Zitat von new-beginning:Er meinte, dass wir unsere Liebe in den wenigen Momenten die wir haben genießen und uns weiters keinen Stress mehr machen sollten..es würde ohnehin alles so kommen wies kommen muss.
Er sieht sich offenbar als Spielball irgendeines ominösen Schicksals, dem er hilflos ausgeliefert ist und an dem er nichts ändern kann.
So etwas gibt es ja in manchen Fällen wirklich. Aber eben nicht in diesem!
Gar nichts wird irgendwie "kommen, wie es kommen muss", wenn er es nicht in die Hand nimmt.
Und eigentich tut er das ja sogar. Aber eben nur in seinem Interesse und nicht in deinem. Deshalb meldet er sich ja immer wieder und versucht wieder einen Fuß bei dir in die Tür zu kriegen.
Denn das ist ja - nach seinen eigenen Worten und auch ganz offensichtlich - genau das, was er will. Er will beides. Seine Ehe, sein Nest daheim und eben dich als Dreingabe. Wie du dich damit fühlst, ist für ihn zweitrangig, untergeordnet sogar, und das ist das, was ich ihm an deiner Stelle nicht verzeihen könnte: Dass dein Leid ihm so egal ist.
Man mag ja vielleicht unterschiedliche Konzepte von Liebe und von Glück haben. Aus seiner Sicht könnte er - wenn ich mal als Advocatus Diaboli sprechen darf - ja im Grunde dasselbe sagen wie du: Wenn sie mich wirklich lieben würde, dann würde sie mir beides gönnen und nicht verlangen, dass ich mich von meiner Frau trenne. Aber da gibt es eben einen Unterschied. Und der besteht darin, dass bei aller Unkonventionalität und bei allen verschiedenen Konzepten, die es geben mag, Liebe nicht darauf beruhen kann, dass über die Gefühle des einen hinweggetrampelt wird. Liebe geht nicht über den Kummer des anderen. Und da ist der Haken an der Sache.
Auf irgendeine Art bist du ihm bestimmt wichtig. Sehr wichtig sogar. Aber nicht als Mensch, den er liebt, sondern als Mensch, den er haben will. Und das ist ein gewaltiger Unterschied.
Du vervollständigst sein Konzept von Glück. Er aber nicht deins. Im Gegenteil. Er wird durch die Affäre sozusagen voller und du wirst leerer.
Und da es nicht wirklich in seinem Interesse ist, eine Entscheidung zu treffen und da ihm deine Wohlbefinden auch nicht wirklich am Herzen liegt, bist du die einzige, die eine Veränderung dieses Zustands herbeiführen kann. Indem du dich konsequent und rigoros von ihm abwendest nämlich. Er wird es aus den beschriebenen Gründen nicht tun.
Dein Glück und dein Wohlbefinden sind ihm einfach nicht wichtig genug. Er sieht nur sich.
Du musst jetzt ganz allein für dich einstehen, denn niemand sonst tut es. Oder aber du verharrst in diesem Zustand, der ihm nützt und der dich aussaugt. Das sind die einzigen Möglichkeiten, die du hast.
Ich würde ersteres wählen und habe es damals auch getan.
Das allerschlimmste ist ja nicht einmal, wie er dich aussaugt, sondern wie du dich gleichzeitig selbst verrätst und im Stich lässt, wenn du bei diesem ungleichen Spiel mitmachst.
Lass diesen Kerl da, wo er ist. Und lass ihn mit sich selbst zurechtkommen. Das wird ihm schwer genug fallen.
Und sieh du zu, dass du dich da, wo du nun einmal bist, um dich selbst kümmerst.
Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute.