Zitat von Bergblume:unser Bauchgefühl zeigt uns ganz schnell dass " etwas nicht stimmt"...dass es nicht der Richtige ist. Meistens ist es dann so, dass ein Häuslein gebaut wird..Kinder gezeugt..Neuorientierung im Job..wir suchen krampfhaft nach Veränderungen..positive Impulse, damit wir ja nicht über dieses Bauchgefühl nachdenken müssen.Und keiner von beiden spricht die Mängel - Defizite an, weil es natürlich Konsequenzen nachzieht. Die Konsequenz wäre nämlich : Hoppala, mein Partner liebt Sport - ich nicht..mein Partner steht auf Partnerwechsler - ich nicht..ernährt sich am liebsten vergan - ich ein absoluter Fleischtiger, Er liegt gern am Strand - ich hasse es und mach lieber Städteurlaub, völlig konträre S. und und....
Zitat von Bergblume:Und dieses sich in verschiedene Richtungen entwickeln, pasiert nicht erst nach Jahren, so wie die meisten vermuten. Wir merken es schon sehr bald, nur verdrängen es die meisten oder es wird einfach nur schön geredet. Skepsis, Zeichen, Intuition - unser Bauchgefühl zeigt uns ganz schnell dass " etwas nicht stimmt"...dass es nicht der Richtige ist.
Nun, ich kann dir in vielem zustimmen.
Dennoch ist deine Beschreibung mir zu statisch.
Eine Beziehung ist doch immer wieder vielen Einflüssen ausgesetzt. Jeder von uns verändert sich ständig und somit auch die eigenen Bedürfnisse. Was mir heute gefällt, kann ich morgen schon langweilig finden. Was mich heute beschwingt, kann morgen schon belastend sein.
Mein Partner muss doch nicht die gleichen Interessen haben. Es kann auch durchaus bereichernd sein, sich von anderen Ideen inspirieren zu lassen und auch selbst zu inspirieren.
Was meinst du mit Bauchgefühl? Meinst du ein Gefühl der fehlenden Liebe?
Ich kenne das nicht. Ich kenne Krisen - sogar große. Aber, dennoch habe ich in all den Jahren nie ein Bauchgefühl / Intuition gehabt/gefühlt, dass er nicht der richtige sei.
Unsere Interessen war nie deckungsgleich - so what.
Man wird auch nicht zum siamesischen Zwilling nur weil man als Paar zusammen lebt.
Selbstverständlich schließt man auch Kompromisse - ohne die geht es eh nie.
Solch negatives Bauchgefühl (wie du es beschreibst) hatte ich dennoch nie! Und glaube mir - ich war auch schon richtig wütend auf ihn.
Klar haben wir uns auch schon heftig gestritten und waren sauer aufeinander. Wir hatten auch Zeiten, wo wir uns nicht so nah standen, und wir kennen leider auch Zeiten der puren Verzweiflung. Gefühle sind doch nicht immer gleich.
Wir mussten uns in unserer Partnerschaft mit den eigenen Unzulänglichkeiten auseinandersetzen (ein sehr schmerzhafter Prozess) und auch lernen den anderen so anzunehmen, wie er ist.
Selbstverständlich haben wir uns auch bemüht positive Impulse zu setzen.
Aber dies war kein verzweifelter Versuch etwas zu übertünchen (so wie du schreibst).
Ich halte es sogar für wichtig.
Somit kann ich nur antworten, dass ich es, so wie du es beschreibst - und es so scheinbar auch als "normale Ehe" ansiehst, nicht kenne.
Allerdings stimme ich dir zu in Hinblick auf "Ehe in früheren Zeiten".
Ich glaube auch nicht, dass Ehen früher glücklicher waren. Allerdings glaube ich, dass Ehen auch nicht unglücklicher waren.
Heute strebt jeder nach dem ultimativen Glücksgefühl, nach dem perfekten Partner, der zum eigenen Glück beizutragen hat.
Ich glaube, dass man sich früher diese Wünsche nicht erlaubt und sich somit besser mit den Gegebenheiten arrangiert hat. Ob Besser oder Schlechter ist ein anderes Thema.