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Aus nach 15 Jahre Ehe

Ginatalia

Hallo.

Ich habe hier seit ein paar Tagen mitgelesen und brauche nun selber ein paar neutrale Meinungen (vielleicht auch einfach nur ausheulen, möchte aber nicht das bei Menschen tun die parteiisch sein können/werden weil sie und kennen).

Ich habe meinen Mann vor 17 Jahren kennengelernt. Es war sofort das Gefühl da, das ist er! Wir führten ersteinmal ein Jahr lang eine Fernbeziehung und sahen uns in dieser Zeit jedes Wochenende, verbrachten jeden Urlaub zusammen.
Ich hatte ihm vertraut und sehr geliebt.
Obwohl er sich da schon ein paar Sachen geleistet hatte die mich hellhörig werden lassen sollten, schob ich es auf seine schwere Kindheit zurück und glaubte, ich muss ihm nur zeigen dass er geliebt und geschätzt wird.

Dann zogen wir zusammen, unser Kind war unterwegs. Diese Zeit war von glücklichen Momenten aber auch von sehr viel Verletzungen (keine körperliche) geprägt. Denn, es stellte sich heraus dass er spelsüchtig war. Ich hiel zu ihm, stand hinter ihm und war mir sicher dass wir es zusammen schaffen. Er wurde mehrmals rückfällig. Jedes mal merkte ich das und wenn ich ihn darauf ansprach rastete er aus, wurde beleidigend bis aufs übelste. Und ich habe ihn trotzdem aufrichtig und über alles geliebt und stand an seiner Seite. Wie es nun aussieht haben wir oder er, die Spelsucht besiegt.
Diese Zeit war nicht einfach für uns beide. Ich musste leider immer wieder nachhacken wo er war, wo er ist. wenn unklar war wo der eine oder andere Geldbetrag geblieben ist, gebeten es zu erklären. Er fühlte sich natürlich kontrolliert und eingeengt. Für mich war es aber auch sehr unangenehm dies zu tun. Ich sah nur keine andere Möglichkeit ihn vor weiteren Rückfällen zu bewahren.Das habe ich ihm in einigen Gesprächen auch gesagt, er sah es auch ein.
Danach passierten in unserem Leben ein paar Tragische Ereignisse die mich krank machten, ich ließ mich den Haushalt und mein Leben gehen. Er musste vieles alleine in dieser Zeit erledigen und fühlte sich mit allem allein gelassen. Ich fühlte zwar dass etwas schief läuft dass es so nicht sein darf, sah aber kein klares Bild vor mir. Sprach ihn immer wieder darauf an das bei uns etwas gewaltig schief läuft er sagte aber ich bilde es mir ein oder suche Streit. Wenn es mal zum Streit kam, sagte er zwar was ihn stört, sobald wir uns aber wieder vetragen haben und ich mit ihm in Ruhe darüber reden wollte sagte er dass er das nicht so gemeint hatte und das nur sagte weil er wütend war. Jetzt sagt er dass er Angst vor mir hatte und deswegen nicht redete. Ich hätte mir sehr gewünscht er hätte mir einen "A. tritt" gegeben aus meinen tiefen Loch oder auch einfach die Hand gereicht und geholfen da rauszukommen.
Nun ist mir vor ca 2 Monaten "der Vorhang von den Augen gefallen", ich merkte wie und zu was ich gekommen bin. Ich fing mich sofort an zu verändern habe mich aufgerafft, wieder Lust am Leben teilzunehmen bekommen etwas zu leisten. einfach Menschen um mich rum glücklich zu machen und selber glücklich sein. Und ich muss sagen (auch von anderen bestätigt), es gelingt mir. So könnte man jetzt denken: ab ins Glück!
Aber nein. ca eine Woche nach meinem "Aufwachen" hatte ich keine Zweifel mehr daran dass mein Mann sich für mich kaum interessiert, von Liebe kaum die Rede sein kann und. dass er sich für eine andere Frau interessiert.

Es ist seine Arbeitskollegin. Sie ist verheiraten, mit einer Frau. Mein Mann und ich führten lange Gespräche. Mal von Wut und Enttäuschung geprägt mal liebevoll und tränenreich, sehr emotional, von beiden Seiten. Er sagte er fühle mir gegenüber keine Liebe mehr. Mit der Kollegin ist es aber immer sehr schön, sie ist witzig, strahlt immer und ist sehr hilfsbereit. Hat ihn auch mehrmals zu sich nach Hause eingeladen in den Pausen. Dass er sie toll findet und vielleicht sogar sich in sie verliebt hat. Er sagte, er ist sich selber in seinen Gefühlen überhaupt nicht sicher.

In unseren Gesprächen (aber auch früher) habe ich ihm gesagt wie wichtig mir meine Familie ist dass ich ihn immer aufrichtig geliebt habe und immer noch liebe. Ich habe ihn in den 17 Jahren niemals angelogen, nicht ein einziges mal, und ich stand und stehe zu meinen Gefühlen.

Wir beschlossen uns einen Monat Probezeit zu geben, schauen ob wir wieder zusammenfinden. Bedingungen waren aber absolute Ehrlichkeit und dass er den Kontakt zu der Kollegin bis auf das Nötigste reduziert. Er hat es nicht geschafft und ich reagierte immer emotional als ich sah oder einfach nur fühlte dass sie ihm wichtiger ist als ich. Also, keine gemeinsame Zukunft mehr. Er sucht sich jetzt eine Wohnung und bis er eine gefunden hat, wollten wir friedlich und freundlich miteinander leben und uns im Guten trennen. Haben ja schließlich unser Kind und müssen auch später gut miteinander auskommen können. Meine einzige Bitte und Wunsch an ihn die ich noch hatte war, dass er wenigstens am Wochenende oder nach Feierabend keinen Kontakt zu ihr hat weil es mir so unglaublich weh tut dass es mir das Herz zerreisst.

Nicht mal das hat er eingehalten und gestern knallte es gewaltig. Es tut so unglaublich weh zu sehen und zu fühlen dass ich ihm praktisch nichts mehr wert bin nach allem was ich mit ihm zusammen an seiner Seite und immer zu ihm haltend durchgestanden habe. Und jemand mit der er seit einigen Monaten erst sich gut versteht, ihm wichtiger ist als alles andere.

27.08.2018 08:50 • x 2 #1


Luto

Luto

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Zitat von Ginatalia:
Denn, es stellte sich heraus dass er spelsüchtig war.

das stellte sich erst heraus, als das Kind schon unterwegs war?
Zitat von Ginatalia:
Es tut so unglaublich weh zu sehen und zu fühlen dass ich ihm praktisch nichts mehr wert bin nach allem was ich mit ihm zusammen an seiner Seite und immer zu ihm haltend durchgestanden habe. Und jemand mit der er seit einigen Monaten erst sich gut versteht, ihm wichtiger ist als alles andere.

ja, das ist extrem schmerzvoll, aber es bringt nichts, die vielen Jahre aufrechnen zu wollen...
Mein dringender Rat: er soll sofort ausziehen, egal wo er hingeht. Irgendeine Lösung gibt's da immer. Danach den Kontakt radikal auf die Elternpflichten reduzieren!

27.08.2018 09:08 • #2


Ginatalia

@Luto. Ja. Dass er spelsüchtig war, wurde mir erst bewusst als wir zusammengezogen sind. Da war ich schon schwanger.

Es wäre uns beiden lieber wenn er sofort ausziehen könnte. Nur wohin? Er hat hier niemanden. Außer einen Kumpel und eben diese Kollegin. Die ihm sobald sie erfahren hatte dass er eine Wohnung sucht ihm angeboten hatte in deren Gästezimmer zu wohnen bis er eigene Wohnung findet. Gestern war es mir schon sowas von egal ob er zu ihr und ihrer Frau zieht dass ich ihm gesagt hatte er solle doch diesen Angebot annehmen weil ich es nicht mehr ertrage. Er sagte aber das wir er nicht tun und zieht lieber unter einer Brücke ein. Das kann ich aber nicht .

27.08.2018 09:17 • #3


MeineMeinung

Zitat von Ginatalia:
Er sagte aber das wir er nicht tun und zieht lieber unter einer Brücke ein. Das kann ich aber nicht .


Lass ihm doch die Brücke, ist doch noch warm draußen.
Im Ernst, was hast du davon, wenn du dich noch mit ihm rum quälst? Wenn er sich nicht an deine Bitten halten kann solange er bei dir wohnt , brauchst du auch keine Rücksicht zu nehmen.

27.08.2018 09:27 • #4


Ginatalia

Ginatalia

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@meinemeinung: Das wäre das Beste. Nur, er ist seit unserem Bruch ofter total depressiv drauf. Dazu kommt noch ein anderes Problem das wir zur Zeit haben, das ebenfalls sehr frustrierend ist und ich versuchte ihn die ganze Zeit dabei aufzubauen und klarzumachen dass nach jedem Regen die Sonne wieder scheinen wird. Habe ihm schon geraten mal einen Psychologen aufzusuchen wegen seinen deprissiven Phasen. Bekomme manchmal echt Angst um ihn.

27.08.2018 10:02 • #5


unbel Leberwurs.

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Die einzige Möglichkeit scheint mir hier der sofortige räumliche Abstand zu sein.

Weiss die Frau der AF denn Bescheid?

27.08.2018 10:12 • #6


MeineMeinung

Hast du eigentlich keine Angst, dass du total manipuliert wirst?
Willst du weiter hinter ihm her rennen und jede Pfütze aufputzen.
Nach deinen Beschreibungen benimmt er sich wie ein kleines Kind.
Dich will er nicht mehr, weg will er auch nicht, vor allem nicht zu der anderen Frau, die er aber will.
Bist du sicher, dass er depressiv ist und nicht nur launisch?

27.08.2018 10:15 • x 2 #7


Ginatalia

Ginatalia

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Den Abstand wünsche ich mir mittlerweile auch sehr. Obwohl ich noch vor wenigen Tagen mir gewünscht habe er besinnt sich wieder.
Ich weis nicht ob die Frau das weis. Weis auch nicht ob die die er so toll findet davon weis. Obwohl, wenn man nicht dumm ist, könnte man das schon erahnen.

27.08.2018 10:20 • #8


monchichi_82

monchichi_82

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Zitat von Ginatalia:
Es war sofort das Gefühl da, das ist er!

Das Gefühl hielt aber offenbar nicht länger als ein Jahr an wenn du schreibst, dass er sich da schon einige Sachen leistete die einen hellhörig werden lassen. Wenn in einer Fernbeziehung schon scheinbar gravierende Sachen vorfallen würde ich mich weitere Schritte wie zusammenziehen, heiraten etc. dreimal überlegen.
Bei einem Suchtverhalten gibt es kein "wir haben es geschafft". Das nach außen hin offensichtliche Suchtproblem ist ja nur die Spitze des Eisberges, dahinter stecken ungelöste Probleme und inadäquate Bewältigungsstrategien. Er hat nicht gelernt mit Schwierigkeiten anders umzugehen. Das ist ein Prozess den nur er beschreiten kann mit Hilfe eines Therapeuten und scheinbar ist er diesen Weg nie gegangen.

Zitat von Ginatalia:
Er sagte er fühle mir gegenüber keine Liebe mehr. Mit der Kollegin ist es aber immer sehr schön, sie ist witzig, strahlt immer und ist sehr hilfsbereit. Hat ihn auch mehrmals zu sich nach Hause eingeladen in den Pausen. Dass er sie toll findet und vielleicht sogar sich in sie verliebt hat. Er sagte, er ist sich selber in seinen Gefühlen überhaupt nicht sicher.

Ich sehe das als Flucht aus der Ehe, Flucht vor den Problemen, Flucht vor sich selbst. Er hat, wie schon geschrieben, nie gelernt mit Problemen und Schwierigkeiten umzugehen. Das er mit dieser Frau glücklich ist mag schon sein, mit ihr ist er auch nicht 17 Jahre verheiratet, sie fordert nichts von ihm, zumindest bis jetzt. In einer Beziehung sieht das anders aus und es wäre nur eine Frage der Zeit bis er auch da wieder weg rennt. Ich lese nichts aus dem Text wie sie zu ihm steht, immerhin ist sie mit einer Frau verheiratet. Vielleicht ist das für sie lediglich ein netter freundschaftlicher Kontakt in den er sich übermäßig hinein steigert.

27.08.2018 10:26 • x 1 #9


Ginatalia

Ginatalia

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@meinemeinung: Eigentlich bin ich mir in nichts mehr sicher außer dass ich das alles hinter mir lassen möchte und das schnellstmöglich. Ich kann aber niemanden auf die Strasse werfen. Und ich denke das ist nicht nur launisch. Er hat eine Wohnung in Aussicht und könnte wenn es gut läuft in einem Monat ausziehen. Innerlich freue ich mich schon sehr darauf, plane schon was und wie ich hier alles verändern werde. Denn ich möchte durch nichts mehr hier an ihn erinnert werden. Bin zwar einerseits sehr wütend auf ihn. Denn ich hatte immer um Ehrlichkeit geben egal wie sie ist.
In unserem vorletzten Gespäch habe ich ihm gesagt dass auch ich nichts mehr von ihm will, es keine gemensame Zukunft mehr geben wird (weil er meinte, vielleicht kommen die Gefühle ja wieder wenn man Abstand zu einander hat und dann erst merkt was der andere einem bedeutet). Aber ich will das nicht mehr. Wer einmal verrät wird wieder verraten. Ich habe ihm gesagt ich bin ihm dankbar für alles Schöne was wir zusammen hatten und verzeihe ihm das negative was von ihm in der Vergangenheit ausging aber ein wir wird es nicht mehr geben. Ich wünsche ihm auch vom ganzen Herzen dass er glücklich wird, aber ohne mich.

27.08.2018 10:36 • x 2 #10


Ginatalia

Ginatalia

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@monchichi: Da hast du absolut Recht. Außer dass mit dem Therapeutem wegen der Sucht. Er war zu einer Beratungsstelle hingegangen hatte dort ein Gespräch gehabt. Es wurde ihm gesagt dass es bei ihm ja nicht so schlimm ist das schafft er auch so. Dass sie dort ganz andere Fälle haben.

Genau das hatte ich zu ihm auch in einem von unsrren Gesprächen gesagt bezüglich der Kollegin. Und dass er so wenn er nicht redet, klärt, sondern flüchtet in keiner Beziehung glücklich sein wird.

27.08.2018 10:45 • #11


MeineMeinung

Dann halte den Monat durch.
wenn du das alles so konsequent durchziehst, wie du hier schreibst, dann "Hut ab".
Überleg die aber schon mal, wie du reagierst, wenn das mit der Wohnung nicht funktioniert.
Er hat die Wohnung "in Aussicht". Ich glaube nicht, dass er sich innerlich schon von dir gelöst hat (vorletztes Gespräch) und je näher der Auszugstermin rückt . . .

27.08.2018 10:45 • #12


Ginatalia

Ginatalia

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Sehr wahrscheinlich dass er noch hin und her gerissen ist, deswegen wahrscheinlich auch so deprimiert. Vor ein paar Tagen sagte er ja auch dass er nicht wirklich daran glaubt dass ich mich geändert habe und weiterhin ändern werde dass er befürchtet dass wenn er bleiben würde, ich wieder so werde wie die letzte Zeit (die letzten fast 2 Jahre). Ich kann ihn da sogar verstehen. Aber dass soll ja nicht mehr seine Sorge sein. Ich weis nur, dass ich da wo ich war, nie wieder hin will.

27.08.2018 11:13 • #13


unbel Leberwurs.

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Zitat von Ginatalia:
Sehr wahrscheinlich dass er noch hin und her gerissen ist, deswegen wahrscheinlich auch so deprimiert. Vor ein paar Tagen sagte er ja auch dass er nicht wirklich daran glaubt dass ich mich geändert habe und weiterhin ändern werde dass er befürchtet dass wenn er bleiben würde, ich wieder so werde wie die letzte Zeit (die letzten fast 2 Jahre).


Du musst auch damit rechnen, dass er Dich lieber als 2. Wahl zurückhaben möchte als alleine zu sein.
Darum auch die Frage, wie es wohl um die andere Beziehung steht. Wenn er die Kollegin nicht komplett für sich bekommt, kommt er vl auf Dich zurück...

27.08.2018 11:25 • #14


Ginatalia

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Dann hat er sich aber "geschnitten". Ich habe immer gesagt: "Entweder bin ich die Einzige oder garkeine." Ob mit ihr oder ohne sie, soll er doch glücklich werden. Das wünsche ich ihm. Eins ist klar, das wird er ohne mich. Auch wenn es verdammt weh tut, es ist aus und zwar für immer.

27.08.2018 11:31 • x 1 #15