollte und da trotz allem noch Gefühle für die reizende Gattin waren.
Habe ich diese Frau wirklich verletzt, oder sie ihren Mann? Oder sich beide gegenseitig?
Ja, auch solche Geschichten gibt es.
Ich habe lange Zeit damit gehadert wie böse es die Welt mit mir meint. Bis ich kapiert habe, dass ich das alles habe mit mir machen lassen, weil ich glaubte es zu brauchen, weil alles besser war als mein Leben zu dieser Zeit (dachte ich). Aber ich habe mir verzeihen können und ihn finde ich im Nachhinein gar nicht mehr toll...
Das Leben geht oft seltsame Wege und ich entschuldige mich nicht mit diesen Geschichten. Ich mache nichts Anderes, als die Menschen, die ihren Partner zurück nehmen und ihm verzeihen. Sich und vor allem ihm verzeihen, aufstehen weiter und besser machen, aber immer im Auge behalten, dass das Leben seltsame Wege gehen kann.
Und nein, meine ganzen Texte waren kein Plädoyer FÜR Affären und ich würde auch nie wieder eine beginnen. Aber ich kann verstehen wie es dazu kommen kann, habe es an mir selbst gesehen. Ich habe IM NACHHINEIN die Mechanismen erkannt, die mich in der jeweiligen Situation dazu gebracht haben. Aber niemand von diesen Leuten die mit Schmerz hier aufschlagen, egal in welcher Rolle, war je in einem Forum wie diesem und oder hat sich anderweitig über die Mechanismen Gedanken gemacht, die dazu führen können. Schlimm deshalb ihnen Pauschalhüte aufzusetzen und sie je nach Rolle, zu verurteilen.
Betrachten wir Affärenführende mal als "Hormonsüchtig" oder zumindest gesteuert und vergleichen es mit Alk.. Glaubt irgendwer einem trockenen Alk. ist damit geholfen ihm zu sagen "Weißt du eigentlich wie Sch... du warst, was du kaputt machst, was du dem und dem angetan hast". Klar, auch der muss und soll verstehen, dass es so nicht weiter geht, aber ich glaube eher nicht mit Dauerbeschuss von Vorwürfen und der Brechstange.
Aber allein diese Brechstange ist das was mich nervt und weshalb ich all den Quark geschrieben habe.
Was ich ausgesprochen schräg finde Kuddel, den Betrug den ich erlebt habe, der ist dir egal, aber auf die Betrüger- und AF Seite, da stürzt du dich. Merkst du was? Filterdenke...