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Aufgeflogen Affäre Wie soll ich das schaffen

sonntag_morgen
Zitat von Stella31:
Und genau daran kann ich nicht so ganz glauben... zumindest von seiner Seite aus.. Denn aus 18 wunderbaren Jahren direkt in eine 2 1/2 jährige Affäre zu switchen, die dann k.acken dreist vor deinen Augen zu führen und sie nicht mal selbst beenden, kann m.A. nicht passieren,wenn im Vorhinein alles toll war. Und da ...

Das finde ich einen fairen Punkt.

Auch deshalb würde ich eine längere Auszeit (nicht nur 2h abends in der Sauna) wichtig finden, dass du da mal hinter die Kulisse schauen kannst @Mariaa89

#826


Mariaa89
@Stella31 das ist genau der Punkt über den wir grade viel Sprechen..was hat ihm gefehlt und was hat ihn dazu bewogen das zu tun..Und besonders nicht einfach mit mir darüber zu sprechen...

Ich sprach davon, dass ICH mein Leben mit ihm sehr genossen habe und darauf nicht verzichten will...


Bei dem Thema hoffe ich auch auf die richtigen Fragen vom Paartherapeuten um dem auf den Grund zu kommen...

x 3 #827


A


Aufgeflogen Affäre Wie soll ich das schaffen

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M
Zitat von sonntag_morgen:
Ja, auch den Grund fürs Zusammenbleiben. Aber den hast du ja eben nochmal wiederholt. Na ja, wenn du keine temporäre räumliche Trennung möchtest und auch insgesamt keine Trennung, dann wirst du wohl alles beim jetzigen Zustand belassen müssen. Vielleicht kannst du dich auch damit arrangieren, nie wirklich über ...


Hier möchte ich aus eigener Erfahrung entgegensprechen.
Die räumliche Trennung mag für viele gut sein, um sich zu sammeln. Um sich selbst zu spüren. Sich klar zu werden, was da gerade alles passiert um einen herum und zu erkennen, wie wenig Einfluss man darauf hat.

Was uns rückblickend aber geholfen hat - insbesondere meinem Mann - war, unsere tägliche Dynamik, unsere Gefühle, unsere Verzweiflung mit ansehen zu können. Deshalb haben wir zwar eine Art Trennung (emotional) für einige Wochen gehabt, aber wir konnten den Partner trotzdem bewusster wahrnehmen.

Genau deshalb, weil man sich gemeinsam dem Chaos widmet, belässt es eben keiner beim aktuellen Zustand. Und arrangieren damit mussten wir uns auch nicht.
Heute weiß ich: wir waren beide endlich wieder lebendig. Wir haben uns in unseren schlimmsten Streits erlebt, weil es (besonders für mich) keinen Grund mehr gab, mich zu verstellen.
Ich war nie so tief ich selbst wie zu dieser Zeit. Klar, war das kein schöner Anlass, und ich hätte es damals auch nie für möglich gehalten - aber so konnten wir lernen, die Emotionen des Anderen, die Verletzungen, die unbändige Wut, die Hoffnungen usw. entweder gemeinsam zu ertragen und zu verarbeiten oder einer hätte das Handtuch geschmissen.

In den Jahren vor und während der Affaire(n) haben wir BEIDE am Gefühlsleben des anderen zwar geglaubt, teilzuhaben. Aber letztendlich haben wir nie so offen miteinander gesprochen. Warum nicht? Weil wir keine Notwendigkeit sahen. Weil es uns nicht wichtig war - lief ja alles irgendwie. Tja, wohl doch nicht ...

Und wenn ich @Mariaa89 richtig verstanden habe, ist auch ihr Mann -wie meiner- bereit dazu, sich der Verantwortung zu stellen und mitanzusehen, mitzuerleben, wohin seine Handlungen geführt haben.
Ich glaube, hätten wir uns räumlich getrennt, wären wir heute nicht mehr zusammen. Das war der echte Beginn, sich auf die Ehe 2.0 einlassen zu können.

Man hat so viel Schönes geteilt all die Jahre vorher - warum soll man im Schmerz alleine dadurch? Wir sind dadurch wirklich und wahrhaftig jeder für sich und aneinander gewachsen. Aber ja - es hat lange gedauert und war Kräftezehrend wie nichts zuvor in unser beider Leben. Auch sowas kann auf neue Weise zusammenschweißen.

"WO LIEBE IST, WIRD DAS UNMÖGLICHE MÖGLICH". Buddha

x 2 #828


ElGatoRojo
Zitat von Marina_:
Was uns rückblickend aber geholfen hat - insbesondere meinem Mann - war, unsere tägliche Dynamik, unsere Gefühle, unsere Verzweiflung mit ansehen zu können. Deshalb haben wir zwar eine Art Trennung (emotional) für einige Wochen gehabt, aber wir konnten den Partner trotzdem bewusster wahrnehmen.

🎯👍

raümliche Trennung ist oft der Beginn der tatsächlichen Trennung --- jedenfalls dann, wenn es länger ist als ein paar Tage

x 1 #829


M
@ElGatoRojo

Sehe ich genauso. Und ehrlich gesagt, besonders der Verursacher würde sich doch in diesem Fall wieder vor einer weiteren Verantwortung "drücken" können und nur seine Sicht betrachten können.

Mir persönlich waren emotionsgeladene Gespräche und rauslassen aller Gefühle wichtig. Ich hätte nicht alle paar Tage oder Wochen ein "ruhiges" Gespräch führen wollen. Ich habe mit all meinen Sinnen zum Ausdruck gebracht, wie und was ich durch die Umstände erlebe. Und er hatte die Chance in Resonanz dazu zu gehen und sich selbst erstmals auch zu hinterfragen.

Nicht leicht in dem Alter - aber wie man sieht: machbar 😇

x 1 #830


ElGatoRojo
Zitat von Marina_:
Mir persönlich waren emotionsgeladene Gespräche und rauslassen aller Gefühle wichtig. Ich hätte nicht alle paar Tage oder Wochen ein "ruhiges" Gespräch führen wollen. Ich habe mit all meinen Sinnen zum Ausdruck gebracht, wie und was ich durch die Umstände erlebe. Und er hatte die Chance in Resonanz dazu zu gehen und sich selbst erstmals auch zu hinterfragen.

Zumindest dann, wenn man grundsätzlich Ehe oder Beziehung weiter führen will muss man durch eine solche Chaos-Phase. Ist kein Ponyhof und kein Mimimi-Spiel, sondern eine Sache für eher resilente Erwachsene

#831


M
Zitat:
Mariaa89
Ich vermisse das vertraute Gefühl einfach unglaublich und kann mir grade nicht vorstellen, das erwas anderes Gutes die Lücke füllen kann..

Das verstehe ich so gut. Ich habe mich dem Gefühl völlig hingegeben und es zugelassen. Denn ich hatte das Recht, das alles zu vermissen, es zu betrauern. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass es jemals anders sein würde.

Versuch es zu akzeptieren, dass das "Alte" vorbei ist. Dann kannst du dich mit der Zeit dem "Neuen, "Ehrlicheren" öffnen.
Ich sehe, du bist jetzt schon viel weiter als ich damals. Du denkst klarer. Es wird anders. Es wird nicht von heute auf morgen so sein. Ich habe es erst nach über einem Jahr mehr und mehr erkannt.
Kontinuität in seinem Handeln, in seinem Sein und seiner Art auf mich einzugehen waren ein großer Schlüssel. Und ich lese, dass dein Mann ähnlich reagiert.

Im Hinterkopf hatte ich immer meine Liste (was wäre, wenn ich mich trenne) und die Sicherheit, es auch alleine zu schaffen. Das hat mir sehr viel Selbstbewusstsein gegeben. Meine Grenzen konnte ich endlich benennen und einhalten.
Das war mir früher nicht möglich (Versagens- und Verlustängste).

Zitat:
Mariaa89
Schlimmer als die Tatsachen die er getan hat, also das handeln an sich ist für mich, dass er so Respektlos mir gegenüber war...


Das kann ich bestätigen. Das Fremdgehen hat mich weniger belastet, als die Demütigung. Ich fühlte mich verarscht (von beiden) und vorgeführt. In meiner Ehre und Würde zutiefst gekränkt.

Und auch das darfst du so empfinden. Weil es unbeschreiblich ist, wie gedemütigt man sich als Frau fühlt.

Zitat:
Mariaa89
Wie seid ihr über diese unfassbare Respektlosigkeit euch gegenüber hinweggekommen...Das ist etwas das mich ganz wütend macht...


Die Antwort ist nicht leicht zu beschreiben. Dafür müsste ich seitenweise schreiben. Monatelanges Auf und Ab.
Dass du wütend bist, ist gut. Wirklich. Mir hat die Wut unendlich in meinem Schmerz geholfen. Und du scheinst auch nicht der Typ zu sein, der sich jammernd in die Ecke legt und über das böse Schicksal weint und zugrunde geht.
Ich habe meine Wut IMMER rausgelassen. Und sie so lange als Energie genutzt, um mir immer wieder zu sagen, dass ich diese Ungerechtigkeit nicht verdient habe und wütend sein darf.

Auch hier kann ich dir für die aktuelle Situation leider keinen hilfreichen Tipp geben. Es dauert einfach. So eine lange Affairenzeit steckt man nicht in wenigen Wochen weg. Lass es zu. Du hast jedes Recht der Welt stinksauer zu sein.
Verlier dich nur nicht zu tief in der Wut - das verlängert die Verarbeitung enorm (weiß ich auch erst heute).

Was du zu den Bildern geschrieben hast, bzw. zum gemeinsamen Löschen: das hatten wir auch. Und irgendwo tauchte immer wieder ein vergessenes, kitschiges Tiktok-Bildchen oder ein Herzchen mit ihrem Namen auf.
Gut, bei uns waren viele Bilder durchzusehen - da habe ich einiges erst im zweiten oder dritten Anlauf entdeckt. Aber jedes Mal hat es mich wieder zu Boden geworfen und ich habe alles hinterfragt. Nichts, was bis dahin geklärt oder besprochen war, hatte noch eine Bedeutung für mich.
In allem sah ich romantische Dinge, die einer anderen geschenkt und mir vorenthalten wurden. Das hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass ER das mit anderen Augen sieht, als ich, die Verletzte.

Und auch bei mir ist die 2. Affaire durch Unachtsamkeit aufgefallen. Ich öffnete sein Laptop (was ich durfte) und da schaut mich mein Mann in inniger Zweisamkeit mit seiner AF an. Diese strahlenden Augen - es hat mir das Herz zerrissen.
Er hatte leider vergessen, den versteckten Ordner zu schließen.
Dieses erste Bild hat mich monatelang verfolgt. So lange sah ich das vor mir, ich dachte, es wäre für immer eingebrannt in meinem Kopf. Heute kann ich mich kaum mehr daran erinnern. Aber es hat mir monatelang Stiche im Bauch und ins Herz versetzt.

Wie gesagt: es ist hammer hart, sowas durchzustehen. Aber man kann tatsächlich überleben und wieder vorsichtig Vertrauen fassen und sich öffnen. Und anderes, aber besser lieben und miteinander leben.

Wer liebt, trägt immer die Möglichkeit, verletzt zu werden. Mit diesem wie mit jedem anderen Mann. Das wurde mir irgendwann klar.

Ich wünsche dir das Allerbeste und dass du jedem Impuls folgen wirst - egal, wohin er dich führt.

#832


M
@Mariaa89

Zitat:
Oder die schiere Unverschämtheit mich die Unterwäsche waschen zu lassen, die er dabei getragen hat...


DAS hat mich auch lange zur Weißglut gebracht. Ich hab mich regelrecht reingesteigert...

#833