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Aus der Sicht der Verlassenden

Kopfweide


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Hallo Odium, ich habe mich innerhalb eines Satzes meines Exmann es getrennt. Er sagte, weisst du schon, dass du 234000 dm Schulden hast? Als dieser Satz ausgesprochen war, war alles abgetötet in mir. Er war gelogen, die Summe war noch höher. Ich habe sie in 20 Jahren bezahlt. Ich muss heute noch darauf achten, dass immer eine Luftlinie zwischen uns ist, weil ich nicht weiss, wie ich reagiere, wenn ich ihn sehe.
Für die zweite Trennung brauchte ich 20 Minuten und 11 Jahre Aufarbeitung. Dieser Mann griff mich körperlich an. Nicht meine Wellenlänge.
In beiden Fällen war ein Gespräch leider nicht möglich. Die Sprache war einfach weg.
Heute freue ich mich, dass es mir gut geht.

16.03.2017 20:52 • x 1 #16


Odium

Odium


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Zitat von Waldfee47:
Schlussmachen war schlimm für mich.
Verlassenwerden ein anderer viel schlimmerer Schmerz, kaum auszuhalten....ein Schmerz wie eine massive körperliche Krankheit, dachte immer, wenn es Intensivstationen für gebrochene Seelen und Herzen gäbe.. ich wäre dort und würde rund um die Uhr an einer Trost-Infusion hängen...es ist besser, nahezu vorbei... nur als Trost..
was aber beim Selbt-Verlassen ist, was ich sehr schlimm fand: Man hat ein schlechtes Gewissen und in meinem Fall waren einfach die Gefühle weg. und das wollte ich selbst nicht.. ich habe selbst 3 Jahre gelitten..


Das tut mir schon beim lesen weh. Fühl dich mal umarmt
Aber wenn es doch ohnehin immer nur weh tut, wieso tun wir uns das alles eigentlich an? Ich selber Frage mich auch ständig ob es das alles denn überhaupt wert ist, ob es nicht besser ist einfach alleine zu bleiben. Wenn doch ohnehin beides nur so dermaßen schmerzt und die Frau fürs Leben bzw den Mann gibts es bestimmt nicht.
Eine Trost-Infusion wäre jetzt was schönes. Machen wir so eine Klinik auf?

Hm also in deinem Fall war da zumindest ein schlechtes Gewissen, denkst du meine Ex hatte bei der Trennung auch noch was gefühlt? Ich kanns mir schwer vorstellen...
3 Jahre lang? Was hast du in dieser Zeit gemacht?

16.03.2017 22:04 • #17



Aus der Sicht der Verlassenden

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Grace_99


Darf ich ehrlich sein?

Manchmal macht man sich das Leben unnütz schwer. Es ist doch egal wie / warum der / die geht wie dabei fühlt oder oder.... Da ist man doch nicht bei sich, sondern (ungesund!) beim Ex.

Ich habe schon mal Beziehungen beendet. Mal im Frieden, mal auch nicht im Frieden und ja, mir war der Ex egal, manchmal genervt bei Kontaktaufnahme und ja, habe einige letzte Zeilen nicht gelesen, weil's mich nicht mehr interessiert hat.

Ich bin deshalb kein schlechter Mensch. Vorbei ist halt vorbei.

16.03.2017 22:42 • x 2 #18


wabbelelvis3


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Ich würde gerne mal die andere Seite, an Erfahrungen lesen und entschuldige mich jetzt schon mal dafür, falls es schon ein ähnliches Thema gab. Habe über Handy nichts gefunden.

Jedenfalls, an alle die jemanden verlassen haben, trotz vorhandener Liebe. Wie seit ihr stark geblieben? Hat euch weiteres nerven oder zurück hol versuche, weiter distanziert und bestärkt? Wie lange habt ihr noch geliebt? Habt ihr euch innerlich gewünscht, etwas vom Ex zu lesen, trotz Trennung? Welche Rolle, spielte euer stolz in dieser Phase? Etc.pp

23.06.2017 09:01 • #19


GastHH


Mich distanziert alles was nach Klammern, Telefon-Terror, Druck oder Drohung aussieht bzw. gemacht wird. Wenn die Gefühle, die nun mal den Level Freundschaft oder gar nichts mehr erreicht haben, gesunken sind, man sich über ein
Jahr lang streitet, dann muss doch mal gut sein. Ich verstehe nicht, was solche Aktionen bewirken sollen?! Das Leben geht weiter, und die 2. Person sollte mal darüber denken, welchen Beitrag sie geleistet hat, und welche Fehler sie gemacht hat.

23.06.2017 09:48 • #20


Heath


Ich habe mich von meiner letzten Freundin getrennt, obwohl ich sie noch geliebt habe.

Unsere Beziehung war durch verschiedene Determinanten sehr schwierig (Entfernung, Lebensvorstellungen, Streitkultur), der Hauptgrund für mich war jedoch, dass ich sie und uns der Zerissenheit, die durch die Ablehung ihrer Familie mir gegenüber resultierte, schützen wollte. Sie kommt aus einer Russlanddeutschen Familie, welche sehr konservativ und traditionell eingestellt ist. Da ich nicht russsischer Abstammung bin und kulturell eben auch andere Wurzeln habe, war ich ihnen ein Dorn im Auge.

Es folgten Streits, Heimlichkeiten; allgemein war die Grundstimmung kontinuierlich getrübt von der Angst vor ihren Eltern. Ich wollte keine Heimlichkeiten mehr, welche sich bei einer Fernbeziehung sowieo noch schwerer gestalten und ich wollte sie auf keinen Fall vor die Wahl stellen Ich oder deine Familie. Letztendlich ist Blut dicker als Wasser, wie man so schön sagt.

Manchmal reicht nur Liebe einfach nicht. Es reicht nicht, sich zu lieben, wenn man an dem ganzen Drumherum kaputt geht und sein Lebensglück gefährdet.
Es hat bei uns einfach nicht zusammengepasst. Das wusste ich. Und ich glaube, dass sie es auch wusste, und zwar eher als ich.

Ich bin resolut gelieben, da ich wusste, es geht nicht anders. Wir würden zusammen einfach nicht richtig glücklich werden.
Ich habe mir das ganze Leiden und die belastenden Situationen ins Gedächtnis gerufen, wann immer der Drang da war, es nochmal zu probieren.
Und ich war ihr dankbar, dass sie mich nicht zugetextet und zugespammt hat. So war es leichter, sich zu lösen.

Und ja, ich habe mich natürlich oft gefragt, wie es ihr geht und hätte gern was von ihr gehört. Ich hatte auch oft ein starkes und schmerzhaftes Verlangen nach ihr. Das ging einige Monate so.
Aber letztendlich war es das beste.

Wir beide haben das Recht darauf, glücklich zu werden. Wenn nicht miteinander, dann eben getrennt und mit anderen Partnern. Das ist das, was ich mir für sie wünsche. Dass sie glücklich wird, sei es mit einem anderen Mann. Das macht Liebe glaube ich aus.

23.06.2017 10:03 • x 2 #21


Seele74


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Heath, du scheinst ein totaler vetstandsmensch zu sein. Dein Herz sagt du liebst Sie und dein verstand sagt es ist das beste wenn du dich trennst. Ihr quält euch lieber, statt euch der liebe hinzugeben und zu kämpfen. Kann ich nicht verstehen sowas

23.06.2017 10:17 • x 3 #22


Heath


@Seele74

Oh, ich bin durchaus ein sehr emotionaler und sensibler Kerl. Ich habe emotional extrem unter der Ablehnung und diesem Machtkampf gelitten.
Aber wie bereits beschrieben: Ich habe für mich erkannt, das nur Liebe nicht reicht. Ich kann eine Beziehung nicht genießen, ich werde auch nicht erfüllt, wenn ich Tag für Tag mit immer wiederkehrenden und nicht zu lösenden Konflikten konfrontiert werde. Wie soll ich mich einer Liebe hingeben, wenn ich damit überwiegend Stress, Streit und Diskussion initiiere? Wo ist da die Leichtigkeit? Das Schöne, das Unbeschwerte?

Gequält haben wir uns, als wir ums Verrecken versucht haben, diese Beziehung aufrecht zu erhalten. Ihre Eltern lehnen mich kategorisch ab. Uns trennen 500 km. Sie wohnt noch zu Hause, studiert, hat derzeit kaum Möglichkeiten auszuziehen und unabhängiger zu werden. Sie war ständig hin- und hergerissen zwischen ihrer Familie und mir, was sich deutlich auf ihre Stimmung ausgewirkt hat. Sie war ständig gereizt, hat viel geweint, jedes Treffen war ein absoluter Kraftakt weil sie nicht wollte, dass ihre Eltern mitbekommen, dass wir noch zusammen sind. Und das waren wir 1 1/2 Jahre.

Wir haben es über Monate hinweg probiert. Sie wollte sich diesem Druck ihrer Familie annehmen. Und letztendlich hat sie es aber einfach nicht ausgehalten, das Mädel war vollkommen am Ende. Und mir ging es dementsprechend auch schlecht.

Nein, ich kämpfe nicht, um so ein destruktives Konstrukt aufrechtzuerhalten. Wir haben es probiert und ich habe gemerkt, dass wir beide heftig darunter leiden. Und das ist nicht der Sinn einer schönen Beziehung. Das ist Druck, das ist Leid, das ist kramphaft. Alles wurde überschattet von ihrer Zerissenheit, von ihren Streits mit ihren Eltern, von dem krassen Aufwand für geheime Treffen.

Liebe lässt m.E. frei. Und ich habe sie freigelassen. Es geht einfach nicht zusammen, trotz gegenseitiger Liebe.

23.06.2017 10:50 • x 2 #23


Kirsti


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Ja. Ich habe meinen Mann verlassen. .Habe durch diese Trennung die von mir ausging wahnsinnig viel verloren...Aber ich habe auch das Wichtigste wieder bekommen. ..nämlich mich..Diese Beziehung hat mich fast zerstört. ..und ja ich liebe ihn noch immer...Nur der Preis war zu hoch...

23.06.2017 10:56 • x 2 #24


Seele74


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[quote=Heath]@Seele74

Oh, ich bin durchaus ein sehr emotionaler und sensibler Kerl.

Dann hast du sie nicht wirklich aus tiefsten Herzen geliebt. Zuletzt zumindest nicht. Also ist meine Meinung. Und wer liebt kämpft. Anders wäre es ,wenn man an einer Beziehung zu Grunde ginge, sich selbst aufgibt, betrogen ,belogen oder geschlagen wurde.

Aber sonst kann man über alles reden und man kann an sich arbeiten.

Meine ex ist auch ein verstandsmensch. Sie hat mich auch aus dem Grund verlassen, weil es für sie keine Sinn macht und auch für sie allein liebe nicht reicht. Gerade die liebe ist das stärkste Fundament in einer Beziehung.

23.06.2017 11:06 • x 2 #25


Seele74


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Zitat von Kirsti:
Ja. Ich habe meinen Mann verlassen. .Habe durch diese Trennung die von mir ausging wahnsinnig viel verloren...Aber ich habe auch das Wichtigste wieder bekommen. ..nämlich mich..Diese Beziehung hat mich fast zerstört. ..und ja ich liebe ihn noch immer...Nur der Preis war zu hoch...



Das kann ich wiederum nachvollziehen.

23.06.2017 11:07 • x 1 #26


wabbelelvis3


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Die Geschichte und die Aussagen von Health, hat mir sehr geholfen grade. Ich bin eigentlich der gute Mann, wenn ich sie endlich in Ruhe lasse... aus Respekt und Liebe!

23.06.2017 11:22 • #27


Grace_99


Ich bin mal ganz ehrlich, Liebe hin, Liebe her, manchmal hat man noch Gefühle, aber der Stress ist zu groß (Streits usw.), da bin ich jemand, die darauf keine Lust hat und sich dann recht schnell trennt, da nutzt dann auch kein was-auch-immer-was - wenn ich nicht mehr will, dann will ich nicht mehr.

Am schlimmsten finde ich ja, wenn dann noch ellenlange Briefe o. ä. kommen.... Das interessiert mich einfach nicht mehr. Landen ungelesen in der Schublade, ergo wird auch nichts beantwortet. Hört sich fies an, aber jemanden warmhalten mit evtl. / vielleicht - nö, nicht meins, dann lieber diese Kante zeigen, aber man ist wenigstens ehrlich = keine falschen Hoffnungen.

23.06.2017 11:24 • x 1 #28


Heath


@Seele74

Bitte lese meine Beiträge aufmerksamer.

Ich habe mehrfach beschrieben, dass meine Ex-Freundin extrem unter dieser Situation gelitten hat. Und konsequenterweise ich auch.

Wie kann man denn über eine fundamentalistische Familie sprechen? Glaube mir, ich habe mehrfach das Gespräch direkt mit ihren Eltern gesucht. Es hat zu nichts geführt außer verhärteten Fronten. Und Ansagen, ich habe die Tochter in Ruhe zu lassen.
Ihr Familie ist aber nun mal ein Teil von ihr und das wird sie auch immer bleiben. Ich kann nicht mehr tun, als mich offen, tolerant und kooperativ zu zeigen. Diese Familie lässt sich nicht aus der Welt reden.

Ich liebte sie sehr. Und gerade, WEIL ich sie liebe, WILL ich nicht dass SIE leidet. Ich WILL nicht, dass SIE jeden Tag verheult in ihrem Zimmer sitzt und sich den Schädel darüber zermartert, wie sie Familie und Freund unter einen Hut bekommt.
Ich WILL nicht, dass sie von ihren Eltern degradiert und runtergemacht wird, weil sie einen Deutschen als Freund hat.

Und ich WILL vor allem nicht, dass sie sich genötigt fühlt, eine Entscheidung zwischen mir und ihren Eltern zu treffen.

Liebe ist ein wichtiges Fundament. Bestimmt auch die Basis. Aber es spielen weitere Determinanten in eine funktionierende Beziehung hinein. Und wenn diese nicht stimmig sind, kracht das Ding auf kurz oder lang in sich zusammen. Liebe kann massiv unter negativen Komponenten leiden.

Liebe und Beziehung im jeden Preis - Wir beide gegen den Rest der Welt - ja, diese Einstellung habe ich auch lange gehabt. Retrospektiv beurteile ich das aber als heroisch und realitätsfern.

Ich möchte nicht jahrelang jeden Tag kämpfen - kann ich auch nicht. Und sie auch nicht. Da auch die Kräfte irgendwann erschöpft sind und die Beziehung darunter leidet. Kraftlos, ausgezehrt, verfahren. Sowas wünsch ich weder ihr, noch mir.

Ich gebe mich nicht auf für eine Beziehung. Ich nehme nicht jedes Leiden in Kauf für eine Beziehung. Von einem Typ, der psychisch auf dem Zahnfleisch kriecht hat meine Freundin auch nichts.

23.06.2017 11:27 • x 1 #29


Forenleitung

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23.06.2017 14:31 • #30



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