blumenfrau
Gast
ich habe nur die ersten drei Seiten dieses Threads gelesen und konnte sofort das Problem nachempfinden, weil ich früher in einer ähnlichen Situation war.
Es geht meiner Meinung nach um die Ambivalenz zwischen dem Bedürfnis nach einem netten Mann, der familientauglich ist und einem männlichen Mann. Den Begriff "männlicher Mann" hast du verwendet und ich wusste genau, was du meinst.
Ich bin älter als du, hatte mehr Beziehungen, habe es aber nie geschafft, einen Mann zu finden, der beides vereint. Auch kenne ich das von Freundinnen nicht.
Dein Problem ist nicht selten, manche Ehen zerbrechen daran.
Viele Frauen haben einen netten Mann geheiratet und von ihm Kinder bekommen, weil es zu ihrem Lebensplan gehörte, Kinder zu bekommen. Männliche Männer/Macho Männer sind dazu weniger geeignet und sie wollen auch oft keine Familie gründen oder erst sehr viel später, wenn sie sich ausgetobt haben.
Die große Leidenschaft dieser Frauen kam später dann mit einem Mann, der so viel anders ist, als der Ehemann, der im Alltag gar nicht zu einem passen würde, der einen in seiner Männlichkeit aber total umhaut.
Ich war auch mit einem netten Mann verheiratet. Zum Glück haben wir keine Kinder. Aber wir hatten ein sehr harmonisches Miteinander, passten intellektuell zueinander und hatten Hunde und gemeinsame Hobbys. Er war verbindlich und ich habe nach ihm keinen Mann mehr gehabt, der so gut zu mir passt. Nur leider habe ich ihn körperlich nicht begehrt.
Er hat nichts falsch gemacht, er sah auch nicht schlecht aus. Aber er war nicht männlich, nicht zupackend, sehr zögerlich, auch in anderen Lebensbereichen. Das war von Anfang an so. Also keine Beziehung, wo nur die Luft wegen des Alltags raus war. Ich dachte, die Leidenschaft kommt noch, aber das Gegenteil war der Fall.
Nach 10 Jahren lernte ich dann einen Mann kennen, der das Gegenteil war. Ich konnte gar nicht anders, als dem nachgeben. Ich habe meinen Mann (nach drei Monaten Affäre) verlassen, um mit dem neuen, männlichen Mann zusammen zu sein.
Der neue Mann konnte meinem Ehemann nicht ansatzweise das Wasser reichen - vor allem intellektuell. Auch war er nicht so bindungsfähig, wollte keine Kinder, mochte keine Hunde, Geschmack und Lebensstil waren sehr unterschiedlich, die Gespräche langfristig mühsam.
Aber s exuell war es schön.
Die Beziehung hielt trotzdem nur ein paar Jahre.
Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich beides nicht haben kann.
Es ist sehr sehr selten, dass man einen Menschen findet, der alles vereint. Die paar Beispiele, wo das geklappt hat, sind nicht repräsentativ.
Einen Tipp habe ich nicht. Ich bin selbst ratlos.
Die Beziehung öffnen würde einige Probleme lösen, aber die Konventionen und unsere Erziehung verbieten das und dein Mann würde es wohl auch nicht akzeptieren.
Sich zusammenreißen und warten, bis die Kinder groß sind? Vielleicht hast du selbst keine Lust mehr auf Se x, wenn du älter bist. Manchen geht das so. Aber dann hättest du deine leidenschaftlichsten Jahre verschenkt.
Sich trennen, mit deinem Mann befreundet bleiben und gute Eltern sein, in der Nähe wohnen bleiben und die Kinder können zwischen euren Wohnungen hin und her, wie sie wollen. Endlich mal nur du für dich allein. Absichtsloser Se x mit einem männlichen Mann und nur, weil du es willst und nicht, um eine Ehe zu erhalten.
Auch wenn es mit dem männlichen Mann nicht klappt: du könntest alleine glücklich werden. Das ist nicht so schlecht, wie es sich anhört.