Ema
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Zitat von ElGatoRojo:Die einfachste Lösung nach einer Affäre des Partners ist natürlich die Trennung - da behält man das Gefühl, auf der guten Seite zu sein und im Recht zu sein im Kampf gegen das Unmoralische. Dabei
Nein, Gato, da bist du auf dem völlig falschen Dampfer. Zumindest was mich betrifft - und ich kann ja nur für mich sprechen.
Mir ginge es dabei nicht um das Gefühl, "auf der guten Seite zu sein". Und erst Recht nicht um irgendeinen ominösen Kampf gegen das Unmoralische.
Und ich bezweifle auch stark, dass eine Trennung die "einfachste Lösung" ist. Sie ist oft sogar die schwerste.
Ich habe im Laufe meines Lebens zwei Prinzipien verinnerlicht (und es hat mich wahrlich auch Jahre gekostet, die wirklich zu verinnerlichen).
Das erste ist:
Wenn ich eine Diskrepanz feststelle zwischen dem, was jemand sagt, und dem, was jemand tut, dann nehme ich immer die Taten als Maßstab und nicht die Worte.
Das heißt auf eine Affäre übertragen:
Wenn mich jemand zweieinhalb Jahre lang belügt, betrügt und hintergeht und zulässt, dass seine Affäre mir auch noch in meinem Zuhause vor der Nase rumtanzt und mich in der Zeit kalt und abweisend behandelt und mir hinterher, nach dem Auffliegen sagt, dass er mich doch aber liebt, dann glaube ich nicht seinen wohlfeilen Worten, sondern dann glaube ich an das Gegenteil, das er mir zweieinhalb Jahre durch Taten gezeigt hat.
Dann glaube ich übrigens auch nicht, dass er zweieinhalb Jahre gar nicht bei Sinnen war oder ähnlichen Unsinn.
Wer eine Affäre führt, und das noch so lange, der tut es in der Regel aus genau zwei Gründen: Weil er es will und weil er es kann. Und weil es ihm drittens währenddessen völlig egal ist, dass er seinen Partner damit verletzt.
Das zweite Prinzip lässt sich darauf herunterbrechen, dass ich ein- und derselben Person nicht zweimal die Macht gebe, mich zu verletzen, solange es irgendwie in meiner Macht steht, das zu verhindern.
Es ist im Grunde das alte Prinzip "Fool me once - shame on you. Fool me twice - shame on me".
Das lässt sich auf alle möglichen Bereiche übertragen:
Wenn mich jemand zum Beispiel um Geld betrügt oder mein Geld veruntreut, dann kann ich ihm das unter Umständen durchaus verzeihen. Kann ja sein, dass er selbst gerade in einer schwierigen Situation steckte.
Unabhängig vom Verzeihen oder Nichtverzeihen jedoch tue ich eins ganz sicher nicht: Ich gebe ihm kein Geld mehr in die Hand.
Und wenn mich jemand zweieinhalb Jahre lang so mies behandelt hat, wie der Mann von Mariaa89 das ganz offensichtlich getan hat, dann kann ich auch das unter Umständen verzeihen, wenn ich die Gründe, die er mir darlegt, irgendwie nachvollziehen kann. (Was Mariaas Mann aus meiner Sicht übrigens nicht einmal konnte).
Aber eins tue ich ganz bestimmt nicht: Ich gebe ihm nie wieder die Chance, so eine Nummer nochmal mit mir durchzuziehen. Denn inzwischen weiß ich ja, dass er dazu durchaus fähig ist.
Das ist kein Sieg der "Moral", das ist schlicht und einfach gelebter Selbstschutz, eine gelebte Wahrung der eigenen Grenzen und nicht zuletzt der eigenen Würde. Und ich fahre übrigens sehr gut damit.